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0801 China : vol.2
China : vol.2 / Page 801 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Grossen Ebene in grösseren Theilen zerstört und im Verein mit dem Meer ein
flaches Küstenland angesetzt.

4. Verhältniss des Nördlichen China zu anderen Erdräumen nach
dem Gesichtspunkt der äusserlichen Bedeckung.

Wenn bei der Vergleichung von Erdräumen unter einander, abgesehen von
ihrer relativen Lage zu Polen und Aequator und ihrer Entfernung von den Küsten,
sowie ihrer Erhebung über dem Meer und ihren gegenwärtigen klimatischen
Bedingungen, die Formen der Plastik und der innere Gebirgsbau maassgebend zu
sein pflegen, so zeigt es sich doch bei der Betrachtung des nördlichen China,
dass ein wesentlicher Factor seines Gesammtcharakters, nämlich die Bedeckung
mit Löss, ausserhalb des Bereiches der genannten Gesichtspunkte liegt. Die jetzige
Ausdehnung der Lössdecke und die Grenzen, innerhalb welcher sie von Wasser
durchrissen ist, stehen in keinem Zusammenhang mit innerem und äusserem Gebirgs-
bau und sind unabhängig von der Ausbreitung der Meere und den klimatischen
Bedingungen in der Gegenwart. Und doch ist dieser Factor am meisten bestimmend
für die Physiognomik des Landes. Er liegt in erster Linie dem Gesammtunter-
schied des nördlichen China, einerseits von den Südprovinzen, andererseits von dem
centralen Asien, zu Grunde. Bei der Vergleichung mit Japan oder den Amur-
ländern tritt er scharf hervor. Dagegen bringt er in die gleiche Kategorie mit dem
nördlichen China weit entlegene und unter einander sehr verschiedenartige Länder,
wie die Thalgebiete des oberen Indus und des tibetischen Yaru-dzang-bo, die
Gegenden um Samarkand und Bokhara, die bulgarischen Nordabdachungen des
Balkan bis in die Dobrudscha, die Pampas des La Plata und die Prairies am
Missouri und seinen rechten Zuflüssen.

Worin der gemeinsame Charakter dieser Länder an und für sich begründet ist,
haben wir im ersten Band ausführlich betrachtet. Wir werden aber die erhaltenen
Resultate in vollkommener Weise zu geographischer Vergleichung verwerthen
können, wenn wir uns der fundamentalen Unterschiede der durch die genannte Art
äusserer Bedeckung charakterisirten Erdräume von solchen, welche vom inneren
Bau unabhängige Bekleidungen anderer Art tragen, bewusst werden. Der Gegen-
stand ist zu umfassend, um ihn an dieser Stelle eingehend zu behandeln; aber
auch die flüchtige Hervorhebung einiger leitender Gesichtspunkte dürfte dazu bei-
tragen, die Kategorie derjenigen Erdräume, für welche das nördliche China als ein
kaum übertroffener Prototyp gelten kann, schärfer zu präcisiren. Den Ausgangspunkt
unserer Betrachtung bildet die Herkunft des Lössmaterials, oder, was damit
gleichbedeutend ist, der äolisch zugeführten feinerdigen Massen, welche die Becken
der Steppenländer erfüllen. Denn es ist selbstverständlich, dass, gerade wie bei
Erosion und Ablagerung durch fliessendes Wasser, diejenigen Gegenden, von denen
das Material entführt wurde, die umgekehrte Umwandlung erfahren mussten, als
diejenigen, auf denen es niedergeschlagen worden ist.