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0783 China : vol.2
China : vol.2 / Page 783 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Oberfläche richten. Denn diese betreffen gleichzeitig grosse continentale Räume,
und sie haben ohne Unterbrechung, wenn auch mit mancherlei Modificationen,
gewirkt. In der Regel pflegen wir bei Erörterung der Veränderungen, welche die
Festländer an ihrer Aussenseite erleiden, nur die Agentien der Verwitterung, der
Erosion und der Ablagerung durch Wasser in Betracht zu ziehen. In unserem Fall
sind die durch ihre gemeinsame Wirkung seit dem Ende des paläozoischen Zeit-
alters geschehenen Umwandlungen beinahe verschwindend gering, wenn wir damit
die staunenswerthen Beträge der Umgestaltung vergleichen, welche die der sinischen
Transgression vorhergegangenen Abrasionen zur Folge gehabt haben. Allerdings
gibt diese Thatsache einen allzu unvortheilhaften Maasstab für die niedrige Stufe,
auf welche, im Vergleich zu dem mächtigen Agens der Brandungswelle, alle anderen
von aussen an den Festländern nagenden Kräfte zurücksinken; denn im nördlichen
China waren von Anfang an die Umstände ungünstig für ihre Wirkung. Das Klima
war hier wesentlich trocken, und es ist wahrscheinlich, dass in wiederholten Perio-
den die Oberfläche durch subaerische Ueberlagerung mit feinerdigen Massen vor
Erosion geschützt worden ist.

Es liegen dürftige Thatsachen vor, aus denen wir einzelne Phasen in der Ge-
schichte der Umbildung der Oberfläche zu entziffern vermögen. Ihre Darstellung
setzt die gesicherte Anschauung von der Entstehungsart der Steppen und des
Löss voraus.

1. Der Löss ein Product äolischer¹⁾ Ablagerung.

Nach den ausführlichen Auseinandersetzungen über die Lössbildung, welche
im ersten Band dieses Werkes gegeben worden sind, dürfte es keinem ernsten
Zweifel mehr unterliegen, dass die lössbedeckten Regionen des nördlichen China
ehemals Steppenland von ähnlicher Beschaffenheit gewesen sind, wie wir es in
Central-Asien noch heute finden, und dass der Löss, welcher die Vertiefungen zwi-
schen den Gebirgszügen in einer Mächtigkeit von oft weit mehr als 1000 Fuss aus-
füllt, langsam durch subaerische Agentien mit Hilfe der Vegetation gewachsener
Steppenboden ist. Seit die Hauptargumente an der genannten Stelle veröffentlicht
wurden, haben sich die hervorragendsten Kenner von solchen Gebieten, wo der
Löss in ähnlicher Weise und in ähnlicher Ausdehnung wie in China auftritt,
bedingungslos für diese Ansicht ausgesprochen, auch wenn sie vorher abweichende
Anschauungen vertreten hatten. Herr Raphaël Pumpelly, dessen Forschungsge-
biet ausser dem nördlichen China und der Mongolei auch die weiten Lössgegenden
Nordamerica's umfasst, Herr Clarence King, welcher die letzteren zum Gegenstand
gründlicher Studien gemacht hat, Professor Karl Peters, dem wir die eingehend-