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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

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0016 Alt-Kutscha : vol.1
古代クチャ : vol.1
Alt-Kutscha : vol.1 / 16 ページ(白黒高解像度画像)

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doi: 10.20676/00000192
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OCR読み取り結果

I,2
Frühsommer überzogen sind mit den stacheligen
Ranken einer schönen dornigen, harten Pflanze,
deren wundervolle, nachtsblühende, wohl-
riechende, kamelienähnliche Blumen dem som-
merlichen, noch nachts glühenden Himmel eine
zweite Sternenflur zeigen. Liebliche Idyllen
finden sich in abliegenden kleinen Tälchen der
Vorberge, wo die silbernen Träubchen des
Čekendi-Strauches, die rosenroten Schmetter-
lingsblüten einer buschartigen Hauhechelart,
gelbe Röschen und die herrlichen, orange-
gelben, syrinxartigen Traubenblüten des Jigde
ein kurzlebiges, buntes, erfreuliches Bild geben.
Das sind so Winkel, in denen Weltmüde,
Flüchtlinge, wohl auch aus guten Gründen Ver-
steckte lange im Verborgenen Gutes oder Böses
ungestört vollbringen konnten, während auf
den Heerstraßen eine Völkerwanderung hin-
und herging. — Freundliche Erinnerungen an
arbeitsreiche, glühende Sommerwochen! Aber
dieselben Wochen brachten Erdbeben und
furchtbare, tosende Sandstürme. In unglau-
blicher Schnelligkeit wird der rotglühende
Himmel schwarz wie die Nacht. Ein schnei-
dender Pfiff ertönt, und furchtbare Windstöße
und Wirbel werfen ungeheure Massen von Sand
über die Wege und auf die unvorsichtige
Karawane, die nicht rechtzeitig in irgendeinem
Loche Zuflucht nahm. Alles ist wie dämonisch
durchtöbt; für die Eingeborenen leben überall
Jinnen und Teufel in den kreisrunden Sand-
bergen, die sich aneinanderschmiegend stunden-
lang die Straßen begleiten; eintöniger Gesang
und das Hervorholen kleiner Kinder rettet
nach dem Glauben der heutigen Bevölkerung
vor solch dämonischer Anfechtung. Auf den
Höhen der steilen, aber zerklüfteten, oft recht
grotesken Vorberge toben die Borane noch
in ganz anderer Form. Denn auf den breiten
Terrassenflächen hinter den hochragenden
Kanten, die nur durch abgestürzte Geröll-
massen ersteigbar sind, treibt wahnsinniger
Sturm losgerissene Steine des Gesimsrandes
in riesenhaftem Wirbel im Kreise herum, so
daß sich oben Mulden bilden, die mit knie-
tiefem Sande gefüllt sind, schlägt die herum-
geschleuderten Steine an die Ränder der
Bergkante, schmettert sie herunter, und eine
ungeheure Lawine Sand, untermischt mit ab-
geriebenen großen Steinen, wird in das Tal
geschleudert, erhöht die Anhäufung und schiebt