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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.2 |
| 中央アジアの仏教古代後期 : vol.2 |
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Angaben dieser Art sind u. E. nicht befriedigend) wird ihr Bestehen bewiesen durch eine unserer Miniaturen (Taf. 8a, b, Abb. c),
die dem Stile nach unabweisbar im Zusammenhang mit dem Bogen des Chosrau Parwêz zu Ṭāq-i-Bostān steht.
Nach diesem uns vorliegenden Beispiel war diese Malkunst ein Mischstil aus persischen und spätantiken Elementen; die
Kompositionsweise erinnert an die byzantinischer Malereien, die ja auch auf die ausgehende Antike beruhen. Der erste Ein-
druck, den der Anblick dieser Miniaturen auf uns machte, war viel mehr der frühchristlicher als asiatischer Malereien.
Auch Elemente der Malschule von Gandhāra drangen, wenn wir uns nicht täuschen, in diese manichäische Kunstübung ein
(Taf. 6, Abb. c); in späterer Zeit können wir beobachten, wie die westländischen Typen beginnen, chinesischen Charakter an-
zunehmen (Taf. 7, Abb. c).
Diese manichäische Malschule war, wie ihr sassanidisches Vorbild, sicherlich über das ganze Sassanidenreich verbreitet.
Die heftigen Verfolgungen, denen die Manichäer seitens der Zoroastrier und später der Mohammedaner ausgesetzt waren,
veranlaßte zahlreiche Manichäergemeinden, bei ihren buddhistischen Rassegenossen, den iranischen Völkern West- und Ost-
turkistans ein Asyl zu suchen, und es versteht sich von selbst, daß sie ihre Bücher mit sich führten und ihre rein religiöse
Kunst in ihren neuen Wohnorten einbürgerten. So erreichten die Manichäer selbst das eigentliche China. Von dort aus wurde
das Uigurenreich in Ost-Turkistan missionarisiert und so übernahmen die türkischen Uiguren, deren Könige und Hofstaat
sich zum Manichäismus bekehrt hatten, die Miniaturmalerei von ihren iranischen Bekehrern und pflegten sie mit der oben
erwähnten Abwandlung in der hergebrachten Weise.
Die türkischen Uiguren, deren Könige mit ihrem Hofstaat Manichäer waren, übernahmen die manichäische Miniaturmalerei
von ihren iranischen Vorgängern und pflegten sie mit der oben erwähnten Abwandlung in der hergebrachten Weise.
Als dann die Macht des Uigurenreiches zerfiel, traten die zur Herrschaft gelangten Mongolen das glänzende Erbe dieses be-
gabten Türkenvolkes an und übernahmen ihrerseits, mit der spätsoghdischen Schrift und allen Kunstübungen, die die Uiguren
von Persern und Indern erworben hatten, auch die Kunst der Miniaturmalerei.
Diese Art der Buchkunst, einmal ihrem religiösen Zweck entfremdet, mußte infolge der großen Kostspieligkeit der dabei ver-
wendeten Stoffe eine höfische Kunst werden.
Als solche wurde sie bei den Mongolen geübt, als solche trugen die mongolischen Fürsten sie von China nach Persien zurück,
wo diese abgewandelte Form der persischen Miniaturkunst durch die Gunst der Fürsten augenscheinlich über die dortigen,
derselben Quelle entsprungenen älteren Malschulen siegte und sie ganz oder teilweise verdrängte.
Unter der Herrschaft der Mongolen herrschte diese Miniaturkunst im ganzen persischen Kulturgebiet, zu dem das gesamte
Zentralasien dieser Epoche zu rechnen ist.¹ Maler mongolischer Nationalität wird es kaum gegeben haben, die ausübenden
Künstler werden durchweg Iranier oder iranisierte Türken, zunächst Uiguren, gewesen sein. Iranische oder türkische Künstler
oder richtiger Kunsthandwerker mögen freilich schon zur Zeit der türkischen Sklaven-Dynastien, also vor dem Aufstieg der
Mongolen, nach Indien gelangt sein und dort gewirkt haben; wir glauben aber, daß es erst die Eroberung Hindustans durch die
(fälschlich muġal=Mongolen genannten) Čaġatai-Türken unter dem Timuriden Bābur war, die diese Kunst in Indien einbürgerte.
Die Irrfahrt dieser Kunst erst von Westen nach Osten, dann von Osten nach Westen ist ein Schulbeispiel für die Art, wie
Kunstübungen von einem Volk zum andern überbracht werden.
Daß wir die manichäischen Miniaturen für eine Vorstufe fast aller „islamischen" Miniaturmalereien halten, ergibt sich
aus dem oben Gesagten von selbst. Einige unserer Miniaturen zeigen den älteren noch unveränderten iranischen, andere den
späteren, mehr oder weniger ostasiatisch abgewandelten Stil, der zu dem der „mongolischen" Miniaturen hinüberführt.
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