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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.3 |
| Postancient Buddhist Culture in Central Asia : vol.3 |
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Cella eine Kuppel, die übrigen Räume sich überschneidende Tonnengewölbe. Die altkaschmirische „Laternen-" oder pyrami-
dale „Kasetten-Decke" konnte im Luftziegelbau nicht leicht hergestellt werden. Man begnügte sich daher, sie als gemaltes
Muster in der Deckendekoration von Freibauten zu verwenden (Kultst. S. 318) und zwar in den Decken von Tonnengewölben.
Sie werden aber auch in den Felsentempeln von Bäzäklik und Čiqqan Köl bereits nicht mehr in den Stein eingemeißelt, son-
dern als Muster auf die Wölbung aufgemalt (Abb. 17).
VERTEILUNG DER BILDER AN DEN TEMPELWÄNDEN
Genaue Angaben über die Verteilung der Bilder an den Wänden der Heiligtümer können nicht gemacht werden, denn es gibt
keine feste Norm; wir müssen uns damit begnügen, dem Leser einen ungefähren Begriff davon zu geben.
Verteilung und Gegenstand der Wandgemälde sind in den verschiedenen Kultstätten und Tempelarten, sowie in den Epochen,
denen die Siedelungen angehören, auch verschieden geartet, und es ist zu beachten, daß im allgemeinen die Ansiedlungen um
so älter sind, je weiter sie nach Westen, um so jünger sind, je weiter sie nach Osten liegen.
DIE GROTTENTEMPEL: Bauart 1. Die langen Hallen dieser Bauart haben, in älterer Zeit, wenn man nach dem Beispiel
der „Seefahrerhöhle" in Qyzil schließen darf, an den Langwänden rechts und links Darstellungen legendenhafter Erzählungen
(avadāna) zwischen breiten Schmuckborten getragen; die Kultfigur dürfte ihren Platz an der Rückwand gehabt haben. Das
Tonnengewölbe war, soweit erhalten, mit jenen schematischen Darstellungen von Berglandschaften bemalt, auf die wir weiter
unten zurückkommen werden.
In späterer Zeit wurde die Kultfigur auf einem Sockel vor die das parivāra tragende Rückwand gesetzt und die Seitenwände
mit großen praṇidhi-Darstellungen ausgemalt. (Kultst. S. 257, Fig. 537a und Text S. 260.)
Zuweilen setzte man auch mehrere Sockel von Buddhafiguren gegenständig an die Seitenwände, während die Hauptkultfigur
an der Rückwand verblieb (Kultst. S. 265 u. 266). Die Wände wurden dann mit großen Bodhisattva- oder Buddhabildern be-
malt. In diesen beiden letzten Tempelarten wird das Tonnengewölbe bemalt mit Reihen meditierender Buddhas. Die Scheitel
der obersten Reihen begegnen sich im Zenit der Decke.
Setzt man gegenständige Sockel an die Seitenwände, so ähnelt der Plan des Tempels dieser Art sehr dem Plan der nächsten
Abart der Hallentempel, nämlich dem der Halle mit Seitenkapellen. (Abb. 3.)
Diese Abart wird, obwohl anscheinend ein alter Typus, besonders in jüngeren Siedelungen gefunden (Šörcuq, Kultst. S. 194;
Sängim Aghyz, Bericht, S. 122 u. S. 156).
Diese Hallen enthalten Darstellungen des Buddha und seiner Lieblingsschüler, und zwar scheint das Buddhahild die Rück-
wand der dem Eingang gegenüberliegenden Kapelle eingenommen zu haben, während die Arhatbilder an den Seitenwänden des
Haupttempels und auf den Rückwänden der Seitenkapellen erscheinen.
Die Decke ist in der Halle zu Schortschuq mit stilisierten Berglandschaften, in Sängim-Aghyz dagegen mit einer Zeltdecke
oder richtiger mit einem Baldachin in den reichsten Farben harmonisch ausgemalt.
Bauart 2. Bei der Bemalung der gumbad- Kuppeltempel scheint man keinem festen Schema gefolgt zu sein, sondern die Ge-
mälde nach dem Belieben des Stifters verteilt zu haben.
Die Kuppel ist in sich nach oben verjüngende Streifen geteilt, die in der Mitte der Kuppel auf eine runde Scheibe stoßen. Sie
enthält zuweilen ein Ornament (Lotusblume, Kultst. S. 119), oder ein Gemälde, öfters die Flucht des Bodhisattva aus seinem
Palast (Bericht, S. 146). Die Streifen enthalten Ornamente oder aber Figuren von stehenden Buddhas und Bodhisattvas, deren
Lotusthrone von nur bis zu den Schultern sichtbaren, aus Wasserflächen auftauchenden Nāgarājas gestützt werden. (Kultst. S. 120.)
Der die Kuppel nach unten abschließende Sims ist oft reich profiliert und mit Schmuckborten verziert.
Die Kuppel wird von Göttern oder Dämonen (zuweilen Tritonen) mit ausgestreckten Armen in die Höhe gehalten: die Bilder
dieser Kuppelhalter sind an wechselnden Stellen der horizontalen Decke dargestellt und sind in manchen Fällen von einem Wasser-
fries mit allerhand Wassergetier spätantiker Ableitung begleitet. Man darf annehmen, daß öfters die Cella einen Teich dar-
stellend gedacht ist, und für spätere Avalokiteśvara-Heiligtümer in der Turfaner Oase ist diese Annahme unabweisbar, da deren
in echtem al fresco ausgemalten Fußböden regelmäßig einen Teich darstellen.
Bauart 3. Die Verteilung der Gemälde in dieser für uns wichtigsten Gruppe ist bei den älteren Tempeln der westlichen Siede-
lungen (Qyzil und Qumtura) gewöhnlich wie folgt.
DIE CELLA. Auf den Türlaibungen befinden sich Schutzgötterbilder; wir haben Grund zu glauben, daß Pāñcika und Hārītī
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