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Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0053 |
Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.3 |
| Postancient Buddhist Culture in Central Asia : vol.3 |
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OCR Text
Auf der Vorderseite des Sockels vermutet Grünwedel, dessen Beschreibung wir hier folgen (Kultstätten, S. 271), eine Dar-
stellung der Predigt von Benares zwischen den Bildern der Stifter, von denen der Mann r., die Frau l. von dem Bild der Predigt
gestanden haben wird, genau wie es auf dem denselben Gegenstand behandelnden Sockelgemälde aus Tempel No. 12 der
Anlage von Bäzäklik der Fall ist. (Vergl. Chotscho, Taf. 38, c). Zu beweisen sind diese Vermutungen nicht.
Das hier wiedergegebene Stifterbild fand sich im Schutt vor dem Sockel. Es stellt einen uigurischen Würdenträger vor,
dessen Namen und Titel auf der an seiner l. Seite in Ellenbogenhöhe endenden Namentafel in schönen Schriftzügen mit roter
Farbe verzeichnet sind. Sie lauten:
1. t(ä)ngrïkän il tutmïš alp arslan toqul (?) to[nga?].
2. tigin ügä täkän (t(ä)rkän, t(a)rkan?) tigin il toyrtl bäg(?) [ning?]
3. t(ä)ngridäm körki bu ärin⁶⁵
Auf Deutsch: „Dies ist das göttergleiche (?) Bildnis des göttlichen (?) Alp Arslan (= tapferer Löwe), der das Reich ergriffen
hat, des Toqul (?) Helden-Prinzen, des Ugä täkän (oder tärkän, tarkan) Prinzen, des Völker-Habicht-Fürsten".
Die Gestalt des Fürsten steht in einer Tür- oder Fensteröffnung zwischen zwei roten, in der Höhe des Kopfes gerafften
und gebundenen Vorhängen, ähnlich wie die Gottheit auf dem illuminierten soghdischen poth-Blatt (Manich. Miniaturen,
Taf. 6, d) dargestellt ist. Von den Wänden neben der Türöffnung ist wenig erhalten; man erkennt eine wohl auf beiden Seiten
von einem vertikal gerichteten weißen Streifen eingefaßte in Weiß auf blaugrünem Grund ausgeführte Rankenborte. Spätere
Aufschriften sind, auf jeder Seite, auf dem inneren dieser Streifen angebracht; sie lauten, soweit leserlich, wie folgt:
Rechter Streifen: tängri t|m körki (?).
Linker Streifen, in ganz später Hand: bu vart (bïra ??) tonga ol (hier folgen 2 erloschene Wörter) tuduq (chines. Titel).
Die Kleidung besteht aus dem üblichen langen, um die Hüften gegürteten Rock. Er ist von roter Farbe; die als eingewebt
zu denkenden Medaillons sind, wie es scheint, nachträglich aufgemalt. Aus den Händen erhebt sich eine asterartige, aber mit
Ranken versehene Blume.
Der mit der manichäisch-persischen (?) Tiara gekrönte Kopf zeigt bei weißlicher Hautfarbe und reichem schwarzen Haar-
wuchs Gesichtszüge, die vom ostasiatischen Typ abweichen; besonders die feingeschnittene Nase und der sehr volle, lockige
Bart lassen auf eine starke Beimischung westasiatischen Blutes schließen.
Das Kopfhaar ist in der Mitte sorgfältig gescheitelt und fällt nicht in einem Zopf, sondern, wie wir aus den manichäischen
Miniaturen genau wissen, in einer Anzahl flacher Strähnen auf den Rücken herab.
Die Ohren sind mit den üblichen großen Schmuckgehängen indischer Form verziert.
Wir zögern nicht, dieses in einem buddhistischen Tempel gefundene Gemälde für ein Porträtbildnis eines Angehörigen der
uigurischen Königsfamilie zu halten und fügen hinzu, daß es erst die Maler der türkischen Epoche waren, die sich bemühten,
bei der Abbildung besonders der Männer, die unterscheidenden Merkmale eines jeden Gesichts hervorzuheben. Die Maler
der älteren Epoche begnügten sich damit, dieselben Pausen für alle darzustellenden Personen zu verwenden und dann dazu
zu schreiben: „dies ist der Fürst N. N.". Erst mit der Herrschaft der Türken beginnt die Porträtmalerei.
TAFEL 19
Bruchstücke von Wandmalereien; Stifterbilder
Kat. No. I B a) 8386, b) I B 8387. ✼ Größe: a) 61 × 43 cm, b) 54 × 39 cm. ✼ Fundort: a) Ḥaṣär schähri, Oase v. Turfan,
b) Höhle drittes Tal, Turfaner Vorberge. ✼ Alter: a) ca. 10. Jhdt. (?), b) 11/12. Jhdt. (?).
a) Stifterbild aus Ḥaṣärschähri.
Im Wandelgange eines kleinen Stūpa-Tempels auf der Westseite des Wüstenklosters Kitschik Ḥaṣär Schähri, und zwar
auf der inneren (oder Stūpa-)Wand des Ganges an der r. Seite der Nische für die Kultfigur fanden sich diese merkwürdigen
Stifterbilder.
Die Figuren sind in drei übereinandergestellten Reihen angeordnet.
Die oberste Reihe ist fast ganz zerstört. Sie enthielt spät-uigurische Tracht, ähnlich jener, die von
den Fürsten im Tempel No. 3 der Hauptanlage von Bäzäklik getragen wird (vergl. Chotscho, Taf. 38, b).
Die Linien in der oberen r. Ecke, die fast die Form eines chinesischen Hauses zeigen, sind nur zufällige Schrammen.
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