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0819 China : vol.2
China : vol.2 / Page 819 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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setzt daher viel langsamere Senkung, oder intensivere Brandung voraus, als eine
andere in thonigem Sandstein.

Wo weichere und härtere Gesteine wechseln, da dringt das Meer in dem Be-
reich der ersteren schneller vor und bildet Buchten, während die festeren Felsen
in Folge der an ihnen langsamer sich vollziehenden Arbeit als Vorsprünge übrig
bleiben und im weiteren Verlauf als Inseln abgetrennt werden. Bei wachsender
Senkung werden sie zu Riffen verkleinert; und wenn jene ganz allmälig fortschreitet,
so müssen sie nach ihrer völligen Versenkung unter das Meer die Gestalt von
flachgerundeten Kuppen oder breiten Wölbungen besitzen. Inzwischen ist die
Brandungswelle weiter landeinwärts zerstörend vorgeschritten und hat neue Inseln
und Vorsprünge losgelöst. An diesen behält die Abrasionsfläche eine steilere Nei-
gung, während sie in den Buchten, also im Bereich des weicheren Gesteins, sanft
abfällt und ausserdem mit Sand bedeckt wird.

An sturmmumwogten Senkungsküsten von zusammengesetztem geologischem Bau
sind diese Erscheinungen deutlich wahrzunehmen; wie z. B. an denjenigen des
südlichen China, des nordwestlichen Frankreich, und an denen von Grossbritanien.
Besetzung der Küsten mit klippigen Inseln aus krystallinischen Gesteinen wird in
der Regel den Beweis dafür geben, dass, trotz mancher gegentheiliger Oscillation
in der Gegenwart, Senkung die vorherrschende Bewegung des Landes seit einer
längeren Periode gewesen ist, und die vorschreitende Brandung die Gebirge von
weiten Erdräumen hinweggefegt hat, bis sie an den festen Gesteinen anlangte,
deren Zerstörung eine länger andauernde Arbeit erfordert. Die buchtenreichen,
mit Inseln besetzten Gestade von Shantung gaben uns einen Beleg hierfür¹). Man
ist geneigt, sich die Meeressedimente, welche solche Küsten und Inseln umhüllen,
als bis in grosse Tiefe hinabreichend vorzustellen. Wahrscheinlicher ist es, dass
in der Nähe von Senkungsküsten der abradirte Felsboden sich in geringer Tiefe
unter der Ablagerungsdecke befindet. In dem Fall des submarinen Hundertfaden-
plateau's im nordwestlichen Europa lässt sich das allmälige Ansteigen der felsigen
Abrasionsfläche gegen die Küsten, an denen ihre Fortbildung gegenwärtig statt-
findet, mit Sicherheit annehmen.

Wirkungen vormaliger Abrasion. Die grosse Lücke, welche dadurch
entsteht, dass wir die unter das Meer hinabgesenkten und mit Sand bedeckten
Theile der Abrasionsfelder nicht beobachten können, und selbst in so deutlichen
Fällen, wie den zuletzt erwähnten, auf Wahrscheinlichkeitsschlüsse angewiesen sind,
wird ausgefüllt durch das Gebiet von Thatsachen, welches uns durch die
orographische und geologische Beobachtung zugänglich ist.

a. Abrasionsplateau's. Die erste Gruppe von Thatsachen beruht auf
der äusseren Gestalt gewisser Erdräume, deren Oberflächenform in keiner, oder
doch nur in einer entfernten Beziehung zum inneren Bau steht. Wir haben im
Vorhergehenden ein aus gefalteten paläozoischen Schichtgesteinen bestehendes