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0086 Alt-Kutscha : vol.1
Ancient Kucha : vol.1
Alt-Kutscha : vol.1 / Page 86 (Grayscale High Resolution Image)

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doi: 10.20676/00000192
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OCR Text

I,51—I,52

16. Kleine Terrasse mit Mittelpfeiler, bezeichnet:
„Hier ist die Terrasse, wo der Turuška-
König Aidukut Gericht hielt".
17. Eine dreifache Terrasse mit Mittelpfeiler:
„Hier ist die dreifache Terrasse zur Ver-
kündigung des Urteils für die Sünder".
18. Bezeichnet: „Hier ist das Haus für Pfähle,
Schwerter, Eisenketten, Beile, Schlingen
usw."
19. „Hier ist das Haus der Begnadigten."
20. Eine kleine Terrasse mit der Bezeichnung:
„Hier ist der heilige Raum des Mahākāla"
und davor auf dem freien Platz: „Hier
ist der Ort, wo Sünder gespießt wurden."
21. „Hier ist das Konfesshaus der Monis."
22. „Hier ist das Haus für Obst und Gemüse
der Monis" i. e. Melonen, Weintrauben,
chinesischen Kohl.
23. „Hier ist das Haus der Sünder."
24. „Hier ist das Haus der Torwachen."
25. „Torwart" (zweimal). Eine kleine Terrasse
dabei zeigte die „Figur des Mahākāla".
Neben dem nördlich gelegenen Häuschen
stand ein Flaggenstock, bezeichnet mit der
lebensfrohen Inschrift: „Hier ist die Todes-
trophäe der Sünder; für Gepfählte ist sie rosa,
für Verbrannte gelb, für Enthauptete rot".

52. Der folgende hochwichtige Text ist
selbst nur ein Auszug aus einem seltenen
Rotmützenbuche, einem alten Kālacakra-
Kommentar (Dus-hkhor-hgrel-hbum) des Va-
jrāsana Amoghavajra (9.—10. Jhdt.).

Dies ist die spiegelklare Darstellung der Stütze
der Erde, genannt Śambhala, des Gipfels des Palastes
des Großkönigs der Türken, genannt Idyqut. Ich
verneige mich vor Āryāvalokiteśvara, welcher sich
zauberhaft verkörpert hat in dem Manne, Māni genannt.
Dies habe ich zu einer Zeit gehört. Vajrasattva mit
den Devas, Asuras, Rāksasas, Gandharvas, Nāgas,
mit den Dākas und den Dākinīs allen zeigten zauber-
hafte Verkörperungen in der Nähe der Burg, welche
eine Stütze der Erde ist, da kein Berg da ist. Zu
den Thogar oder den Phri-thri des Men-dre-ha-nu,
deren Scharen alle dort versammelt waren, sprach
Vajrasattva also: He (6) Ruka, he (5) Rambha, hrim,
phat. Liest man durch, was gesammelt ist aus dem
Kreise aller Schulen der Dākas und Dākinīs, ferner
aller Tantragebäude, Klöster und Tempel des zum
Heile aller Lebewesen manifestierten Āryāvalokiteś-
vara, nachdem die Genannten alle an einer Stelle,
wo kein Berg ist, eine Stütze der Welt (Meru) ge-
nannte Burg erbaut hatten, so hat, um die Menschheit
vom Weltlichen zu erlösen, Bhadanta Bhadra sarvajña
heilige Häuser für den Kranz aller Magie (Vajramālā)

I,52

erbaut, damit sie dienen konnten als Sternenburg
zur Korrektur des Kalenders. Er begründete einen
großen Stūpa, um darin das verstreute Material zu
verschließen, welches stammte aus Sa-stun oder
Kutscha, des feuerspühenden Rades und des Marter-
pfahles, gelehrt von den Gruža-Leuten von Mizer
(Ägypten), des Zeitrades (Kālacakra) der Dākinīs
(Hexen), gehörig zum Kreise des Marterpfahles für
Padmapānis zauberhafte Verkörperung, genannt Māni
oder der gute Perser (Po-lo-si bhadra i. e. Justus),
zur Reife gebracht in 'Ol-mo-lun-rin in Rūm. Er
vertrieb dann aus ihrem heiligen Haus die Mönche des
Mi-siya (Messias), der eine magische Wiedergeburt
des Jina Buddha ist, und wies ihnen ein heiliges
Haus in Bokur (Bugur) an. Zur Zeit des Groß-
königs Mendre-ha-nu und des Königs von Tibet gNa-
khri-gñan-btsan oder Lha-tho-tho-ri gñan-btsan und
seiner Leute kam zum König der Könige, dem Kaiser
von China, der eine Fleischwerdung des Bodhisattva
Mañjuśrī ist, in den Kaiserpalast mit einem Schreiben
des Königs Mendre als Gesandter der Maler aus
Rumakama (Syrien), Mahāpurle, aber er blieb in
China. Der Baumeister aus Mizer (Ägypten), An-
thonine (Antoninus), hatte in China das Bild der
Fleischwerdung des Mañjuśrī (d. h. des Kaisers)
gemalt, wurde dann Gesandter an den König gNa-
khri und einer Umgebung anderer Wangs. Als er
ein Bild des Königs von Thogar, seine Figur und
ein Kästchen (karaṇḍa) sah, die vom Himmel ge-
fallen sein sollen, besorgte er dem König die Glocke,
den Vajra, den Khaṭvāṅga, den Rosenkranz und ein
Bild des Buddha, ferner ein Bild des Vajrasattva,
eine Figur der Tārā aus Sandelholz, eine Figur des
Mahākāla und Bücher Mānis, brachte vor den Thron
ein chinesisches Meisterstück des Vajradākinī Vajrī
in Nirmāṇakāya und den Puṇika-ādarśa genannten
Traktatus, der zum Kreise des Kālacakra gehört.
Nachdem der König gelobt hatte, sich dieser Dinge
zu bedienen, kehrte er nach Thogar zurück. Überall
nun wurden so Räder der Māni-Häuser und des Kāla-
cakra eingerichtet, für Sonnenwagen die nötigen
Hallen, Klöster und Häuser für die Sternkundigen,
ferner Räder für die Sonnenmädchen des Sonnen-
wagens, und in Caityas aufbewahrt. Durch die Justi
des Māni, der sie einführte in Regenbogenaureole
am Himmel, wurden am Fuße des Sonnenwagens
auf der Burg von Thur-pan nach den Vipulanighaṇṭus
Bilder der Anachoreten von Poṅ-de-luṅ-rin hergestellt.
Die Anachoreten eines Ortes, nördlich von Poṅ-de-
luṅ-rin gelegen, bauten ein großes Tempelkloster in
der Nähe des Wassers U-māla (U-phren). Die
Manichäer legten in ihrer Lehmzelle dort alle Bücher
des Māni nieder. Im Tempel des Avalokiteśvara, in
einer geheimen Höhle Mūlatuṅga, malten sie den
Sonnenwagen und legten ein Schatzdepot an. Dort
ist auch abgebildet neben dem Bilde des Sonnen-
baums die Gruppe der Religionskönige (Dharmarājas),
der Dākinīs und die Seelenvögel, wie sie aus dem
Wasser auftauchen. Abgemalt ist der Rāja von Kucā
(Kutscha), Phi-lo-se-na (Φιλόξενος), der Künstler aus