National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0054 |
Bericht über archäologische Arbeiten in Idikutschari und Umgebung im Winter 1902-1903 : vol.1 |
| Report on Archaeological Work in Idikutshari and Surrounds in the Winter 1902-1903 : vol.1 |
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waren geradezu dieselben Kompositionen, wie im Gange von α. Ich kann nicht umhin,
darauf hinzuweisen, welche Bedeutung derartige Entdeckungen für die Rekonstruktion haben.
Was der eine Bau nicht bietet, enthält vielleicht ein anderer und es ist somit mit grosser
Geduld und sorgfältiger Beobachtung möglich, selbst geringe Reste noch sehr nutzbar
zu machen, wenn Stilidentität und Gleichheit des dargestellten Motives einmal erkannt ist.
Der W.-Gang war nach aussen durch eine 1,65 m dicke geringe Mauer abgeschlossen, welche sicher
ebenfalls einst bis vor die Fassade gereicht und wahrscheinlich sich sogar bis zur Ecke
der südlichen Stadtmauer erstreckt, somit den Bau abgeschlossen hat. Diese Westmauer
des Ganzen war nach aussen ebenfalls mit alten Fresken geschmückt gewesen: jetzt sind
darauf zwei paar 1,20 m dicke von O. nach W. laufende Mauern angebaut, welche in der
Mitte einen breiten Raum einschlossen, während die zwei flankierenden Gelasse daneben
kaum mehr wie 1,35—40 m breit waren, — sie waren lang, denn das nördliche Gelaß ist
noch in einer Länge von 5,50 m erhalten!
Den N. von der Cella liegenden Gang, dessen Ostecke völlig zerstört ist, ließ ich
zum Teil freilegen. Dabei fand sich unmittelbar hinter der N.-Wand der Cella ein 1,50 m
breiter, nicht ganz mannshoher Sockel, welcher die ganze Länge der Hinterwand ausfüllte.
Auf diesem Sockel war die überlebensgroße, schön aus Ton geformte, etwas zerstossene
liegende Figur eines ins Nirvāṇa eingehenden Buddha wohl erhalten. Die N.-Mauer des
Ganges war nicht sehr hoch (etwa Mannshöhe) und es ist mir sehr fraglich, ob sie je höher
gewesen ist. Ich glaube nämlich, daß der hintere Gang freigelegen hat, während die Cella
wohl eine stūpaförmige Kuppel als Dach gehabt haben mag, an die sich dann die Gewölbe
rechts und links angeschlossen haben werden.
In der Richtung der N.-Wand der Cella verband eine außerordentlich dicke Wand,
in welche jetzt eine breite Bresche gelegt ist, die von Schuttbergen umgeben ist, die Cella
mit dem abschliessenden Teile der östlichen Stadtmauer. Der unmittelbar S. davon gelegene,
jetzt mit Schutt erfüllte Raum war einstöckig: unten ist er völlig zerstört, allein von der
oberen Etage sieht man noch Zimmerreste an den vorliegenden Teil der Stadtmauer ange-
lehnt. Daran stößt nach S. zu als Mittelstück der an die O.-Stadtmauer angebauten Ge-
bäude ein viereckiger Hof, dessen nördliche trennende Mauer im Schutt verschwunden ist:
in der Mitte dieses Hofes steht ein massiver Pfeiler, 3,35 m ins Geviert groß, und nur
etwas mehr als 1 m von der O.-Stadtmauer entfernt, während der Umgang um denselben
an den anderen drei Seiten je 2,75 m betrug. Ich ließ den mit Schutt ausgefüllten Zwischen-
raum zwischen dem Pfeiler und der Stadtmauer freilegen, wie ich überhaupt im Anfang
bedacht war, derartige verschüttete Winkel zu untersuchen: es wurde aber nichts gefunden.
Auch der Pfeiler selbst wurde angegriffen, was bei der großen Kälte ein sehr schweres
Stück Arbeit war. Etwa das obere Drittel des Pfeilers wurde abgehoben und ein großes
aus zwei übergelegten Hölzern zusammengebundenes Kreuz herausgoholt, das offenbar
dem Bau Festigkeit und bei der Aufmauerung eine gewisse Direktive geben sollte: gefunden
wurde sonst nichts. Die Rückseite des Pfeilers war glattes Mauerwerk; die übrigen drei
Seiten zeigten langgestreckte Mandorlas in Lehm aufgeformt mit Sockelansatz und den
unteren Resten eines Aureols, die Ecke des Pfeilers hatte ein spitzblättriges nach oben
um die Ecke liegendes Ornament, das einst bemalt, vielleicht vergoldet war; etwa auf der
Mitte des Pfeilers, unter diesem Ornament war eine Kerbe in der Ecke. Ob die S.-Mauer
dieses Hofes nach dem nächsten ganz in der Ecke liegenden Hofe, welcher nach W. durch
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