国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0277 |
China : vol.5 |
| 中国 : vol.5 |
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Wesentlich jünger als das Kwenlun-System sind die von Nord nach Süd
streichenden indo-chinesischen Ketten (die sogenannten südlichen Altaiden von
E. Suess). Sie wurden zwar zuerst am Ende des Carbon emporgefaltet, aber noch
stärker durch posttriadische Brüche dislocirt; sie bilden im Süden das beherrschende
Moment des Gebirgsbau und setzen über die keiner natürlichen Scheide entsprechende
Landesgrenze nach Oberbirma und Tongking fort.
Mit dem Jura oder genauer schon mit dem Rhaet beginnt im eigentlichen
China die dauernde Festlandsperiode; nur in den südlich angrenzenden Gebieten,
in Tongking (nach Beobachtungen von Mansuy) und Annam (nach Counillon)
begegnen wir localen Vorstössen des mittel- oder unterliassischen Meeres, das
damals ganz Indonesien bedeckte.
Die Festlandsbildung der Jura-Zeit wird im eigentlichen China durch den
Absatz limnischer Kohlenflöze gekennzeichnet — wie zuerst durch F. v. Richt-
hofen und später durch Beobachtungen verschiedener Forscher festgestellt ist.
Als neu ist dagegen die Beobachtung hervorzuheben, dass bei Yün-yang-
hsien¹) in Sz'-tshwan die Schieferthone und thonigen Sandsteine in der
Umgebung der Kohlenflöze Unionen und Cyrenen aus der nächsten Verwandt-
schaft der westdeutschen Wealdenfauna enthalten. Es kann somit kaum einem
Zweifel unterliegen, dass sich die Bildung der Wealdenkohle und auch der
petrographisch übereinstimmenden Thone und Sandsteine im fernen Osten
wiederholt.
Mittlere und obere Kreide, Alt- und Mitteltertiär entsprechen im eigentlichen
China einer vollständigen Lücke der geologischen Ueberlieferung, die vor allem
im Mitteltertiär durch Gebirgsbewegungen (s. u.) ausgefüllt ist. Die Verbreitung
der altpliocänen und jüngeren Säugethierfauna von Indien bis nach Südchina²)
deutet auf eine geographische Gestaltung der Gebirgsketten und Ebenen hin,
welche mit den heutigen viele Aehnlichkeit besitzt. Die Art der Erhaltung der
Thierreste und der Zusammensetzung der Säugethierwelt lässt sowohl den Rück-
schluss auf weite Steppen wie auf Wald- und Seeenbildung der Pliocänzeit zu.
Aus den südlichsten Theilen des Reiches, aus Kwangtung und besonders
aus Süd-Yunnan liegen neuerdings Beobachtungen über das Vorhandensein jung-
tertiärer Lignite und Braunkohlen vor, die den aus der Beobachtung der Säuge-
thiere abgeleiteten Rückschluss auf continentale Seeenbildungen bestätigen.
B. Skizze des Gebirgsbaus China's.
Die vier Perioden der Gebirgsfaltung stehen in engem Zusammenhang
mit den Aenderungen der Grenzen von Land und Meer sowie der Entstehung
der Kohlen.
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