National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0042 |
Alt-Kutscha : vol.1 |
| Ancient Kucha : vol.1 |
Captions
| [Figure] Fig. 19. |
Repetition of the edging of the garb of the lady on Fig. 15 at the base of the Buddha figure in the same cave (cave with the Mâyâ, 2. construction.)Wiederholung der Borte des Gewandes der Dame auf Fig. 15 am Sockel der Buddhafigur derselben Höhle (Höhle mit der Mâyâ, 2. Anlage.)
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Citation Information
OCR Text
I,25 I,25
Verwendung einer einzelnen Hieroglyphe zu Lager liegenden Bodhisattva sehen wir mehr-
zu einer bloßen Andeutung, die den Beschauer mals übereinander, und zwar recht absichtlich
oder den die Periegese der Pilger leitenden so gelegt, daß es auffallen muß, mehrere
Mönch erinnern soll, dies oder jenes nicht zu Reihen hieroglyphischer Zeichen dekorativ ver-
vergessen, was zur Legende gehört. Die ein- wendet. Seltsam genug begegnen uns die-
zelnen Erscheinungen werde ich unten aus- selben Zeichen in den Borten des Malers und
führlich zu besprechen Gelegenheit haben; für einer neben ihm knieenden Frau (Kultst. S. 111,
die letztere Art der Verwendung einer Einzel- Fig. 244, S. 104—105, Fig. 231, 232). Die
hieroglyphe, die so gar nicht als ägyptische untere Figur, auf dem Kissen wiederholt über-
belegbar ist und wie eine Analogiebildung zu einandergestellt, ist die ägyptische Hieroglyphe
dem Nilpferdkopf erscheint, ist folgendes der Nacht mit dem herabhängenden Sterne ⌐┐┐;
Beispiel, das ich zweimal notiert habe und dieselbe Hieroglyphe wiederholt sich auf dem
das auch Sergius von Oldenburg aufgefallen Gewande des Malers. Der Gedanke liegt
ist, erwähnenswert. Es findet sich nämlich nahe, daß für den Ausführenden der herab-
auf der Seitenscheibe eines Kissens, auf welchem hängende oder herabkommende Stern die
die gemalte Kolossalfigur des ins Parinirvāṇa Hauptsache war, in Hinweisung auf den wieder
eingehenden Gautama Buddha ruht, der Kopf und zwar zum letzten Male zur Erde herab-
eines Ebers als dekoratives Mittelstück, um steigenden Bodhisattva.
den Periegeten an die Ursache der tödlichen Kehren wir zu Fig. 15 zurück. Die Frau
Krankheit, an der er Erleuchtete starb, zu hat auf dem Kopfschmuck ein Kreuz und da-
gemahnen. Damit ist nebenbei bewiesen, daß runter ein paar undeutliche Zeichen, die auch
die „sākara maddava" genannte Speise wirklich auf der Originalplatte nicht deutlicher zu sehen
als Schweinefleisch-Curry zu erklären ist, nicht, sind. Viel besser zu erkennen aber waren an
wie eine moderne Erklärung herauszuklügeln ver- Ort und Stelle die Figuren in den oberen
suchte, ein Curry mit Pilzen; wenigstens teilten Feldern der Gewandfalbel, die wie die Figuren
die Leute, die die Bilder malten oder malen im Kopfputz nicht zur Dekoration selbst ge-
ließen, diese letztere Auffassung nicht. Daß diese hören, sondern besonders aufgetragen worden
als Indizien verwendeten Figuren oder Hiero- sind. Diese drei Zeichen, deutliche Hiero-
glyphen schließlich in der immer bunter wuchern- glyphen, sind auf dem Sockel der Buddhafigur
den Ornamentik verschwinden und schließlich wiederholt zusammen mit dem ganzen Falbel
aufgelöst werden, wobei die Wiederholung die Ornament, das stilistisch vollständig aus dem
Schuld trägt, darf uns nicht verwundern. übrigen Dekor der Höhle herausfällt, auch
Um auf die Einzelheiten einzugehen, so muß ganz ungewöhnliche Bemalung zeigt. Können
ich zunächst auf einen Fall hinweisen, der wir annehmen, daß das Kreuz auf dem Kopf-
ebenso typisch für die Verwendung dieser putz die Frau als Christin und verstorben be-
Hieroglyphenzeichen ist, wie der vorige. In zeichnet, so würde uns die Hieroglyphengruppe
der Höhle der ersten großen Schlucht, welche die Seelenvogel zeigen und den Flügel als
ich wegen der dargestellten Hippokampen pictographischen Ausdruck des Entflieheus der
Hippokampenhöhle genannt habe und welche Seele aus dem Körper, der als hinfällig durch
bereits in Kultst. S. 102—112 beschrieben ist, den Splitter ausgedrückt ist. Wir werden
kommt folgendes hierhergehörige vor. Auf unten einer verwandten graphischen Art des
dem Kissen des im Himmel Tuṣita auf einem Svastika-Zeichens begegnen.
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