National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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persischen und arabischen Händler sie holten, war Kan-tshóu-fu. Es ist nicht bekannt,
wann der Thee ein Bedürfniss der centralasiatischen Völker geworden ist. Keine
Nachricht zeugt von seinem Gebrauch bei den Mongolen in der Zeit ihrer Einfälle
auf europäischen Boden. Nach und nach aber haben die Steppenvölker eine Vor-
liebe für ihn gewonnen, und er ist ihnen jetzt unentbehrlich. Hsi-ngan-fu ist der
Haupt-Exportplatz für das westliche Central-Asien und Turan, während die öst-
lichen Gebiete ihren Bedarf von den Märkten Kwei-hwa-tshöng und Kalgan beziehen,
welche ihre Zufuhr theils auf der die Provinz Shansi von Süd nach Nord durch-
ziehenden Theestrasse¹), theils auf dem Weg über Tien-tsin erhalten. Nach letzterem
Ort wird er entweder auf dem Grossen Canal, oder zur See gebracht.
Der gegenwärtige Handel von Hsi-ngan-fu gründet sich theils auf einheimische,
theils auf importirte Producte. Die einheimischen bestehen aus Weizen und Baum-
wolle, nebst Tabak und Opium. Dem Norden bietet es neben diesen die ganze
Fülle der Erzeugnisse des Südens und der fremden zur See eingehenden Importe,
dem Süden hingegen Alles, was die Steppenländer des Nordens und die fernen
Gebirgsgegenden des Tien-shan, Pamir und Kwenlun hervorbringen, nebst manchen
russischen Waaren. Die Bewegung wird dadurch eine sehr mannigfaltige.
In nördlicher Richtung gehen nach Shansi Baumwolle, Weizen, Opium
und Tabak, im Austausch gegen Kohle, Eisen und Salz; nach Kansu von einhe-
mischen Producten nur Baumwolle und Weizen, wofür Wolle, Häute, Filz, Pferde,
Maulthiere, Schafe und der Tabak von Lan-tshóu-fu eingeführt werden. Ausserdem
werden dorthin, nach Khukhnuor, dem ganzen westlichen Central-Asien, und bis
hinaus nach Ili und Turan, zunächst die grossen Stapelartikel Thee und Seide
geführt, dann Zucker, Porzellan, gewisse Arten Papier, Ingwer und eine grosse
Menge von Erzeugnissen der chinesischen Industrie. Die Gegenstände der Rück-
fracht sind verschieden. Ausgiebig für dieselbe ist, nächst den angrenzenden
Theilen von Kansu, das Gebirgsland, welches sich um den See Khukhunuor und
am Oberlauf des Gelben Flusses ausdehnt. Hsi-ning-fu, gegenwärtig der Haupt-
markt für die Erzeugnisse dieser Gebiete, liefert Rhabarber und eine grosse Mannig-
faltigkeit der von den Chinesen zu medicinischen Zwecken verwendeten Stoffe aus
dem Pflanzen- und Thierreich. Die Steppenländer haben nur Erzeugnisse der
Viehzucht aufzuweisen, und zwar solche, welche auch in Kansu gewonnen werden;
für Maulthiere insbesondere, welche vielleicht den ersten Rang unter ihnen einneh-
men, ist Ning-hsia-fu das berühmteste Züchtungsland. Die entfernteren Gebirgs-
gegenden des Tien-shan und des Pamir liefern auch wieder in erster Linie nur
Medicinstoffe. Ob der Salmiak noch eine Rolle spielt²), wurde mir nicht bekannt.
In Ermangelung geeigneter Rückfracht werden oft die von den Chinesen hochge-
schätzten Melonen von Hami geladen. Aus den fernsten Stationen endlich bringt
man »russische Waaren«, vor Allem Tuche und andere Wollengewebe. An Werth
steht ihnen nur ein Gegenstand voran, welcher in der Vorzeit das erschnteste
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