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0288 China : vol.5
China : vol.5 / Page 288 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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(Centralasien) herrschenden Gebirgselemente in einander. Trotzdem sind die
Grundzüge der Entwickelung eines Landes, das schon am Ende der Trias end-
giltig Festland wird, einfacher als in irgend einem Theile Europas.

Die Einfachheit und Grosszügigkeit der Vorgeschichte der älteren central-
asiatischen Ketten wird am besten durch die Thatsache erläutert, dass von Hoch-
armenien bis Südchina die Schichtenfolge vom Devon bis zur Untertrias die
gleichen Grundzüge aufweist.

D. Die Steinkohlen Chinas.

Bild 1 zeigt eine chinesische Kohlengrube im Fangshandistrict, in welcher
etwa 100 Arbeiter beschäftigt werden. Die Leute bringen hier die Kohle auf
hölzernen Förderschlitten aus einer in Wellenlinien angeblich über einen Kilometer
weit in den Berg hineingehenden, einfallenden Tagesstrecke heraus. Die Wetter-
führung erfolgt durch einen senkrecht vom Bergrücken heruntergebrachten Wetter-
schacht. Die Tagesstrecke mündet (auf der rechten Seite des Bildes) in einen
niedrigen geschlossenen Holzschuppen, in welchem dauernd ein Kohlenfeuer brennt.
Junghann schätzte die Production der Grube auf etwa 30 Tonnen täglich. Kleinere
Chinesengruben, welche 5—10 Arbeiter beschäftigen, giebt es in der Nachbarschaft
zu Hunderten. Die Kohle dieses Bergbaugebietes geht nach Peking, Tientsin,
Kalgan, Poatingfu, Kaifongfu und Hankau. Im Frühjahr 1908 wurden von hier
auf der Luhanbahn täglich etwa 1200 Tonnen Kohlen verladen; ausserdem wurden
etwa noch 250 Tonnen täglich mit Kamelen verschickt.

Bild 2 zeigt eine Kohlengrube im Tshing-tshing-Bezirk. Hier ist ein Schacht
durch den Löss in einzelnen 20 m tiefen Absätzen bis auf 80 m niedergebracht.
Ueber Tag und auf jedem Absatz unter Tag steht eine von 6 Mann bediente
Handhaspel. Die Kohle wird etappenweise zu Tage gefördert, und zwar mit
150 Arbeitern rund 40 Tonnen täglich, die mit Maulthierkarawanen in die nähere
Umgebung verschickt werden.

Die wichtigsten bauwürdigen Vorkommen der chinesischen Schichtenfolge
sind die Steinkohlen, deren genauere Untersuchung eines der Hauptziele der
Reisen Ferd. von Richthofen's gebildet hat.

Ueber die Mächtigkeit und Ausdehnung des Shansi-Kohlenfeldes, des
wichtigsten aller Vorkommen, sind neuerdings Nachrichten zu uns gelangt, die
von den Folgerungen F. von Richthofen's etwas abweichen. Doch scheint es
sich mehr um Rentabilitätsberechnungen als um die eigentliche geologische Er-
forschung der Mächtigkeit und Verbreitung der Flöze zu handeln. Wenn die erstere
nur durch erneute genauere Aufnahmen nachgeprüft werden können, ist die Alters-
bestimmung der verschiedenen Vorkommen lediglich auf palaeontologischem Wege
zu erreichen.

Hiernach kann es keinem Zweifel unterliegen, dass die wichtigste und ver-
breitetste Steinkohlenformation Chinas im Alter der Dyas gleichsteht.