National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0106 Alt-Kutscha : vol.1
Ancient Kucha : vol.1
Alt-Kutscha : vol.1 / Page 106 (Grayscale High Resolution Image)

Captions

[Figure] Fig. 4. Strip of the dome of the Peacock cave, see. Plate XIII, XIV height of the original 0.80 m.Kuppelstreifen der Pfauenhöhle, vgl. Tafel XIII, XIV Höhe des Originals 0,80 m.

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000192
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

II,2—II,3
ihre Konturen nicht mehr festhalten ließen.
Doch war folgendes noch zu erkennen: im
Gange L. (a) ein gepanzerter Schutzgott, eben-
so bei R. (á) die Reste eines Dämons mit
straubigem Haar. Türwand R. (4) waren unten
drei betende Mönche je mit Brāhmīinschrift,
wenn ich recht gelesen habe, Ānandavarmā,
Nandavarmā, Upanandavarmā, auf der L.
Seite aber offenbar dieselben mit denselben
Schrifttäfelchen und vor ihnen ein knieender
Stifter, der einen Korb mit Blumen hinhält
. . . . . . . Rāja.

3. Die Seitenwände und die Rückwand der
Zella nun sind in drei Reihen mit fast qua-
dratischen (mindestens 36) Bildern bemalt
gewesen, welche in ganz ausführlicher Weise
die ganze Buddhalegende von der Geburt
bis zum Parinirvāṇa darstellten.

Über diesen Bildern auf den Seitenwänden
und der Rückwand, über den Mönchebildern
(und was sonst noch da war auf der Türwand)
laufen Terrassengeländer (railings) ebenfalls
in Malerei unmittelbar unter der Decke hin.
Auf jeder Wand ist je einmal ein Buddha
die Mittelfigur, vgl. Fig. 3, die umgeben ist
von Göttern, blumenwerfenden und muszie-
renden Devaputras und Devakanyās. Trotz
des feierlichen Prunkes und der nach den
Ecken zu eintretenden belebteren Posen fallen
in diesen Figurenreihen auch schematische
Typen auf, die uns auch anderweitig in an-
derem Zusammenhang begegnen. So begeg-
nete uns dieser Götterfries auch in den Seiten-
gängen der Höhle „mit den Statuen" (Qyzyl,
Kultst. S. 91 ff.), die ja stilistisch durchaus
identisch, ja doch wohl von denselben Händen
ausgemalt war, wie die vorliegende Höhle.
Allerdings die darüberliegenden Gewölbe-
hälften zeigen uns Berglandschaften mit As-
keten, welche später eine so große Rolle
spielten und auf die wir unten ausführlich
zurückkommen müssen. Die blutigen Szenen
der zweiten Stilart fehlen hier noch. Der
Götterfries aber mit den Buddhas, Bodhisatt-
vas und großen Göttern verschwindet in dieser
Form in der zweiten Stilart nicht, aber wir
sehen hinter den Barrieren nur mehr blumen-
werfende oder musizierende Devaputras und
Devakanyās. Gemalt ist er nur in den kleineren
Höhlen, in den größeren war er mit wirklichen
aus Lehm geformten Figuren auf Holzbalkonen

II,3—II,4
ausgeführt. Dieser Fries mit Götterfiguren,
welcher sein Gegenstück hat in dem Musiker-
balkon am Obelisken des Theodosius, bleibt
also ein integrierender Teil der Dekoration.

4. Wie erwähnt, ist der Plafond der Höhle
mit der in der Mitte sich erhebenden Kuppel
in folgender Weise bemalt. Der innere Raum,
welcher oben mit einer Lotusblume schloß und
ein abwechselnd aus hellen und dunklen
Pfauenschweifen gebildetes Schirmdach dar-

stellt (Tafel XIII–XIV, Fig. 1–2 und Fig. 4),
ist in eine Anzahl Felder (acht Doppelblätter)
geteilt, auf denen oben je ein nach unten
fliegendes, eine Girlande haltendes Knäbchen
abgebildet ist. Die Kuppel selbst hält je ein
Devaputra mit ausgebreiteten Armen hoch:
ein uraltes, schon in Ägypten beliebtes Motiv,
das auch in der Kunst des Mittelalters ganz
geläufig ist. Der kuppelhaltende Devaputra
steht in der Mitte jeder Wand unmittelbar
über der Buddhafigur, der Balkonfiguren der
Seitenwände. Auf den Spandrillen ist, wie

Links to Other Pages