National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.3 |
| Postancient Buddhist Culture in Central Asia : vol.3 |
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sein. In Osturkistan werden auf Darstellungen der Predigt von Benares meist Hirsche der dem Lande eigentümlichen, sehr
stattlichen Arten statt der Gazellen abgebildet, obwohl auch letztere im Lande häufig genug sind.
38. Szene ungewisser Erklärung (Yaśas-Legende?) (Taf. 7, 38).
Der Buddha (l.) nähert sich bei Nacht im Mondschein, von einer fast nackten, schmuckbeladenen Person geführt, einem
Hause, in dem eine Frau auf einem Bett ruht. Zu ihren Füßen eine nackte, reich geschmückte Frau.
Bild der Lünette der Rückwand.
Māras Angriff (Taf. 7, a).
Wir haben geglaubt, sämtliche von der Expedition mitgebrachten Photographien der Bilder dieser merkwürdigen Höhle
wiedergeben zu müssen, damit man den Cyclus im Zusammenhang studieren könne. Auch die auf manchen der Aufnahmen
erscheinenden Teile der Innenarchitektur sind wichtig; sie geben einen Begriff von der Art, wie die Tempelräume in den Stein
gemeißelt sind.
TAFEL 8
Wandmalerei aus der „Treppenhöhle";
Darstellung aus dem Leben des Boddhisattva Gautama
Kat. No. I B 8376. ✦ Größe: ca. 82 × 71 cm. ✦ Fundort: Qyzil. ✦ Alter: vor 700 n. Chr.(?)
Sieg des Bodhisattva in der Handhabung des Schwertes.
Um einen Begriff von der Farbenwirkung dieser Gemälde zu geben, ist dieses Bild (l. Seitenwand No. 15, vergl. Taf. 6 u. 7, 15)
farbig gedruckt worden.
Es ist die Darstellung des Wettkampfes im Gebrauch des Schwertes, aus dem der Bodhisattva als Sieger über die übrigen
Śākya-Jünglinge hervorgeht.
Drei Kämpfer sind dargestellt; der zur R. ist der dunkelste, der mittlere ist von hellerer Hautfarbe, der zur L., der hell-
farbigste, ist der Bodhisattva.
Er ist nackt bis auf ein umgeworfenes Schaltuch, den großen Lendenschurz und den Schmuck. In der L. hält er die Schwert-
scheide, mit der R. schwingt er das Schwert. Seine Stellung ist vollkommen ruhig und verrät keine Anstrengung, obwohl
sein Schwerthieb sieben junge Bäume zerhaut. Und so blitzschnell und schnittgewaltig ist sein Hieb, daß die abgeschlagenen
Stämme erst umstürzen, als die Devas einen sturmartigen Wind entstehen lassen.
Die beiden anderen Bewerber konnten dagegen, trotz der Anstrengung, die ihre Haltung anzeigt (sie schlagen nämlich im
Sprung!) nur einen oder zwei Stämme durchhauen.
Das Bild ist mit Ultramarin grundiert. Dieser Hintergrund ist mit zahlreichen dunkelfarbigen, von einem Kreise weißer
Perlen umrandeten Blümchen regellos bestreut.
Die Schwerter sind Vertreter eines altindischen Typs, der heute noch in den Schwertern Bhutans und Tibets erhalten ist.
Es ist eine breite grade Hiebklinge mit starkem Rücken; der Ort ist zum Stich wenig geeignet, denn die Schneide neigt sich in
einem Kreissegment zum Rücken. Auffallender Weise war die Farbe der Klingen grün, aber diese Farbe wird auf den Bildern
von Qyzil häufig bei Darstellungen von Schwert- und Dolch-Klingen verwendet.
Antike Motive sind in der Ornamentik und in dem Faltenwurf der Kleider leicht zu erkennen. Aber die Bilder gerade dieser
Höhle zeigen sehr deutlich die indische Abwandlung antiker Elemente.
TAFEL 9
Wandmalerei; Darstellung aus dem Leben des Bodhisattva
Gautama aus der „Treppenhöhle"
Kat. No. I B 8376. ✦ Größe: ca. 82 × 72. ✦ Fundort: Qyzil. ✦ Alter: vor 700 n. Chr.(?)
Abb. a. Das Bad des Bodhisattva und die ersten Schritte (vergl. Taf. 6, 4).
Auf einem Bilde vereint finden wir die wunderbare Waschung des neugeborenen Bodhisattva durch den (?) Nāgārāja und
die ersten Schritte dargestellt, und zwar zuerst das Bad und dann den wunderbaren Gehversuch.
Das Bild hat einen ultramarinblauen Hintergrund, auf dem dunkle Blümchen mit weißem Perlenrand unregelmäßig ver-
teilt sind.
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