National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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JUNGTERTIÄR — QUARTÄR.
PLIOCAENE UND QUARTAERE.
SÄUGETHIERE AUS CHINA.
a. Das Vorkommen.
Die fossilen Säugethiere Chinas sind zuerst nach F. v. RICHTHOFEN's Sammlungen
von E. KOKEN, später von MAX SCHLOSSER¹) bearbeitet worden. Das von Letzterem
beschriebene, in dem Münchener palaeontologischen Museum aufbewahrte Material
wurde von Dr. K. HABERER in Shanghai, Tientsin, Itshang und Peking mit grosser
Sachkenntniss zusammengebracht.
Alle Zähne und Knochen stammen aus chinesischen Droguen-Handlungen
und Apotheken, wo sie mit fossilen Krabben, palaeozoischen Brachiopoden und
anderen Curiositäten einen wesentlichen Bestandtheil der Pharmakopöe ausmachen.
Drachenzähne (Lung-tshi) und Drachenknochen (Lung-ku) sind nichts Anderes als
Zähne und Knochen fossiler Säugethiere, deren Fundorte früher nur ausnahms-
weise, neuerdings durch Dr. TAFEL aber in grösserer Ausdehnung bekannt ge-
worden sind.
Als Curiosum sei über die »Heilwirkung« der Drachenzähne das folgende
Citat aus der neu bearbeiteten Ausgabe der chinesischen Medizinkunde (1730)
nach der Uebersetzung von WILZER citirt:
»Drachenzähne haben einen säuerlichen, jedoch wenig ausgeprägten Geschmack.
Ihre Wirkung erstreckt sich hauptsächlich auf Herz und Nieren. Auch heilen sie
epileptische Anfälle von Erwachsenen und den Veitstanz der Kinder. Die Zu-
bereitung und Anwendung ist dieselbe wie bei den Drachenknochen.«
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