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0784 China : vol.2
China : vol.2 / Page 784 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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sten Darstellungen der Lössgebiete in Ungarn und der Dobrudscha verdanken,
Dr. Emil Tietze, dessen lichtvolle Arbeiten über die Geologie Persiens sich aus-
führlich über die Salzsee becken und Lössablagerungen des iranischen Plateau's ver-
breiten, hervorragende Geologen Russlands, denen die neuen russischen Besitzungen
in Turan Gelegenheit gaben, mächtige Lössbildungen zu untersuchen, während die
Schwarzerde-Districte am Don und an der Wolga ihnen verwandte Resultate äolischer
Niederschläge zeigten, und viele Andere, welche den Löss in Ländern beschränkteren
Auftretens beobachteten, haben die grosse Rolle der atmosphärischen Strömungen
in dem Transport und der Ablagerung des feinsten Staubes und die staunenswer the
geologische und physikalisch-geographische Bedeutung, welche die feinvertheilten
mineralischen Massen durch saculare Anhäufung auf grasbewachsenen Flächen
erhalten, vollkommen gewürdigt, und durch eingehende Forschung beigetragen, sie
in ein klares Licht zu stellen. Wenn die stellenweise unvollkommenen, oft in
kleinen Becken und in sehr geringer Mächtigkeit, dabei auch unter mancherlei stören-
den Umständen, insbesondere den Einwirkungen des spülenden Wassers, geschehenen
Ablagerungen derselben Bodenart in Deutschland dazu geführt haben, aus örtlich
beschränkten, besonders an Hügelabhängen vorkommenden Abnormitäten der Aus-
bildung Zweifel an der gesammten Theorie herzuleiten, so hat doch andererseits
gerade hier dieselbe ihre glänzendste Bestätigung gefunden, indem Herr Dr. Nehring,
mit meinen eigenen Deductionen unbekannt, von ganz anderer Seite her, nämlich
durch den Nachweis einer diluvialen Steppenfauna in Deutschland, unabhängig zu
dem Schluss kam, dass sich während der Zeit der Lössbildung eine Grassteppe
über Deutschland ausbreitete und Steppenklima hier herrschte. Die ersten Nach-
weise sind seitdem durch seine rastlosen Arbeiten erheblich vermehrt worden.
In dem vorliegenden Band sind mehrere Orte, wo der Löss in besonders cha-
rakteristischer Weise vorkommt, beschrieben worden¹). Einige der gegebenen Aus-
führungen können als Ergänzungen zu den früheren Argumenten dienen.
Wenn wir hiermit die Vorfrage, dass die Steppen der Centralgebiete, auf denen
die Gräser den niederfallenden Staub festhalten, die Bereitungsstätten des Löss
sind, und dass die Lössgebiete von Wasser durchrissene Steppenländer sind, für
erledigt ansehen, können wir auf die einzelnen Phasen der Entwickelung eingehen.

2. Wechsel von Zeitaltern der Steppenbildung und der Erosion.

Es ist bei der Vergleichung des Zustandes, unter dem das nördliche China
sich gegenwärtig befindet, mit den Bedingungen, welche vormals herrschten und
jetzt noch in Central-Asien walten, klar, dass trockenes und feuchtes Klima die
entgegengesetzten Wirkungen auf die Oberfläche ausüben. Wo die Feuchtigkeit
nur hinreicht, um eine Steppenvegetation sprossen zu lassen, lagert sich über alle
Unebenheiten des Bodens eine Decke, welche die unter ihr befindlichen Gesteine
in hohem Grad vor Verwitterung und vollständig vor Erosion schützt. Je feuchter