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0758 China : vol.2
China : vol.2 / Page 758 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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f) Gehen wir zum östlichen Kwenlun über, so finden wir in dem Theil,
welcher speciell den Namen Tsin-ling-shan trägt, eine Längsverwerfung, deren
Amplitude ungefähr der Mächtigkeit der silurischen und devonischen Ablagerungen
entspricht, und bei welcher der südliche Theil in eine tiefe Lage im Verhältniss
zum nördlichen kam¹). Die Granitausbrüche von Liu-pa-ting und am Tsz'-pai-
shan gehören, ebenso wie wahrscheinlich viele andere Granitmassive des Gebirges,
derselben Zeit an. Südlich von Liu-pa-ting fand ein beträchtliches faltiges
Zusammensinken statt, wobei die Falten der Streichrichtung WSW—ONO
folgten. Weiter südlich, von Ning-yüen-tshöu, und wahrscheinlich schon von dem
Thal des oberen Han an, behielten die silurischen und devonischen Sedimente
ihre horizontale Lage; denn der Kohlenkalk überlagert sie concordant. — Bis zu
dieser Grenze erlitt das Gebirge eine Zusammenschiebung.

10. Ablagerung des Kohlenkalkes.

Aus der vorhergehenden Zusammenstellung der tektonischen Vorgänge ist es
klar, dass der Boden des Meeres, in welchem der Kohlenkalk sich ablagerte, eine
ganz andere Gestalt hatte, als derjenige, auf welchem die sinischen Sedimente im
Norden, Silur und Devon im Süden des Tsin-ling-shan sich niedergeschlagen hatten.
In Nordosten breitete sich dieses Meer über Shantung, Liaotung, Theile von Liau-
hsi und das südliche Tshili aus. Zwischen dem durch monokline Faltung gebildeten
Continentalrand des Nankön-Gebirges und der gekrümmten Linie, welche von dem
Bruchrand im Norden des Sung-shan mit nördlicher Biegung über Kiang-tshöu zog,
erstreckte es sich nach Westen und erfüllte das nördliche Shensi. In Tshili ragte
der Hung-shan, in Shansi der Hö-shan inselförmig hoch darüber empor. Der öst-
liche Kwenlun, dem im Norden das den Sung-shan und den Yö-shöng-shan um-
gebende, gebrochene sinische Tafelland vorgelagert war, bildete vielleicht Festland;
denn an dieses ganze Gebiet grenzt der Kohlenkalk scharf ab. Erst südlich davon
findet sich derselbe wieder in allgemeiner Verbreitung, und zwar theils den silu-
rischen und devonischen, theils den sinischen Schichten nahezu concordant auf-
gelagert.
Wahrscheinlich setzte der allgemeine Rückzug des Meeres, welcher, von den
grossen Störungen der 9ten Periode begleitet, gegen das Ende des devonischen
Zeitalters stattfand und ebenso durch den Wiederbeginn von kalkigen Ablagerungen
im tiefen Meer, als durch die Trockenlegung grosserer Striche angezeigt wird,
zunächst noch fort. Eine Eigenthümlichkeit dieser Periode besteht in der Gleich-
förmigkeit der kalkigen Bildungen; denn wir vermochten den Kohlenkalk, abgesehen
von der Häufigkeit thierischer Ueberreste in ihm, überall an seinen petrographischen
Eigenschaften wieder zu erkennen. Besonders ist ein Bitumengehalt fast stets
vorhanden.