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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0014 Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.1
中央アジアの仏教古代後期 : vol.1
Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.1 / 14 ページ(白黒高解像度画像)

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[Figure] 中央アジア古代仏教の最も主要な遺跡概観図ÜBERSICHT ÜBER DIE HAUPTSÄCHLICHSTEN FUNDSTÄTTEN DER BUDDHISTISCHEN ANTIKE ZENTRALASIENS.

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doi: 10.20676/00000040
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des Westens den Chinesen zu, die ihrerseits auf diesen nach dem wichtigsten Erzeugnis Chinas benannten „Seidenstraßen" ihre
kostbaren Gewebe den Süd- und besonders den West-Ländern zusandten.¹

Das Land, das diese Straßen durchzogen, war augenscheinlich in den ältesten Zeiten, etwa bis zur Eroberung durch die
Türken um die Mitte des 8. (?) Jahrhunderts, in der Hauptsache iranisches Land. Am Nordrande scheinen in den, stets durch
einige Tagreisen breite Wüstenstrecken von einander getrennten Oasen Iranier gesessen zu haben, Soghdier, die in festen
Städten sich niedergelassen hatten und, wie die heutigen Einwohner, von Ackerbau, Industrie und dem Karawanenhandel
lebten². Im Gebiet zwischen Kutscha und Karaschahr, vielleicht bis nach Turfan, herrschten aber indoskythische Tocharer
oder ihnen verwandte Stämme über diese ostiranische Bevölkerung.

Nach den chinesischen Annalen war schon im dritten Jahrhundert v. Chr. ein Yüe-či genanntes Volk reitender Bogenschützen
erobernd in Westchina eingedrungen. Um 176 kamen diese Fremden in Kampf mit Hiong-nu (Hunnen); sie unterlagen und
wurden nach Westen zurückgedrängt. Da es für Nomaden nicht möglich ist durch die Oasenstraßen Ostturkistans zu ziehen,
wählten sie den Weg im Norden des Thienschan und ließen sich, nach Vertreibung der früheren Landesherren, der iranischen
Saken, im Ili-Thale nieder. Aber bald wurden sie von ihren Feinden im Osten selber aus dem neuen Besitz vertrieben; sie mußten
den Saken folgen und brachen, die Saken immer vor sich her schiebend, in Soghdiana, dann in Baktrien ein, wo sie der grie-
chischen Herrschaft ein Ende machten und selber einen neuen und mächtigen Staat begründeten.

Die spärlichen Berichte der weständischen Geschichtsschreiber geben an, daß um dieselbe Zeit, die die Chinesen für den
Einbruch der Saken und Yüe-či in Baktrien ansetzen, die Scharen der nördlichen Barbaren (Indoskythen?) die griechische Herr-
schaft gestürzt hätten. Die Verhältnisse sind noch keineswegs geklärt, aber man wird, nach dem Abzuge der Saken nach
Indien, in den Yüe-či die indoskythischen Herren Baktriens, Kabuls und Gandhāras erkennen dürfen, und Kaniska, der Groß-
könig, hat sicherlich diesem Volk angehört. Die in Kutscha und in Turfan herrschenden Stämme der Kiu-tse und Küschi
mögen bei dem Rückzuge der Yüe-či aus Westchina dorthin versprengte Clans oder Sippen dieses Volkes gewesen sein.

Man muß aber die Ansicht bekämpfen, daß die Indo-Skythen (Saken und Yüe-či) Türken oder gar Tibeter gewesen seien;