国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0082 |
China : vol.5 |
| 中国 : vol.5 |
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Kouen-lang) sowie bei Kao-Bang¹) im nördlichen Tongking. In Yünnan unter-
lagern Sandsteine in einer Mächtigkeit von 300—500 m die Mosquensiskalke.
Echtes Untercarbon fehlt dagegen im Süden.
DAS UNTERCARBON.
Alle aus neuerer Zeit bekannt gewordenen geologischen und palaeontologischen
Thatsachen deuten darauf hin, dass im Gegensatz zu der positiven Meeres-
bewegung des höheren Devon im Untercarbon ein nur durch weniger bedeutende
gegentheilige Schwankungen theilweise ausgeglichener allgemeiner Rückzug des
Meeres in der nördlichen Halbkugel und in Australien stattgefunden hat.
Nach dem von Ferdinand v. Richthofen gesammelten palaeontologischen
Material stimmt das ostasiatische Carbon vollkommen überein mit der oberen
Zone des mitteleuropäischen Kohlenkalkes. Die mit Kohlenkalklagen wechselnden
Sandsteine und Kohlenflöze von Shantung und Sz'tshwan gehören also zum
Untercarbon, das bei vollständiger Entwickelung durch zwei Zonen, eine obere
mit Productus giganteus und eine untere mit Spirifer tornacensis characterisirt wird.
Die obere Zone ist weit verbreitet; von der unteren sind in Asien nur
einige Vorkommen in Persien sowie in Hocharmenien im Araxesthal an der
Arpatschai-Mündung von mir festgestellt worden.
Die reiche, aus Spiriferen, Productusarten, Korallen und Gastropoden
bestehende Thierwelt der ostchinesischen Kalke stimmt so vollkommen mit der
Küstenfauna des europäischen marinen Untercarbon überein, dass nur die Annahme
eines in breitem Zusammenhange stehenden Oceans diese ausserordentliche Gleich-
artigkeit zu erklären vermag. Und in der That wird die Existenz eines solchen
durch eine Reihe von Kohlenvorkommnissen mit übereinstimmender Fauna
bewiesen, die sich von Asturien, von den Küsten des Atlantischen Oceans über
die Ostalpen, Nordungarn, Nord-Anatolien, Hocharmenien, den Urmiah-See, die
nordöstlichen Gebirgsketten Persiens, den Tienshan, die Mongolei, den Nanshan, den
unteren Yangtszékiang bis Shantung am westlichen Gestade des Stillen Oceans in
fast ununterbrochener Folge vertheilen. Die nördliche und südliche Begrenzung
dieses ungeheuren Mittelmeeres der Steinkohlenzeit lässt sich nur einigermassen in
ihren Hauptzügen feststellen. Jedoch ist der Schluss berechtigt, dass dieses Meer
im Norden sowohl wie im Süden von einem Continent begrenzt wurde.
Die Reconstruction alter Continente ist von positiven und negativen Merk-
malen abhängig. Es ist einerseits das Fehlen mariner Reste aus der betreffenden
Epoche der Erdgeschichte, andererseits das Vorhandensein von landbewohnenden
Pflanzen oder Thieren nothwendig, um den Schluss auf das Vorhandensein einer
Landmasse mit einiger Sicherheit ziehen zu können.
Der Südrand des arktischen Continents verlief von Shantung wahrscheinlich
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