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0261 China : vol.5
中国 : vol.5
China : vol.5 / 261 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Formen Licht auf etwaige ungelöste Fragen der jüngsten Vergangenheit zu
werfen.

Ueber das jüngere Quartär Chinas wissen wir — abgesehen von der Ver-
breitung des Lösses und den immerhin vereinzelten Funden von Säugethieren —
wenig, über das Altquartär und das allerjüngste Tertiär etwas mehr.

Mag man den jungtertiären Bildungen etwas höheres oder etwas geringeres
Alter zuschreiben, jedenfalls ist der Gegensatz zwischen der überaus reichen unter-
pliocänen Säugethier-Fauna indischen Gepräges und der gegenwärtig lebenden
Thierwelt sehr scharf und die Lücke der Ueberlieferung hier somit recht bedeutend.
Der Forscher wird also nicht auf die geologischen Anhaltspunkte verzichten
dürfen, die ihm die Untersuchung der lebenden Thierwelt gewährt.

Allerdings ist in einem uralten Culturlande wie China die wildlebende Fauna
noch stärker ausgerottet und zurückgedrängt als in Europa. Wenn bei uns z. B.
die letzten Ueberbleibsel der Wildrinder nur noch unter strengem Schutze in
Bjelowjesch und Chillingham ausdauern, so gilt das in Nordchina sogar für die
grösseren Hirsche. Der langschwänzige David-Hirsch (Elaphurus davidianus
A. M. Edw.) wurde bekanntlich nur noch in dem kaiserlichen Wildpark bei
Peking gehegt, bis bei den Boxer-Unruhen auch diese letzten Reste¹) vernichtet
wurden.

Auch Ferd. v. Richthofen weist in seinen Reisebriefen wiederholt auf
die ungemeine Dürftigkeit der einheimischen Thierwelt hin.

Immerhin sind aus älterer Zeit eine Reihe von Angaben vorhanden²) und
neuerdings durch Einsendungen lebender Thiere an unsere zoologischen Gärten
etwas vervollständigt worden.

Der Unterschied von Nord- und Südchina hat vor allem für die lebende
Thierwelt Gültigkeit.

Die natürliche von Ost nach West streichende Grenzscheide des Tsin-ling
ist auch für die Verbreitung der Thierwelt viel wichtiger als alle übrigen
Gebirgszüge, die vorwiegend von Süd nach Nord oder von SW nach NO streichen.
In Folge dessen enthält der Norden eine nordasiatische Fauna von rein palae-
arktischem Gepräge, während die meridionalen Ketten von Yünnan und Sz'-tshwan
ein ziemlich weites Vordringen indischer (orientalischer) Typen nach N begünstigen.

Süd-China.

Im Süden Chinas ist die überaus nahe Verwandtschaft der Säugethier-
fauna mit Indien in der Gegenwart ebenso ausgeprägt wie im Tertiär und Quartär.