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0251 China : vol.5
中国 : vol.5
China : vol.5 / 251 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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Dieser verschiedenartige Erhaltungszustand der echt fossilen chinesischen
Saugethierreste gibt werthvolle Aufschlüsse über den Charakter der Ablagerungen,
aus welchen Zähne und Knochen stammen.

Diese weissen Zähne mit dem anhaftenden rothen Thon ähneln der Er-
haltungsart und dem umgebenden Gestein von Pikermi in Griechenland. Wir haben
es hier wahrscheinlich mit einem der terra rossa ähnlichen Gebilde der jüngeren
Tertiärzeit zu thun, wohl einem blossen chemischen Zersetzungsproduct der da-
maligen Bodenoberfläche; von echtem Löss unterscheidet sich die Rotherde
dadurch, dass sie durch die chemische Thätigkeit der Atmosphärilien nicht aber
durch aeolische Aufhäufung gebildet ist.

Die dunkel gefärbten Knochen und Zähne, an welchen noch grössere oder
kleinere Partikel eines röthlichgrauen oder rostgelben Sandsteins oder grauer harter
Mergel sitzen, können nach M. Schlosser nur unter Wasser abgelagert sein,
entweder in einem seichten Süsswasserbecken oder an einem Flussknie; denn
diese dunkle Färbung findet sich nur an solchen Knochen und Zähnen, welche
von Cadavern stammen, die unter Wasser verwest sind.

Auch der Charakter dieser beiden Faunen ist durchaus verschieden. Beide
enthalten zwar im Wesentlichen die nämlichen Arten, aber in ganz verschiedenem
Mengungs-Verhältniss. In den Rotherde-Schichten herrschen nämlich
Hipparion, die Rhinoceroten, die Antilopen (mit Ausnahme einer
Gazellenart), die Giraffen und andere grosse Wiederkäuer vor, während Hirsche
und Suiden nur ganz spärlich vertreten sind. Die Quetäschichten sind zum Theil
der Rotherde oder dem Löss ähnlich; Prjewalski hat die Quetäschichten selbst
als Löss bezeichnet. In den sandigen Ablagerungen sind dagegen Hipparion
und Rhinoceroten viel seltener und die Antilopen (mit Ausnahme einer Gazellen-
art) fehlen gänzlich, während die Hauptmasse der hier begrabenen Thierreste
den Hirschen und Suiden angehört.

Diese verschiedenartige Zusammensetzung der Faunen gibt nun auch einen
werthvollen Fingerzeig für die Reconstruction der früheren topographischen Ver-
hältnisse. Die Pferde — Hipparion — die meisten Nashörner und alle Antilopen
sind Bewohner trockener, aber grasreicher, ausgedehnter Ebenen, die Hirsche und
Schweine dagegen Waldthiere; besondere Häufigkeit der Schweine setzt sogar
einen ziemlichen Wasserreichthum oder doch mindestens die weite Verbreitung
von Sümpfen oder feuchten sumpfigen Wäldern voraus. Schlosser folgert daraus,
dass die Ablagerung der weissen Thierreste in Schluchten eines weit aus-
gedehnten Weidelandes¹) die Ablagerung der dunkelfarbigen im Wasser-