国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0811 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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stellung der Unterlage der sinischen Schichten erwähnten Thatsachen beweisen dies
deutlich.
Es ist in solchen Fällen klar, dass die betreffenden Sedimentformationen nach
der Zeit ihrer Ablagerung zu Gebirgen aufgestaut waren, und dass diese Fest-
land bildeten; denn am Meeresgrund konnte die Denudation nicht geschehen.
Es ging also jeder Periode der Transgression eine ungeheure Abschleifung des
zur Zeit bestehenden Festlandes voran, und zwar in Gestalt einer Fläche, welche die
Tendenz hat, sich der welligen Ebene möglichst zu nähern, wiewohl dies in mehr oder
weniger unvollkommener Weise erreicht wird. Wenn wir die Agentien untersuchen,
welche einen so ausserordentlich grossen Betrag der Abtragung hervorzubringen
und Denudationsflächen von der beschriebenen Gestalt zu schaffen vermögen, so
sind diejenigen, welche in den atmosphärischen Wirkungen der Verwitterung und
in der mechanischen Kraft der fliessenden Gewässer gegeben sind, völlig unzu-
reichend. Wo die ersteren allein thätig sind, bringen sie, wie wir gesehen haben,
eine Zersetzung des Bodens hervor, deren Eingreifen nach der Tiefe erstens von
klimatischen Factoren, dann von der Gestalt der Oberfläche, und drittens von der
Natur der Gesteine abhängt. Es werden dadurch die Unebenheiten der Grenzfläche
des Festen gegen das zersetzte Gestein keineswegs vermindert, sondern bedeutend ver-
mehrt ¹). Wenn dann solche Agentien zur Wirkung kommen, welche diese Verwitte-
rungsdecke abzutragen im Stande sind, so tritt die Gestalt dieser zuweilen äusserst
unebenen Fläche hervor. Ebenso wenig vermag fliessendes Wasser grosse, hoch-
gebirgige Länderstriche in Gestalt von ebenen Flächen zu denudiren. Die Grund-
form seiner Erosion ist die Rinne. Anfangs ist es bestrebt, die Canäle zu vertiefen
und die Unebenheit in seitlicher Richtung zu vermehren. Erst wenn dies bis
zu gewissem Grad erreicht ist, hat es die Tendenz, die Rinnen zu erweitern, das
Gefäll auszuebnen, die Seitenwände zu zerstören und, in weiterer Folge, die Böden
benachbarter Rinnen durch Fortschaffung des trennenden Rückens mit einander zu
verbinden. Dieses Ziel wird aber nur stellenweise und in verschwindend kleinem
Maass erreicht. Die Niveauveränderungen zwischen Land und Meer wirken ihm
fortdauernd entgegen.
Das Abhobeln eines ausgedehnten hochgebirgigen Landes in einer der Ebene
sich nähernden Fläche wird also durch die einzelne oder vereinigte Wirkung der
Agentien des Festlandes niemals eintreten und ein unerreichbares Endziel von deren
Thätigkeit bleiben. Weder die atmosphärischen Kräfte, noch fliessende Gewässer,
noch Eis vermögen jemals jenes Endresultat in grossem Maassstab herbeizuführen.
Unter allen mechanisch zerstörenden Agentien gibt es ein einziges, welches
die regionale Abrasion im weitgreifendsten Maass hervorzubringen vermag. Wir
haben es oben bei Beschreibung einzelner Fälle angedeutet. Es ist die Wirkung
der gegen das Innere eines Continentes vorschreitenden Brandungswelle. Um ihre
mögliche Arbeitsleistung zu untersuchen, schicken wir eine elementare Betrachtung
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