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0771 China : vol.2
China : vol.2 / Page 771 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Neigung erhielt und von Brüchen in der Richtung WSW—ONO durchsetzt wurde,
entlang denen Verwerfungen mit Absenkung der Nordflügel stattfanden. An der
Stelle, von welcher wir ausgingen, sind klastische Gesteine unmittelbar auf der
Schlifffläche nicht vorhanden; wir fanden dort zu unterst Kalksteine, denen erst
höher hinauf sandige und thonige Schichtgebilde von rother Farbe in sehr grosser
Mächtigkeit folgen¹). In Begleitung eines Kohlenflözes zeigten sich Pflanzenreste,
welche das Alter des unteren Jura zu haben scheinen. Die Rolle dieser Sedimente
ist nicht nur in Sz'-tshwan, sondern im ganzen südlichen China, von den osttibet-
ischen Gebirgen und dem Hochland von Yünnan bis zum Meer, eine sehr hervor-
ragende. Die rothen Sandsteine sind für dieses weite Ländergebiet ein ebenso
charakteristisches als ökonomisch wichtiges Gebilde. Sie bedecken ungleichförmig
alle älteren Formationen, sind aber nur in einzelnen grossen Regionen als continuir-
liche Decke erhalten, da sie eine bedeutende Zerstörung durch Erosion erlitten
haben.

Die Anhaltspunkte für die Bestimmung der Zeit des Anfanges und Endes
dieser Ablagerungen sind bis jetzt sehr lückenhaft. Wir werden einige darauf
bezügliche Thatsachen bei der eingehenden Betrachtung des südlichen China zu
erwähnen haben. Wahrscheinlich gehören sie der unteren Hälfte der mesozoischen
Formationen an.

Das Festland im nördlichen China hat die Geschichte seiner Verän-
derungen aus dieser Zeit nur äusserst unvollkommen aufbewahrt; doch haben wir
einige Vorgänge zu erwähnen:

a) Im Südwestlichen Shantung, bei I-tshöu-fu, hatten wir ein Depres-
sionsgebiet erkannt, welches im Norden von einer ungefähr westöstlich gerichtete
Verwerfungslinie von dem Festland getrennt war, und in welchem eine beträchtliche,
von Porphyrausbrüchen begleitete und zum Theil aus ihren Tuffen bestehende Sedi-
mentbildung noch in postcarbonischer Zeit stattgefunden zu haben scheint²).

b) Es gehören hieher auch die räthselhaften Tuffsandsteine und Conglomerate
von Mong-yin-hsien, welche zum Theil aus den Zerstörungsproducten eines por-
phyrischen Diorites bestehen und eine Mächtigkeit von mindestens 3000 Fuss
erreichen³).

c) Von grosser Wichtigkeit sind die postcarbonischen Ablagerungen in den
nördlichen Theilen von Tshili und Shansi. Bei Tshai-tang häuften sich
die Sedimente mit reichen Kohlenschätzen zu grosser Mächtigkeit an⁴). Wahr-
scheinlich werden sich Reste derselben in den weiteren Umgebungen von Peking
nachweisen lassen. Es liegt, wie eben erwähnt, kein Grund vor, ein Eingreifen des
Meeres anzunehmen, da bis jetzt nur Reste von Landpflanzen bekannt sind. Diejenigen
des höchsten Niveau's gehören nach Prof. Schenk's Bestimmungen dem obern
Jura an⁵).