National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0030 |
Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.2 |
| Postancient Buddhist Culture in Central Asia : vol.2 |
Captions
| [Figure] @t |
Unrolled ornaments, original sizeAUFGEROLLTES ORNAMENT. Nat. Größe.
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| [Figure] @b |
Fragments of a Manichaean silk book. Original size: 60cm highBRUCHSTÜCK EINES MANICHÄISCHEN SEIDENBILDES. Nat. Größe: ca. 60 hoch.
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Citation Information
OCR Text
seite, fand sich das vollständige, in
die Reste eines gelben Gewandes ge-
hüllte Skelett eines erwachsenen
Mannes auf dem Fußboden liegend
vor, ein anderer Fund, der unsere
Ansicht, daß die Blütezeit der Stadt
durch eine blutige Katastrophe un-
terbrochen worden sein müsse, zu
bestätigen scheint.
Der ganze Fußboden dieses Kup-
pelraumes war mit einer etwa 8 cm
hohen Schicht dunkelfarbiger, wei-
cher, feuchter, mit Gold und Farben
reich durchsetzten Materie bedeckt;
bei genauerer Untersuchung ergab
sich, daß diese ganze Schicht aus
durch den Zutritt von Feuchtigkeit
gänzlich verfaulten, vollständigen,
d. i. nicht durch Feindeshand zer-
rissenen oder zerschnittenen mani-
chäischen Büchern, viele auf das
reichste illuminiert, bestand. Einige
Stücke dieser Masse zeigten beim
Trocknen ganze Zeilen herrlicher,
in vielen Farben geschriebener ma-
nichäischer Lettern; trotz aller Be-
mühungen wollte es aber nicht
glücken, diese Reste einer unschätz-
bar wertvollen Bibliothek zu retten;
beim Trocknen zersprang die Masse
in viele polygone Abblätterungen,
die sich bei Berührung in Lößstaub
auflösten. Einige Stücke der ober-
sten Schicht wurden als Probe mit-
gebracht; es ist aber nicht möglich
gewesen, sie zu verwerten.
Die Wände waren meist ihres
Verputzes und der darauf gemalten
Bilder beraubt; nach den im Schutt
aufgefundenen, zerstörten Bruch-
stücken zu urteilen, war ein Teil
der Wände mit Ultramarin grun-
diert; Bilder von Gottheiten ähn-
ganzen Anlage K befanden sich drei
größte, die nördliche die kleinste ist.
vielleicht ein Beispiel der in unseren Mani-Texten wiederholt erwähnten FASTENHALLEN (čaidan).¹
licher Art, wie wir sie in einem
der nördlichen Kuppelräume ge-
funden (vergl. Chotscho, Taf. 2,
Abb. a), scheinen hier ihren Platz
gehabt zu haben. Auch Reste von
in grellen Farben auf blauem Grund
gemalten, etwas steifen Blumenor-
namenten fanden sich hier und da
auf Verputzstücken, die vielleicht
der Kuppel angehört hatten.
Neben der niederen Nische, auf
der Westwand, befanden sich noch
Reste von Wandgemälden in situ,
nämlich nördlich von der Nische
Reste kleiner Männerfiguren in
weißer Kleidung und mit weißen
Hüten eigentümlicher Form (Chot-
scho, Taf. 2, Abb. d), südlich davon,
Reste der Darstellung eines chine-
sischen Hausdaches in einer anderen
Stilart gemalt.
In der SW-Ecke der Westwand
fanden sich reste des Bildes einer
Reihe nach links schreitender Krie-
ger mit Bogen und Pfeil und Fah-
nenlanzen; es sind, nach den zwi-
schen den Köpfen angebrachten
Namen-Kartuschen, uigurische
Feldherren oder Befehlshaber (Chot-
scho, Taf. 2, Abb. c). Die Südwand
zeigte auf ihrem westlichen Teil
Reste einer ähnlichen Kriegerreihe,
nur schritten die hier dargestellten
Figuren nach rechts.
In derselben Ecke, im Schutt,
fanden sich ferner die meisterhaft
gemalten, aber stark zerstörten Reste
der Köpfe eines bärtigen Manichäers
und zweier Gottheiten, von denen
die eine mit einer unleserlichen In-
schrift in manichäischen Lettern ver-
sehen ist (Chotscho, Taf. 2, Abb. e).
Im ungefähren Mittelpunkt der
große, zusammen ein mächtiges Rechteck bildende Hallen, von denen die südlichste die
Diese Hallen haben zu einer bestimmten Zeit dem manichäischen Kult gedient und sind
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