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0776 China : vol.2
China : vol.2 / Page 776 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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durch tektonische Verschiebungen in der sinischen Streichrichtung angeordneter
Gebirge. Und doch setzt die grosse Bruchlinie, welche Ebene und Gebirgsland
trennt, auch hier fort und durchschneidet jene Zonen unter schiefen Winkeln, bis
sie in die Bucht von Peking eintritt.

c. Südlich von Wei-hwéi-fu erstreckt sich die Grosse Ebene in einer
tiefen Bucht nach Westen zwischen die Gebirge hinein. Wir bezeichneten sie
nach ihrer grössten Stadt als die Bucht von Hwai-king-fu. Durch ihre Exi-
stenz ist die Hauptbruchlinie unterbrochen und erscheint erst wieder südlich vom
Hwang-hô. Das Phänomen wird durch eine in frühen Vorgängen vorgezeichnete
und jedenfalls in der Structur des Grundgebirges begründete Abweichung der Bruch-
linien verursacht, wie dies oben (§§ 12, 13 auf S. 519) angegeben worden ist.
Die Staffelbruchzone von Shansi zieht, dem gekrümmten Zug des Hô-shan und
Fong-tiau-shan parallel, nach WSW, während ihr im Süden die von WzN nach
OzS gerichteten Brüche des Sung-shan gegenüberstehen. Im äussersten Westwinkel
der Bucht, wo die beiden Begrenzungslinien des Bruchfeldes sich treffen, betritt der
Hwang-hô die Lücke, nachdem er vorher seinen Weg in der Resultante beider
Kluftrichtungen von W nach O genommen hat. — Der gesammte Einbruch von
Hwai-king-fu ist von gleichzeitiger Entstehung mit der Versenkung des Raumes
der Grossen Ebene.

d) Südlich vom Hwang-hô zieht die Hauptbruchlinie in ihrer früheren süd-
südwestlichen Richtung fort, bei Hsin-tshöng-hsien, Hsiang-tshöng-hsien und Ye-hsien
vorüber nach Yü-tshôu. Dort wo sie die Ostabfälle des Sung-shan und Hsiang-shan
begrenzt, ist mir das Gebirge nicht bekannt. Zwischen Hsiang-tshöng-hsien und
Yü-tshôu schneidet sie den Fu-niu-shan, d. i. das grosse Continentalgebirge des
Kwenlun, ab. Seine östliche Fortsetzung ist unter das Niveau der Reichsstrasse
hinabgesunken. Ich habe zu zeigen gesucht, dass auch hier ein Abbrechen in
Staffeln geschieht und zwar durch Verwerfungen, welche quer gegen das Streichen
des Fu-niu-shan gerichtet sind¹).

Verlängert man diese Linie noch weiter nach SSW, so zieht sie über Hsiang-
yang-fu, wo der Han seinen Unterlauf beginnt, nach I-tshang-fu, wo der Yangtsze
das Gebirgsland, in dem er bis hierher continuirlich geflossen ist, verlässt und die
Ebene von Hu-kwang betritt. Es wurde oben (S. 520) angedeutet, dass eine nord-
nordöstliche Verlängerung der Linie mit dem Khingau in der Mongolei zusam-
menfällt.

Oestliche Begrenzung. — Die östliche Grenze des Schwemmlandes der
Grossen Ebene fällt nicht, wie die westliche, mit einem hohen Rand zusammen,
und wir müssen sie von der Ostgrenze des Einbruchskessels wohl unterscheiden.
Das Schwemmland wird in seiner Ausdehnung einerseits durch die aus dem
Boden des Senkungsfeldes aufragenden Gebirge, insbesondere das Hwai-Gebirge
und das Bergland des westlichen Shantung, eingeschränkt; andererseits hat es sich