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0239 China : vol.5
China : vol.5 / Page 239 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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b. Die mittlere Trias.

Der Muschelkalk besitzt innerhalb der Indo-Chinesischen Provinz im Himalaya
eine weite Verbreitung; aus der chinesischen Region kennen wir zum mindesten
zwei gut beglaubigte Vorkommen, und in der Japono-Sibirischen Region finden
wir Muschelkalk im Ussuri-Gebiet und an der Olenekmündung. Ueberall, wo im
Muschelkalk eine reine Kalkfacies auftritt, ist sie durch Cephalopoden charakterisirt
(Ismid, Himalaya, Tongking, Olenekmündung). Dagegen ist die Mergelfacies stets
mit einer Pelecypodenfauna verbunden (Yünnan, Kwei-tshöu).

c. Die obere Mitteltrias und Obertrias.

Die obere Mitteltrias hat weitaus die grösste Verbreitung innerhalb Asiens.
Wir begegnen ihr bei Balia-maaden (Mysien), in Beludchistan, Afghanistan, Russisch
Turkestan, im Pamir und im Himalaya im weitesten Sinne des Wortes; ferner in
Birma und in Tongking; dagegen ist sie noch nicht in China selbst sicher nach-
gewiesen. In der Japano-Sibirischen Provinz finden wir die obere Mittel-Trias auf
Japan, am Ochotskischen Meerbusen und bei Werehojansk, und schliesslich innerhalb
der Austral-Asiatischen Provinz ganz ausschliesslich auf Sumatra, Borneo, Rotti und
Timor. Die obere Mittel-Trias verbreitet sich also über ein Areal, das so ziemlich
die Hälfte der Erdkugel einnimmt. Im Gegensatz hierzu ist die eigentliche, sicher
gekennzeichnete Obertrias auf den Himalaya und die angrenzenden Gebiete
(Afghanistan, Beludschistan) beschränkt; ihre anderweitige Verbreitung (Kwalu-
Sandstein auf Sumatra) ist palaeontologisch nicht gesichert.

Die Stellung der circumpacifischen Pseudomonotis-Schichten ist ebenfalls sicher
obertriadisch. Am Beginn der Trias war die Vertheilung von Wasser und Land
in Asien etwa die folgende: Im Süden dehnte sich noch das grosse Gondwana-
land aus. Die Indo-Chinesische Meeresprovinz bildete einen Meeresarm, dessen
Längsachse ungefähr Nordwest-Südost gerichtet war, und der ungefähr die Länge
des Mittelmeeres bei doppelter Breite besass. Die Südküste erstreckte sich zwischen
dem 30ten und 20ten Breitengrad vom 70ten bis zum 100ten Längengrad. Die
Nordküste verlief wahrscheinlich im Grossen und Ganzen parallel zu der Südküste,
dürfte aber ausgedehnter gewesen sein als jene. Die Nordküste verlief in ost-
südöstlicher Richtung, zwischen dem 80ten und 130ten Längengrad. Es ist ferner
anzunehmen, dass die Nordküste von Gondwanaland in der Gegend des heutigen
nördlichen Siams eine scharfe Umbiegung nach Süden machte. Wir können also
die Indo-Chinesische Provinz als einen Arm des damaligen pazifischen Weltmeeres
auffassen, das von Osten her bis in das Herz Centralasiens eingriff.

Die Ostküste des nördlichen Continentes fiel etwa mit dem 130ten Längen-
grad zusammen, bog aber im Norden etwas gegen Westen aus; entlang dieser
Küste wurden die Ablagerungen der Japano-Sibirischen Provinz abgesetzt. Noetling
nahm eine Trennung der indochinesischen und westasiatischen Meere an, die erst
in der Mitte der Trias durchbrochen wurde. Nun beweisen allerdings alle neueren