National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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hingegen das Klima, desto grössere Wirkung üben diese beiden Agentien. Im
nördlichen China scheinen sich Wechsel zwischen dem einen und dem anderen Zu-
stand mehrfach vollzogen zu haben.
Wechsel klimatischer Bedingungen. — Gehen wir von dem frühesten
Stadium nach der Festlandsbildung aus, so haben wir uns, nach unserer oben (S. 727)
gegebenen Darstellung, den trockengelegten Boden des Carbonischen Meeres in
nahezu gleichförmiger Erstreckung von West-Shantung bis nach Shensi, und wahr-
scheinlich bis zu fernen westlichen Gegenden, den Charakter der zuletzt abge-
lagerten Schichten entsprechend, als eine sandige und zugleich salzige Fläche vor-
zustellen. Eine Vertiefung, welche während des langsamen Rückzugs des Meeres
als Salzpfanne diente, bestand wahrscheinlich nachher als abflussloser Salzsee noch
fort und nahm die Zufuhr von Salzen durch einmündende Flüsse auf, bis das gyps-
haltige Salzlager von Lu-tsun am Boden des Beckens gebildet war¹). Im Süden
stieg der Kwenlun zu weit grösserer Höhe auf, als gegenwärtig, und erstreckte sich
als eine ununterbrochene Hochkette über seine jetzigen Grenzen nach Osten hin,
mindestens bis in die Gegend von Nanking. Die mächtige Mauer fing die feuchten
Südwinde auf; und wenn damals die planetarische Circulation der atmosphärischen Strö-
mungen der gegenwärtigen ähnlich war, und die Erdaxe nahezu ihre jetzige Stellung
hatte, so konnten von Süden her nur trockene Winde die Länder im Norden
erreichen. Es waren also die Bedingungen zu einem sehr trockenen Continentalklima
gegeben, falls dieselben nicht von anderen Seiten her modificirt wurden. Bis jetzt
sind aus der Triasperiode keine Ablagerungen bekannt, welche auf eine Meeresbe-
deckung in der Nähe des nördlichen China hindeuten. Wir kennen solche mit Sicher-
heit erst im Süden des westlichen Theils des Kwenlun²) und im Tien-shan³), und
wahrscheinlich griff ein flaches Meer in Theile des südlichen China ein. Nur das Trias-
Meer der Tien-shan-Gegend konnte mithin, soweit Thatsachen vorliegen, mildernd
auf das Klima wirken. Wahrscheinlich werden wir uns daher den damaligen physi-
schen Zustand der Tafelländer im Norden des Kwenlun nicht günstiger vorzustellen
haben, als den, in welchem sich das Colorado-Plateau oder die Länder im Osten
des kaspischen Meeres jetzt befinden. Umlagerung der Gebilde des Meeresbodens,
so wie Zufuhr neuer Stoffe durch versiegende Flüsse und die Atmosphäre, werden
die Hauptagentien der Umbildung gewesen sein.
Anzeichen einer an Wasserbedeckungen und Vegetation reichen Zeit besitzen
wir aus derjenigen Periode, welche nach ihren Pflanzenresten als einem Theil des
europäischen Jura entsprechend bestimmt worden ist. Wir dürfen dies aus den
mächtigen steinkohlenführenden Ablagerungen von Tshai-tang und den Gegenden
des nördlichen Tshili und Shansi folgern, welche wir als Süsswassersedimente
erklärten⁴). Sie bestehen ausschliesslich aus klastischen Gesteinen. Umfangreiche,
wahrscheinlich brakische Lagunen bedeckten damals grosse Theile des südlichen
China. Dieselbe Formation, welche die Jurapflanzen von Ta-tung-fu führt, ver-
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