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0770 China : vol.2
China : vol.2 / Page 770 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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wir jetzt keine Kunde haben können. Einige jedoch lassen sich erkennen. Insbe-
sondere zwei tiefe Einsenkungen. Eine von ihnen bestand in dem Raum
zwischen Nanköu-Gebirge und Höng-shan, wo noch durch eine Reihe von Perioden
Ablagerungen geschahen¹). Das Gebiet umfasste wahrscheinlich die ganze Bucht
von Peking und die Gegend von Kai-ping-hsien. Es muss hier ein grosses muldenför-
miges Becken existirt haben, welchem nach unserer früheren Erörterung²) Material
von Westen her zugeführt wurde. Der gänzliche Mangel an marinen Versteinerungen,
die man in einer abgeschlossenen Meeresbucht in besonderer Anhäufung erwarten
würde, macht es wahrscheinlich, dass das Becken mit Süsswasser erfüllt war, und
von ihm aus ein Abfluss in östlicher oder südöstlicher Richtung bestand.
Eine zweite tiefe Einsenkung muss am Nordfuss des Fêng-tiau-shan im süd-
westlichen Shansi existirt haben; sie dehnte sich wahrscheinlich nach Shensi hinein
am Nordfuss des Hwa-shan und schliesslich des Tsin-ling-shan aus. Die unerschöpf-
lichen Salzmassen des Salzsumpfes von Lu-tsun lassen sich, da wir dort ausschliess-
lich archaische und sinische Formationen kennen, nur durch die Annahme einer
tiefen Einsenkung erklären, welche vielleicht während des Rückzuges des Meeres
als Salzpfanne wirkte³). Später mögen auch die Gewässer, welche den alten
Meeresboden auslaugten, hier ihre Salze zusammengeführt haben.
Es ist bemerkenswerth, dass diese beiden Einsenkungen, deren Existenz wir
schon in den frühen Zeiten der Vereinigung des nördlichen China mit dem Con-
tinent annehmen müssen, am nördlichen und südlichen Gebirgsrand gelegen waren,
und dass eine von ihnen noch heute als grosse Vertiefung in der Landschaft
besteht.
Wenn wir nun dazu übergehen, die weiteren Vorgänge zu untersuchen, so
bietet uns das nördliche China für lange Zeit hinaus wenig Anhalt dazu, während
die Geschichte des südlichen China noch eine Reihe charakteristischer Phasen
erkennen lässt. Wir können hier auf die letztere Gegend nicht ausführlich eingehen
und werden uns nur an die dem Kwenlun im Süden unmittelbar vorliegenden Theile
halten, wobei wir jedoch wesentlich auf die frühere Darstellung verweisen.

13. Mesozoische Sedimentbildungen. Letzte Periode der Abrasion
und Transgression im Süden.

Wir haben an einer anderen Stelle zu erörtern gesucht, in welcher Weise der
ebene Ablagerungsboden für die Schichtenausfüllung des Rothen Beckens von
Sz'-tshwan gestaltet wurde⁴). Die postcarbonisch gebildeten Faltungszüge im
Süden des oberen Han wurden durch die von Süden nach Norden vorschreitende
Brandungswelle abgeschliffen. Sedimente lagerten sich transgredirend auf der
Abrasionsfläche ab, während gleichzeitig diese in Folge erheblicher Senkung des
Bodens, welche im mittleren und südlichen Sz'-tshwan, eine südliche