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0167 Bericht über archäologische Arbeiten in Idikutschari und Umgebung im Winter 1902-1903 : vol.1
Report on Archaeological Work in Idikutshari and Surrounds in the Winter 1902-1903 : vol.1
Bericht über archäologische Arbeiten in Idikutschari und Umgebung im Winter 1902-1903 : vol.1 / Page 167 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000190
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heran und hier liegen noch von der Seite her zugängliche Räume. Beginnen wir von
links aus mit der Aufzählung der einzelnen Kammern und Säle. Der linke Seitenflügel
ist nicht zugänglich, denn gleich hinter der Türe ist das dahinterliegende Zimmer mit
Sand gefüllt. Daran nach rechts tritt die Frontmauer etwas zurück: durch eine 2,30 m
breite offene, nach der Front liegende Türe entstehen zwei ungleiche Flügel: einer (links)
ist 4,25 m breit, der rechts nur 3 m. Diese Türe führt in ein Gewölbe A, welches 4,48 m
tief und wie der Eingang 2,30 m breit ist. Die Wände dieser Höhle (Gewölbe) sind mit
prachtvoll gemalten Fruchtbäumen und Blumen geschmückt. Die Bäume und Blumen
sind durchaus naturalistisch, durchaus nicht stilisiert; besonders schön sind die Reben mit
reifen Trauben, welche die Decke schmücken. Weiter nach rechts treffen wir auf einen
breiten Eingang, der durch eine mächtige Bresche vergrößert und durch das herabgestürzte
Dach fast versperrt ist: er führt uns in eine Vorhalle, welche etwa 9,50 m breit und
3,10 m tief ist. Die erhaltene Hälfte der Tormauer hatte nach der Terrasse zu ein Fenster.
Die linke Seite der Vorhalle war in ein besonderes Zimmer verwandelt, dessen Türe deutlich
erhalten, dessen Inneres aber verschüttet ist. Von dieser Vorhalle gelangen wir in einen
großen Raum, welcher, als seine Fresken alle noch wohlerhalten waren, einst geradezu
herrlich gewesen sein muß. Er besteht aus einer Halle B von 10,40 m Breite und 3,20 m
Tiefe und stellt ein Tonnengewölbe dar, welches vor einem 7,30 m breiten, 1,60 m tiefen
Mittelpfeiler liegt, aus dieser sehr hohen Halle B führen niedrigere und nur 1,55 m breite
Gänge, ebenfalls Gewölbe, in einen Gang C, der ebenso lang wie Halle B und so breit wie
die Seitengänge hinter dem Mittelpfeiler entlang läuft. Auch dieser Gang C ist wie die
Seitengänge nicht viel mehr als mannshoch. Die Mitte des Mittelpfeilers nimmt der Rest
eines Aureols für eine Statue ein, von der kein Rest mehr zu sehen ist; Trümmer davon
mögen unter dem Schuttberg liegen, der unmittelbar vor dem Eingang liegt. An den
Seiten des Pfeilers ist je eine, auf der Rückseite zwei etwas größere Nischen vorhanden,
in denen einst kleine Figuren gewesen sind. Die Wände der vorderen Halle B waren, wie
erwähnt, prachtvoll bemalt; so enthielten die Seitenwände bis in den Bogen des Gewölbes
hinauf ungemein figurenreiche Szenen von anbetenden, in Prozession vor und auf Terassen-
tempeln einherschreitenden Figuren: es macht beinahe den Eindruck, als ob große religiöse
Festaufzüge dargestellt seien. Die Bilder sind sehr zerkratzt, aber trotzdem wäre bei
langem Aufenthalt eine Rekonstruktion möglich. Die Wintertage, welche ich in jenen
Räumen zubrachte, waren aber wirklich nicht dazu angetan, ein mehrere Meter hohes, von
vielen hundert Figuren belebtes Bild zu kopieren oder zu rekonstruieren. Photographieren
ist nach meiner Meinung aus verschiedenen Gründen unmöglich: die richtigste Methode
ist Durchzeichnen mit Pausapier in kleinen, aneinanderzupassenden Teilen mit nach-
heriger Ergänzung und Eintragung der Farben. Die dekorative Wirkung der Decke, welche
reich bemalt ist, ist trotz der großen Lücken noch heute eine außerordentliche. Die Decke
ist mit zwei Reihen von kreisrunden Scheiben dekoriert, an welche sich bis an die Über-
gangsstelle des Gewölbes in die gerade Wand Halbscheiben (Taf. XXIX) anreihen, unter
ihnen schließt ein Perlenstab ab. Höchst merkwürdig wirken diese ziemlich großen weißen
Perlen zwischen den weißen Strichen, in denen sie laufen. Sie sind nämlich so schattiert,
daß bei jeder Perle der Schatten anders fällt! Es wird damit erreicht, daß man den Eindruck,
rollende Glaskugeln vor sich zu haben, erhalten muß. Die Scheiben haben alle ein blau-
graues Mittelfeld, welches ein mattweißes Wolkenkranzornament umgibt; innerhalb dieses