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0019 Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.2
Postancient Buddhist Culture in Central Asia : vol.2
Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.2 / Page 19 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000040
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sagt er, der manichäischen, das ausgenommen, was er (Mânî) daran änderte.¹⁰ (Hier folgen die Nachbildungen der
Zeichen.) Flügel, Mani, S. 167.

Nach Ansicht berufener moderner Forscher aber hat sich Mani eines in bestimmten Gegenden Babyloniens bereits vor-
handenen lokalen Schriftzugs als Grundlage zu seinem Alphabet bedient.¹

In dieser eigentümlichen Schrift, die den Charakter einer Geheimschrift hatte, sind in der ersten Zeit wohl alle religiösen
Bücher der Manichäer geschrieben worden. In Ostturkistan wurden in späteren Zeiten manichäische Texte aber auch in dem
gewöhnlichen landesüblichen Schriftarten, nämlich in „türkischer Runenc"² und in mehreren Abarten der soghdischen
Schrift aufgezeichnet. Eine Kursivschrift tritt in einigen wenigen MS-Fragmenten auf, die sämtlich zu astronomischen Er-
eignissen (Kalender?) zu handeln scheinen. Die Benutzung des Blockdruck-Verfahrens scheinen die Manichäer verworfen
zu haben; wir haben wenigstens keinerlei Rest von Blockdrucken manichäischen Ursprungs aufgefunden.

Die Interpunktionszeichen der Manichäer waren von einem carmin- oder scharlachrotem Oval eingefaßte schwarze Punkte, die
zuweilen einzeln, zuweilen paarweise nach uns unbekannten Regeln auftreten: ⊕ ⊕⊕, ⊕. Texte in soghdischer oder uigurischer
Schrift, die diese manichäischen Interpunktionszeichen aufweisen, gehören, wenigstens was unsere Manuskripte angeht, stets
der manichäischen Literatur an.

Hübsche mehrfarbige Blümchen kommen ebenfalls zuweilen als eine Art Interpunktionszeichen vor: ❀, —❀—.

Mit welchem Schreibinstrument die oft ungemein feinen, immer anmutigen Linien der manichäischen Lettern geschrieben
wurden, wissen wir nicht. Vielleicht benutzte man feine Federkiele. Die in Chotscho aufgefundenen Schreibfedern sind von
zwei verschiedenen Arten, nämlich erstens die heute noch im Orient übliche Art der Rohrfeder, und zweitens die in Marokko
häufige Art der Feder, nämlich ein von einem starken Rohre abgespaltetes und zurechtgespitztes Außenstück.

Der von Soghdien und Uiguren öfters verwendete Schreibepinsel dürfte für diese feine und regelmäßige Schrift kaum
in Betracht kommen.³

ARTEN DER BÜCHER

Die Bücherarten, die bei den Uiguren überhaupt im Gebrauch waren sind die folgenden.⁴

Erstens die Buchrolle der antiken Welt, die auf einem oben und unten mit Elfenbein-, Knochen- oder Metallknöpfen (um-
bilicus, cornu) verzierten Stabe aufgerollt wurde. Auf Türkisch heißt die Buchrolle tägzinc = volumen.

Zweitens das Faltbuch benutzt, indem der lange Papierstreifen nicht gerollt, sondern harmonikaartg gefaltet und
auf einer Seite, seltener auf beiden Seiten, beschrieben wurde.

Drittens kommt vor das indische Buch (pothi), das gewissermaßen ein Blattbündel ist; es besteht aus einer Anzahl lang-
rechteckiger Blätter aus Birkenrinde, Palmblatt oder Papier, die, gleichmäßig zugeschnitten, zwischen zwei etwas größeren,
glatten, profilierten oder auf andere Weise verzierten Holztäfelchen aufgestapelt wurden. Eine Durchbohrung (in späterer
Zeit zwei Durchbohrungen) wurde meist auf der linken Seite durch die Einbandtäfelchen und die dazwischen liegenden Blätter
geführt und gestattete das Hindurchziehen einer Schnur, die, mehrfach um das „Blattbündel" gewunden und geschürzt, ihm
die nötige Festigkeit verlieh.⁵

Die Stelle auf jedem Blatt, wo die Durchbohrung angebracht ist, wurde oft mit einem größeren oder kleineren in schwarzer
oder roter Tinte konzentrisch mit dem Zirkel gezogenen Kreise umgeben.

Es muß auffallen, daß dieser Kreis, ohne die Durchbohrung, aber mit einem kleinen konzentrischen Kreise an ihrer Stelle,
sich auf manchem der Blätter aus indischen und türkischen Blockdruckfaltbüchern aus Chotscho vorfindet.⁶