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0220 China : vol.5
China : vol.5 / Page 220 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Neodyas.

Productives Steinkohlengebirge mit marinen Schichten
dyadischen Alters von Nanking am Yangtszé, Provinz Kiangsu.

Ein Horizont, welcher im Alter zwischen den obercarbonischen Schichten
und der später zu besprechenden jüngeren Dyas steht, wurde von Richthofen
auf einer seiner ersten Excursionen zwischen Tshönn-kiang und Nanking am
Unterlauf des Yangtszé in der Küstenprovinz Kiangsu entdeckt. In den zwischen
den Steinkohlenflozen auftretenden schiefrigen Lagen finden sich die kalkigen
Schalen von Producten und anderen Brachiopoden sowie schneeweisse Gerüste
von Bryozoen in grosser Zahl. Von der ziemlich artenarmen aber individuen-
reichen Fauna sind die drei häufigsten Arten aus den dyadischen Productus-
Kalken der indischen Salzkette beschrieben worden. Der grobgerippte bei Nanking
sehr häufige Productus sino-indicus n. sp. kennzeichnet den oberen Productuskalk,
Productus lineatus (Waagen l. c. t. 66) und Lonsdaleia salinaria (Waagen l. c.
t. 119) sind wichtige Formen der mittleren Productusschichten.

Während über die Horizontirung des unteren Productuskalkes Meinungs-
verschiedenheiten bestehen, wird die mittlere Abtheilung der indischen Schichten-
folge so gut wie allgemein dem höheren Rothliegenden und unteren Zechstein
gleich gestellt, die obere bereits mit dem oberen Zechstein verglichen. Demnach
gehören auch die Steinkohlenlager von Nan-king und Tshönn-kiang der
älteren Dyas an.

Auch die Altersstellung der Kohlenschichten von Lo-ping (Prov. Kiangsi)
hat F. v. Richthofen mit sicherem Blick auf Grund der allgemeinen geologischen
Verhältnisse und des Charakters der Thierwelt als dyadisch gedeutet. Die un-
richtige Bestimmung als Obercarbon hat die richtige Erkenntniss des jüngeren
Palaeozoicums Chinas wesentlich verzögert.

Die marine Fauna der mittleren Dyas zeigt bei Lo-ping keine wesentlichen
Unterschiede von der allgemeinen asiatischen Entwickelung. Als specifisch alt-
dyadisch ist nur — abgesehen von einzelnen Species — das Auftreten der
Lyttonieen und Richthofenieen anzusehen. Dagegen verweist die grosse Mehrzahl
der übrigen Arten von Lo-ping auf die oberen (eigentlichen) Djulfakalke mit
Otoceras djulfense und den älteren Zechstein Europas. Es wurde schon betont,
dass auch die Verschiedenheit der Gesteine bei Lo-ping auf die Wahrscheinlichkeit
des Vorhandenseins verschiedener Horizonte hinweist. Die übrigen verhältniss-
mässig zahlreichen Vorkommen beherbergen nur Faunenfragmente oder sind, wie
die Barus und Zewar beds in Kaschmir ebenfalls nur mit bedingter Sicherheit
zu horizontiren.

Den dyadischen Charakter vertreten in der Fauna der Barusschichten von
Kaschmir Spirifer aff. subradiato (Martiniopis auct. Leth. pal. t. 57c f. 4), Eumetria
cf. grandicosta Dav., Lyttonia und Camarophoria cf. Purdoni Dav. (t 47b f. 11 u 14),
während andere Arten wie Spirifer musakheilensis und Keilhavi v. B. (= Rajah