National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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welcher sich nordöstlich an Tshusan anschliesst, und den gegenüberliegenden, nicht
minder eingebuchteten und mit Inseln besetzten Küsten von Korea und Kiushiu
zuzuschreiben sein. Ueberall erblicken wir hier theils die losen Trümmer, theils
den dem Festland verwachsenen Rumpf von Gebirgen, welche in früherer Zeit höher
aufragende, wenn auch jedenfalls nicht ununterbrochene Züge bildeten.
Die gleiche Erscheinung lässt sich in weit geringerer Ausbildung an den Küsten
von Ost-Shantung und Liautung beobachten. Auch hier war Senkung die vor-
herrschende Bewegung; denn trotz des gegenwärtigen äusserst geringen Zurück-
tretens des Meeres finden sich doch keine Spuren jugendlicher Meeresablagerungen
auf dem Festland. Andererseits zeigen hier die Flussthäler in geringerem Grad
jene Verbreiterung der Untergebiete, welche ein tiefes Erosionsniveau wahrschein-
lich macht. Vielleicht schloss sich höheres und breiteres Aufschüttungsland dem
Fuss der Gebirge an. Die Auflösung in Inseln findet sich ähnlich wie weiter
südlich. Hier aber sind mehrere von ihnen landfest geworden, wol in Folge des
jetzigen, die Sedimentbildung begleitenden unbedeutenden Aufsteigens. Auch an
der gebirgigen Küste von Liau-hsi sind verbreiterte Flussmündungen die Regel.
Weiter westlich an den Rändern der Grossen Ebene fehlen sie, ebenso wie die
Inselbildung.
Wir können es somit als wahrscheinlich annehmen, dass in einer noch nicht
lange vergangenen Zeit, welche wohl mit der Steppenperiode von Nord-China
zusammenfallen kann, eine durch die Tshusan- und Sattel-Inseln, Quelpart, den
Goto-Archipel und Tshushima noch jetzt bezeichnete Gebirgsbarrière, wenn auch
wahrscheinlich mit manchen Unterbrechungen, welche den Gewässern des Yangtszé
einen Ausweg gestatteten, sich von China gegen Korea und Kiushiu hin ausdehnte,
und dass auch die seit der ältesten Zeit zusammengehörenden, von West-Shantung
tektonisch getrennten Gebirgsländer von Ost-Shantung und Liautung höher auf-
ragten als gegenwärtig. Es muss dahingestellt bleiben, ob nicht die Verbindung
zwischen Formosa und dem südlichen Kiushiu auch zu gleicher Zeit noch eine fort-
laufende Kette entweder insular vom Festland getrennter, oder mit demselben ver-
bundener Gebirge, und damit eine dritte Reihe von Barrièren bildete.
Es ist überall schwer, solche Verticalbewegungen aus jugendlicher Zeit nach-
zuweisen, welche in Folge ihrer Richtung ihre eigenen Spuren der Beobachtung
entziehen. Nur eine umständliche Argumentation vermag ihre Wahrscheinlichkeit
darzuthun. In unserem Fall ergänzen sich die Folgerungen, welche sich einerseits
aus dem Vorhandensein eines trockenen Steppenklima's und andererseits aus den
auf Verticalbewegungen der Gebirge deutenden Thatsachen entnehmen lassen. Wir
dürfen annehmen, dass im Südosten gelegene Gebirge die feuchten Winde aus-
schlossen, und dass der Raum zwischen der Liau-Spalte und der Westgrenze des
Bruchbeckens der Grossen Ebene höher lag als gegenwärtig.
Ost-Shantung und Liautung erhielten noch reichlichere Niederschläge. An
Stelle des Löss finden wir in Liautung Torfmoore, welche auf Waldvegetation deuten.
Jenseits beider lag die Steppe, und zwar zunächst der die Grosse Ebene über-
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