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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0059 |
Alt-Kutscha : vol.1 |
| 古代クチャ : vol.1 |
引用情報
OCR読み取り結果
I,33 I,33
1. der Gott, gepanzert, aufrecht stehend, den
Wedel schwingend, den Donnerkeil in der
L. bald freihaltend, bald in die Seite
stützend oder sich darauf lehnend, vgl.
Fig. 1,38, 40,
2. der Gott, mit der R. den Donnerkeil
schwingend, von dem auf Gemälden Feuer-
flammen sprühen, vgl. Fig. II,23 und
Reihe 1, II,25, 26,
3. der Gott, sitzend, meist mit herabhängen-
den Füßen, sonst wie 1 Taf. XXX—XXXI,
Fig. 1; XXIV—XXV, Fig. 1; XXVI—XXVII,
Fig. 1,
4. der Gott, sitzend, der Predigt lauschend,
den Donnerkeil mit aufgelegter Hand auf das
rechte Knie stellend, mit leicht geneigtem
Kopfe, das bisweilen lächelt: Taf. XXIV,
Fig. 1, Taf. XXVI, Fig. 1, Taf. XXVIII bis
XXIX, Fig. 1, Taf. XXXII—XXXIII, XXXIV
bis XXXV,
5. der Gott, sitzend, hält die Oberarme mit
den kreuzweis gelegten Händen, blickt mit
geöffnetem Munde nach oben, der Donner-
keil liegt vor ihm auf der Erde; so hat
er stets die Tracht und den Schmuck eines
indischen Deva oder Königs. Typus 5
und 6 findet sich nur in Darstellungen des
Parinirvāna, vgl. Taf. XLII—XLIII, Fig. 5,
6. der Gott, kopfüber zur Erde stürzend, den
Donnerkeil vor sich hinwerfend, mit weinen-
den Gesichtszügen. Dieser Typus ist, so-
weit das Material zugänglich ist, in der
ersten Stilart zu Qyzyl nicht nachweisbar,
womit noch nicht gesagt ist, daß sie nicht
vorhanden war. Die ganz parallele Dar-
stellung des von Buddha gedemütigten
Māra vgl. Taf. III—IV, Fig. 2, zeigt uns,
daß der Typus nicht fehlte und auch in
der zweiten Stilart, Fig. II,22, verblieb.
Diese sechs Typen der erwähnten Gottheit,
die den Namen Vajrapāṇi „den Donnerkeil
in der Hand", also eigentlich keinen Namen
führt, entsprechen den folgenden Funktionen: pa-
ricaraṇa: Bedienen, mardana: Zermalmen, rūpa-
pilandhana „die Gestalt (Buddhas) schmückend
dabei sein", upasrosana „Zuhörer sein", und
die letzten beiden, die nur Stadien einer
Funktion sind: paridevana „Klagen" und
praskhalana „Zu Boden stürzen".
Daß in den Skulpturen, wo Rundfiguren
zur Verfügung stehen, mancherlei Drehungen
und Verschiebungen der diesbezüglichen Mo-
dellfigurinen vorliegen, die die Malerei ver-
meiden muß, um nicht das Charakteristische
zu verlieren, liegt auf der Hand. In den
Wandgemälden von Kutscha, Kiriš und in der
Oase Turfan erscheinen die nackten Formen,
wie sie die Gandhāraskulpturen bieten, in
der Regel nicht mehr, nur in einigen Höhlen,
in denen die tantrischen Anschauungen offen
zur Darstellung gelangen sollten (es ist dies
z. B. die später mit den tausend Buddhas
übermalte Höhle Kultstätt. S. 117) kommen
in sehr lasciven Darstellungen entblößte Vaj-
rapāṇi-Figuren vor. Es bleiben in unsern
Wandgemälden eigentlich nur zwei Typen über
gegenüber dem, was ich in meinem Hand-
buche 2. Aufl. S. 86 ff. sagen konnte, der
Typus eines Deva oder indischen Königs und
daneben der eines gepanzerten Helden im
Vollharnisch und derselben Ausrüstung in der
außer ihm nur noch Māra und die Lokapālas
erscheinen. Die lamaistische Kunst hat für
diesen Typus die Bezeichnung dPa-bo „Held"
Sansk. vīra und obwohl beim Auftreten einer
Vajrapāṇi-Form nach der von ihr vollzogenen
Aktion von Panzerwechsel und Zaubertanz in
Waffen mit den errungenen Dākinīs die Rede
ist, kommt seltsamer Weise die gepanzerte
Form auf lamaistischen Bildern nicht vor.
Der Grund liegt an anderen Dingen, die ich
hier als nicht direkt förderlich nicht ausführen
kann. Dagegen verbleiben beide Ausstattungs-
arten der gegenüber der in Mittelasien ent-
wickelten Kunstmythologie völlig abhängigen
Kunst Chinas und Japans, obwohl dort durch
den Einfluß der Dhyānischule hauptsächlich
die Ritualien, die der unangenehmen und als
anstößig empfundenen Dämonenfigur zur
Existenz verholfen haben, ausgeschaltet oder
wenigstens stark reduziert sind: er hat dort
Wiederholungen erlebt und ist zu einem
bloßen Gardisten Buddhas und der Bodhi-
sattvas herabgesunken. Innerhalb dieser beiden
Ausstattungsformen erscheint nun in unsern
Wandgemälden besonders der ersten Stilart
und abhängig davon in der zweiten eine
außerordentliche Mannigfaltigkeit, wie oben
bereits erwähnt und zitiert. Er erscheint in
reicher Tracht, bärtig und unbärtig, bisweilen
(Maler-Höhle) mit juwelierter Bügelkrone, die
an mittelalterliche Formen erinnert. Schon
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