国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
|
|
カラー画像サムネイル -
ページ番号 -
書誌情報(メタデータ) -
キャプション -
カラー画像 -
白黒高解像度画像 -
見開きページ -
グラフィック -
| 0011 |
Baukunst und Landschaft in China : vol.1 |
| 中国の建築と風土 : vol.1 |
引用情報
OCR読み取り結果
gekannt zu haben als Bilder der ruhenden Naturkraft, die nur geweckt zu werden braucht.
Die besten Heilkräuter kommen von den Bergen. Die Toten werden mit Vorliebe an ihren
Hängen bestattet, und die Wohnstätten für die Lebenden, die Städte, sind in gleicher Weise
im Schutz der Berge angelegt.
Die Kraft der Sonne führte den Boden von den Bergen herab in die Ebene und bereitete
dort den fruchtbaren Acker. Sie brauchte dazu als Mittel das Wasser, das durch Verdunstung
aufsteigt, als Wolken die Berge umzieht und als fallender Regen seine Arbeit verrichtet,
um danach spurlos im Weltenmeer unterzugehen. Dem Wasser ist seit den ältesten Zeiten
in China ein hoher Grad von Heiligkeit beigelegt worden, und es ist gepriesen als Vorbild
und Symbol für das menschliche Tun. Sein stetiges, unaufhörliches, oft unmerkliches
Wirken entspricht der chinesischen Ueberzeugung von der langsamen Entwicklung aller
Dinge im Leben des Einzelnen wie des Staates. Aus dieser Erkenntnis heraus prägte Laotze
sein berühmtes Wort Wei wu wei »Wirken ohne zu handeln«. Er wies auf die Demut hin,
die der wirklichen Größe eignet, wie dem Wasser, das sich stets den niedrigsten Platz sucht:
»Zu hausen an den Orten, die alle Menschen meiden, das bringt uns nah dem Tao«.
Konfuzius vergleicht den Laotze mit einem Drachen. Er verstünde es, verborgen im Dunkel
des Wassers zu leben, dann aber wieder aufzutauchen und im Sprunge in die Luft sich zu
erheben als Sinnbild des weithin sichtbaren Ruhmes einer großen Tat.
Mit der Erde, die als Ganzes weiblich gedacht ist, bildet der Himmel, als das männ-
liche Prinzip, das chinesische Weltgebäude. Die Sonne gilt als Verkörperung des Himmels
und als das Hauptgestirn, das durch seine Wärme Leben erweckt aus dem Schoße der
Mutter Erde. Darum wird die Sonne als Spenderin allen Lebens verehrt. In der Anlage
aller Baulichkeiten, der Häuser, Paläste wie der Städte, kommt dies dadurch zum Ausdruck,
daß deren Hauptachsen alle nach Süden, zur Sonne des Mittags, orientiert sind. Selbst dort,
wo Berge, Flüsse oder Straßenzüge eine andere Anordnung erzwingen, klingt meist die
nord-südliche Achsenbeziehung hindurch in den Regierungsgebäuden und Tempeln der
Städte und in den Altären der Wohnungen. Nichts kennzeichnet besser das Bedürfnis nach
Rhythmus und die Macht, die einheitliche, große Gedanken in China haben, als diese Tat-
sache der gemeinschaftlichen Achsenführung der Bauanlagen.
Auf die äußeren Lebensformen hat dieser Baugedanke einen bestimmenden Einfluß
ausgeübt. Selbst im kleinsten Haushalt empfängt der Hausherr mit Würde den Gast an
der Türe und geleitet ihn, der Achse des Gebäudes entlang, zu dem Ehrenplatz am Ende
der Stube, nimmt neben ihm Platz, und beide blicken während der Unterhaltung nach
Süden. Feierlicher sind derartige Empfänge in den Regierungsgebäuden hoher Beamter.
Hier schreitet der Gast durch die lange Flucht der Höfe, durch die weitgeöffneten Pforten
von drei, vier, ja fünf Torbauten bis an das Ende der Achse zur Empfangshalle, in der
mit vollendetem Zeremoniell die feststehende Sitzordnung eingenommen wird. Die Länge
der Achse wird oft ins Ungeheure gesteigert bei den Palästen und Tempeln, in deren
Hauptgebäuden die Götterstatuen oder, wie in den Tempeln des Konfuzius, die Namens-
tafeln nach Süden blicken, und wo die Schar der Priester, Beamten und Laien, die beten
und opfern und ihre Ehrfurcht bezeugen, sich nach Norden wenden muß. Die Toten werden
bestattet mit dem Gesichte nach Süden. Bei den Städten ergeben sich solche langen Achsen
von selbst durch die symmetrische Anlage der Tore und Straßenzüge innerhalb der Rechteck-
form der Stadtmauern. Am eindrucksvollsten ist das in Peking. Die ganze Doppelstadt ist
aufgeteilt entlang einer gewaltigen Achse, die gegen Süden gerichtet ist und an der auch
die Kaiserstadt liegt zu Füßen des fünfgeteilten Kohlenhügels. Von hier aus, vom Kaiser-
throne, glitt der Blick des Kaisers nach Süden über das weite Reich, wenn an seinem
Geburtstage oder zu Neujahr die Beamten und zahlloses Volk in den Tempeln jeder Stadt
und jedes Dorfes ihm Verehrung bewiesen und nach Norden blickten zu ihm, dem
Vertreter des Himmels auf Erden, dem Spiegelbild der Sonne.
VII
1
.
.
.
.
|
.
.
9
10
11
12
13
.
.
|
.
.
.
.
21
.
.
.
.
|
.
.
.
.
31
.
.
.
.
|
.
.
.
.
41
.
.
.
.
|
.
.
.
.
51
.
.
.
.
|
.
.
.
.
61
.
.
.
.
|
.
.
.
.
71
.
.
.
.
|
.
.
.
.
81
.
.
.
.
|
.
.
.
.
91
.
.
.
.
|
.
.
.
.
101
.
.
.
.
|
.
.
.
.
111
.
.
.
.
|
.
.
.
.
121
.
.
.
.
|
.
.
.
.
131
.
.
.
.
|
.
.
.
.
141
.
.
.
.
|
.
.
.
.
151
.
.
.
.
|
.
.
.
.
161
.
.
.
.
|
.
.
.
.
171
.
.
.
.
|
.
.
.
.
181
.
.
.
.
|
.
.
.
.
191
.
.
.
.
|
.
.
.
.
201
.
.
.
.
|
.
.
.
.
211
.
.
.
.
|
.
.
.
.
221
.
.
.
.
|
.
.
.
.
231
.
.
.
.
|
.
.
.
.
241
.
.
.
.
|
.
.
.
.
251
.
.
.
.
|
.
.
.
.
261
.
.
.
.
|
.
.
.
.
271
.
.
.
.
|
.
.
.
.
281
.
.
.
.
|
.
.
.
.
291
.
.
.
.
|
.
.
.
.
301
.
.
.
.
|
.
.
.
.
311
.
.
.
.
|
.
.
.
.
321
.
.
324
Copyright (C) 2003-2026
National Institute of Informatics(国立情報学研究所)
and
The Toyo Bunko(東洋文庫). All Rights Reserved.
本ウェブサイトに掲載するデジタル文化資源の無断転載は固くお断りいたします。