National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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auf den Abbau und sodann im Hinblick auf die Qualität zu beantworten. Das
wichtigste Gebiet ist Shansi.
1. Diese wichtigste Provinz Shansi ist bergbaulich kaum erschlossen;
2. Shansi besitzt nach v. Richthofen 630 Milliarden Tonnen Anthracit,
d. h. das hochwerthigste Material und ausserdem noch ebensoviel bituminöse
oder Fettkohle == 1260 Milliarden zusammen.
Die 1923 Milliarden Kohle, welche nach der Berechnung und U. S. Survey
ganz Nordamerika besitzt, umfassen dagegen alles Mögliche, auch Braunkohle;
die Menge beträgt nach einer anderen Schätzung (von Campbell und Parker)
etwas weniger, d. h. 1382,7 Milliarden. Der hochwerthige Anthracit ist dagegen nur
in Pennsylvania vorhanden, aber sehr bald, vielleicht schon in 60—80 Jahren, erschöpft.
Ausserdem ist Shansi zwar das reichste, aber durchaus nicht das einzige
Kohlenrevier Chinas. Wahrscheinlich setzen z. B. die Anthracite von Shansi in
das westlich angrenzende, unterirdisch aber noch so gut wie ganz unbekannte
Shensi fort. Shensi ist zwar geologisch nicht unbekannt, aber oberflächlich ganz
von Löss eingehüllt, sodass nur Bohrungen über die vorhandenen Kohlen Auf-
schluss geben könnten.
Es ist somit ganz unmöglich, die Kohlenvorräthe von ganz China auch nur
ungefähr abzuschätzen. Aber eine gewaltige Menge weiterer Steinkohlen und
Anthracite ist jedenfalls vorhanden und zu den 1260 Milliarden von Shansi hinzu-
zufügen. Für die Industrie-Entwickelung ist ausserdem der Umstand wichtig, dass
in Shansi Anthracit und Eisen in demselben Schichtencomplex zusammen vor-
kommen. Die geologische Grundlage der Berechnungen Richthofen's ist ausser-
dem kaum zu erschüttern.
Ausblick auf die industrielle Entwickelung Chinas.
Die verhältnissmässig besten Aussichten auf Erfolg haben in China nach
dem Vorstehenden heute unzweifelhaft diejenigen Betriebe, bei welchem sich
chinesisches Unternehmerthum mit abendländischer technischer Leitung vereint.
Die Frage eines rationellen Abbaus der chinesischen Kohlenschätze ist somit
unmittelbar abhängig von einer Lösung der bergrechtlichen und technischen
Probleme auf Grund der europäischen Anschauungen. Eine Massenproduction,
wie sie auf Grund der ausserordentlichen Bodenschätze möglich ist, erscheint nur
unter der Vorbedingung möglich, dass das Bergwerkseigenthum von dieser
Zersplitterung befreit werde — wie es in Shantung schon der Fall ist. Von
gleicher Bedeutung ist die Frage der Vereinbarung mit den örtlichen Behörden
und Grundeigenthümern. Wenn in einem Falle dies Problem schon gelöst ist,
so bieten doch auch die Verhältnisse in Shantung jedenfalls günstige Aussichten
für die Zukunft.
Wichtig und wesentlich ist allerdings die Vorfrage, ob wir wirklich ein
industrielles und culturelles Wiedererwachen Chinas erwarten dürfen,
wie wir es in Japan im Laufe weniger Jahrzehnte erlebt haben.
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