National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0059 |
Die Buddhistische Spätantike in Mittelasien : vol.3 |
| Postancient Buddhist Culture in Central Asia : vol.3 |
Captions
| [Photo] |
A burial ground at the cliff, QyzilBEGRÄBNISSTÄTTEN IN EINER BERGWAND, QYZIL.
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Citation Information
OCR Text
breiter und 60—80 cm tiefer recht-
eckiger, in den Stein geschnittener
Behälter vor. Ihre Wände waren mit
geweißtem, schmucklosen Verputz be-
kleidet; über dem oberen Teil der
Öffnung war überall ein beschädigtes,
aus Lehm geformtes, erhabenes Orna-
ment angebracht, das die Form etwa
eines spitzigen Dreiecks oder eines
pipal-Blattes gehabt haben muß und
Spuren roter Farbe zeigte. Diese Be-
mit dem (abgestürzten) Eckpfeiler dieser Seite bildete. Das Ornament war abgestürzt, die Öffnung mit breiten Stücken innen
und außen geweißter Verputzplatten verschlossen.
Bei Entfernung dieses Verschlusses stellte sich heraus, daß die Decke des Behälters eingestürzt war. Die Felsstücke waren
auf einen in der Nische, Boden aufwärts gestellten, starken irdenen Topf gefallen und hatten ihn zusammengedrückt: bei vor-
sichtiger Entfernung der faustgroßen Steinstücke und der Topfscherben kam die hier abgebildete Holzschachtel zum Vorschein.
Sie war gefüllt mit Resten verkohlter Menschen(?)knochen, die in ein Stück rohes, rosarot gefärbten dünnen Leders einge-
schlagen waren.
Die Anlage war wahrscheinlich ein Bestattungsort für die Leichenbrände vornehmer oder frommer Leute.
Die Holzschachtel hat die Form der Reliquienbehälter (sartrakaranda), die auf den Bildern der Verteilung der Reliquien
des Buddha häufig in den Händen der auf den Stadtmauer versammelten Götter vorkommen (s. Kultstätten, S. 23, 35, 46, 58
usw.). Dieselbe Form ist heute noch in Indien für Schachteln profaner Verwendung im Gebrauch.
Unser Stück ist, Schachtel wie Deckel, aus je einem Stück weichen Holzes gedrechselt. Es ist mit grellgelber Farbe bemalt
und auf diesem früher leuchtenden Hintergrunde finden sich die interessanten Malereien, die wir studieren wollen.
Der Körper der Schachtel ist mit sechs Reihen Wellenlinien (Darstellung einer Berglandschaft?) mit starken Ausbuchtungen
bemalt, so zwar, daß alle nach oben gerichteten, wie alle nach unten gerichteten Buchten über einander zu stehen kommen.
Die nach oben senkrechten Reihen auf der Abbildung (ganz l. vom Beschauer) sind auf dem oberen Rande mit je vier oder fünf senkrecht nach oben gerichteten kurzen
Strichen verziert; am Ansatz des aufsteigenden und des absteigenden Astes sind je zwei gekrümmte Zierstriche angebracht,
die sich nach unten und nach der Seite richten.
Die nach unten ausladenden Buchten tragen je vier bis fünf nach unten gerichtete Zierstriche; sie entbehren der seitlichen
Ornamente.
Neun ebensolche Reihen einfacher Mäanderlinien laufen quer über den Deckel; eine einzelne solche Linie umfaßt den
senkrechten Deckelteil.
Die Ausbuchtungen dieser Linien bilden also auf der Schachtel im Ganzen zwanzig senkrecht übereinandergeordnete Reihen
von Feldern, in denen merkwürdig stilisierte, an die Tiere unserer Heraldik erinnernde Geschöpfe ihr Wesen treiben. In
jeder der senkrechten Felderreihen erscheint ein anderes Tierbild in regelmäßigem Turnus.
Alle diese Malereien sind in zwei Farben ausgeführt, in Silbergrau und in einem sehr matten weißlichen Rot. Die Mäander-
linien mit ihren Buchten und Zierstrichen sind silbergrau gemalt und mit der rötlichen Farbe konturiert. Auch die Tiere sind
in diesen zwei Farben gemalt und zwar herrscht in der einen Bildreihe die mattrötliche, in der anderen die silbergraue Farbe vor.
Die erste der senkrechten Reihen auf der Abbildung (ganz l. vom Beschauer) besteht aus acht stilisierten Hirschgestalten.
Sie sind mattrötlich mit einigen silbergrauen Tupfen gemalt.
Die zweite Reihe zeigt eine abgekürzte Tiergestalt, eine Art Raumfüller, in Gestalt etwa einer hakenartig gewundenen
Schlange. Die Körperlinie ist silbergrau, mit mattrötlichen Konturen.
Die dritte Reihe enthält Figuren von Löwen. Sie setzen sich zusammen aus einer S-förmigen, silbergrauen Körperlinie
und den mattrötlich gemalten Gliedern; der Kopf mit aufgerissenem Rachen ist zurückgewandt, der Schweif erhoben und
nach vorn über den Körper zurückgeschlagen, die Beine zum Sprunge gekrümmt.
In der vierten Reihe erscheint ein schwer zu bestimmendes Geschöpf (rötlich mit gewundener silbergrauer Körperlinie);
hälter bildeten eine Reihe in etwa 1,30m
Höhe vom Boden der großen Nische;
wir fanden noch vier (die übrigen waren
durch Absturz der Felswand zerstört),
die geöffnet und ihres Inhalts beraubt
waren.
Wir fanden aber noch einen ver-
schlossenen Behälter dieser Art, näm-
lich den ersten der Reihe am strom-
aufgelegenen Ende der Reihe, in der
Ecke, die die Rückwand der Nische
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