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0803 China : vol.2
China : vol.2 / Page 803 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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gewissen Tiefe wird die Grenze der intensiven Zersetzung erreicht; man kommt
auf festes Gestein, wenn auch die Verwitterung an Klufträndern in grossere Tiefe
fortschreitet. Da aber verschiedene Gesteine der Zerstörung in sehr verschiedenem
Grad unterliegen, so muss die Fläche, welche die zersetzten Massen von den unzer-
setzten trennt¹), in Gegenden von zusammengesetztem geologischem Bau eine
ausserordentlich unregelmässige Gestalt haben. Könnte man sich die umgewan-
delten Massen abgehoben denken, so würde die dadurch erhaltene Oberfläche des
frischen Gesteins eine merkwürdige, mit der Härte der einzelnen Gesteine in
keinem ursächlichen Zusammenhang stehende Gestalt darbieten. Die in Hügeln
und Bergrücken aufragenden Theile der Landschaft würden aus Gesteinen bestehen,
welche den Angriffen der Kohlensäure am meisten Widerstand leisten, also eben-
sowohl aus weichen Thonschiefern und Glimmerschiefern, als aus harten Quarziten,
während sich an der Stelle der besonders auflösungs- und angriffsfähigen Gesteine
Vertiefungen der Oberfläche befinden würden. Wir würden also nicht diejenigen
Formen finden, welche, wie die Thalsysteme, durch Erosion geschaffen werden,
sondern vielmehr unregelmässig gestaltete Depressionen, oft ohne Zusammenhang
unter einander. Dort wo nachgiebigeres Gestein zwischen Gangmassen von wider-
standsfähigerem gelegen war, würden Vertiefungen bestehen, während umgekehrt
die Gänge gewisser Gesteine stärker verwittern könnten als ihre Umgebungen,
und nach der Freilegung an Stelle derselben enge Einschnitte vorhanden sein wür-
den. Ebenso würden schmale Furchen dort erscheinen, wo die Zersetzung entlang
einer Kluft mit besonderer Intensität stattgefunden hätte.

Die säculare Zersetzung schreitet gegenwärtig besonders in Waldgegenden, in
denen das Wasser die Producte derselben nicht hinwegzuführen vermag, stetig nach
der Tiefe fort. Es liegen darüber zahlreiche Beobachtungen, hauptsächlich aus den
Tropen, vor.

Pumpelly macht auf zweierlei Agentien aufmerksam, welche die Producte der
säcularen Zersetzung hinwegzuführen vermögen.

Das eine von ihnen sind die Niederungsgletscher der Eiszeit, das andere die
atmosphärischen Strömungen. In scharfsinniger Weise wird ausgeführt, wie während
der Eiszeit die mittlere Jahrestemperatur in flacheren oder hügeligen Gegenden, schon
ehe sie von Gletschern erreicht wurden, unter den Gefrierpunkt sank, und bei dem
Vorrücken Jener das von Wasser durchtränkte Zersetzungsland bereits eine einzige
Eismasse bildete, welche nun mit dem Gletscher verwuchs und sich, wenn auch
langsam, mit ihm vorwärts schob. Es wird dann weiter gezeigt, wie sich durch
diesen Vorgang die vollständige Freilegung des unzersetzten Gesteins in den vor-
mals vergletscherten Ländern, insbesondere im Britischen America, in Schottland,
Lappland, Finnland u. s. w., und die Anhäufung ungeheurer Massen von Grund-
moränen weit befriedigender erklären lasse, als vermöge der häufig angenommenen
mechanischen Abrasion durch das Gletschereis selbst. Eine an Beweis grenzende