National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
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Stütze erhält die Theorie durch den Umstand, dass, sowie man die südlichen Grenzen
der ehemaligen Vergletscherung erreicht, das Gestein nicht mehr blossgelegt, son-
dern von der Oberfläche bis in grosse Tiefen hinab zersetzt ist; so z. B. in Penn-
sylvania, Maryland, Virginia und Missouri.
Während in diesem Fall das Eis die Kraft für die Fortschaffung des aufge-
lockerten Materials gab, fehlt dieses Agens in der Mongolei. Und doch fand Pum-
pelly hier die von ihrer Verwitterungsdecke vollständig entblössten festen Felsmassen
ganz in der durch seine Deduction geforderten Weise die Oberflächenformen bildend.
Es muss also die Fortführung des zersetzten Materials durch eine andere, in grosser
Allgemeinheit wirkende Kraft geschehen sein. Im ersten Fall war sie durch das
feuchte Klima geschaffen, hier war sie umgekehrt eine Folge grosser Trockenheit.
Die Vegetation verdorrte, der Boden war der Einwirkung der Atmosphäre preis-
gegeben. Die Winde entführten den Staub, lagerten den Sand durch vorherrschende
Bewegung nach einer Richtung um, und liessen die groben Stücke zurück. So
entstanden dort vielgestaltige abflusslose Becken, deren Formen ursprünglich durch
die Zersetzungsfähigkeit der Gesteine bestimmt wurden, während der Wind ihre
Ausräumung ausführte, soweit sie stattgefunden hat.
In der That ist uns hierdurch eine neue, sehr bedeutende und neben den schon
erwähnten wahrscheinlich vollkommen ausreichende Quelle für die Steppengebilde
gegeben. Wir haben in Central-Asien, abgesehen von den hoch aufragenden,
peripherisch sich verhaltenden Gebirgen, als vorherrschende Bodenformen: starre
Felshügel mit nackten Steilrändern; gerundete Gebirge, welche in ihren eigenen groben
Schutt gehüllt sind; die Steinsteppe, welche mit harten, durch Winderosion
geglätteten und gerundeten Steinen bedeckt ist und bei einiger Feuchtigkeit durch
Festhalten feineren Bodens etwas Vegetation trägt; die Sandwüste; und die Löss-
steppe. Es existiren also neben einander, über grössere Erdräume vertheilt, die
aus der Saigerung der säcularen Verwitterungsdecke hervorgehenden Producte, ganz
wie wir es auf deductivem Wege erwarten würden.
Eintheilung der Erdräume nach den gestaltenden Wirkungen
der säcularen Zersetzung und der Umlagerung ihrer Producte auf
dem Boden der Festländer. — Die Vorgänge, auf welche Pumpelly die
Aufmerksamkeit gelenkt hat, geben unmittelbar Aufschluss über die Entstehungsart
einiger Kategorien von Erdräumen, nämlich der Regionen, in welchen die säculare
Verwitterung ungehindert fortschreitet, derjenigen, welche durch Eis oder durch
Wind von den Producten derselben entblösst wurden; und endlich derjenigen, in
welchen die letzteren durch äolische Umlagerung angehäuft wurden. Indem wir
auf der gewonnenen Basis fortbauen, gelangen wir zu einer erweiterten Eintheilung.
Wir beschränken uns hier auf diejenigen Arten von Länderräumen, welche unter
dem in der Ueberschrift genannten genetischen Gesichtspunkt bei grossem Ueber-
blick in individualisirter Gestalt hervortreten. Ein Eingehen in Einzelheiten würde
zu einer reicheren Gliederung führen. Wir können im Allgemeinen unterscheiden:
1. Regionen fortdauernder Denudation. Dies sind solche Erdräume,
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