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0284 China : vol.5
中国 : vol.5
China : vol.5 / 284 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Die grosse, den Zeitraum von der Kreide bis zum Miocaen umfassende Lücke
der geologisch-palaeontologischen Ueberlieferung endet mit dem unteren Pliocaen.

Der Reichthum der von Köken und Schlosser beschriebenen Säugethier-
fauna ermöglicht einen directen Rückschluss auf eine ununterbrochene Landverbindung
mit Indien. D. h. es waren zur Pliocaenzeit etwa dieselben Oberflächenformen wie
heute vorhanden, die ebenfalls eine weite Verbreitung der indischen Thierwelt
nach Norden ermöglichten (s. unten).

Auch in den verschiedenen Abschnitten der Quartärperioden stand der Ein-
wanderung nordischer Formen nach Süden der Tsinling-shan als Hinderniss ent-
gegen. Das Mammut drang zwar während der Eiszeit bis Tshili, das wollhaarige
Rhinoceros sogar bis an den Yangtszé vor; aber dieser vereinzelte Vorposten einer
nordischen Thierwelt ist offenbar im Osten um den Tsinling-shan herum gewandert,
während dieses Hinderniss eine ungehinderte südwärts gerichtete Ausbreitung der
Kälte und dem Nahrungsmangel entfliehenden Thiere unmöglich machte.
Wären dagegen in der jüngsten geologischen Vergangenheit — wie die Geologen
der Carnegie-Expedition annehmen — in China gewaltige tektonische Veränderungen
erfolgt, so wäre die ungleichmässige Verbreitung der quartären nordischen Thier-
welt in Nordchina und andererseits das Vordringen der tertiären und lebenden
indischen Fauna nach dem Süden und der Mitte des Landes ein ungelöstes Räthsel.

Wenn sich also die jungtertiären und quartären Gebirgsbewegungen auf
posthume Erscheinungen beschränken, so ist das Alter der letzten grossen Faltung
des Kwenlun-Systems, der südchinesischen Ketten und des Zerrungsbruches, (der
grossen geologischen Grundlinie Ostasiens) desto schwerer bestimmbar.

Directe Anhaltspunkte für die Datirung der Gebirgsbildung sind in China
nicht allzu reichlich vorhanden ¹). Man kann nur für die centralasiatischen Gebirge
das Vorhandensein von Gebirgen während der mesozoischen Aera annehmen. In
den Darwas-Ketten ist z. B. die Kreide auf den NW-Abhängen beschränkt und
ebenso hinterliess das Vordringen des Eocaen-Meeres mit Gryphaea Kaufmanni in
Turkestan in den Darwasketten die mächtigen und bezeichnenden Conglomerat-
bildungen.

Die wohl durch tektonische Bewegung erfolgte Trockenlegung des Tarim-
beckens dürfte also dem Mitteltertiär — etwa dem Oligocaen — angehören; auch
weiter westlich in Darwas ist eine sehr intensive mitteltertiäre Faltung und eine
Bruchperiode zu unterscheiden, die der Grenze von Tertiär und Quartär
angehört.

Auch in Südchina selbst deutet die ungehinderte Verbreitung der altpliocanen
Säugethiere von Indien nach Norden auf Dislocationen hin, die sicher im Mittel-
tertiär ihren Abschluss gefunden haben.

Vier Hauptelemente beherrschen also den Gebirgsbau des eigentlichen
China: