National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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| 0107 |
Alt-Kutscha : vol.1 |
| Ancient Kucha : vol.1 |
Captions
| [Figure] Fig. 5. |
Floating- and music playing Gods from the cave of the sword carriers, Qyzyl, over the Parinirvâṇa painting in the rear corridor, Kultst. p. 57.Schwebende und musizierende Götter aus der Höhle der Schwertträger, Qyzyl, über der Parinirvâṇa-Darstellung im hinteren Gange, Kultst. S. 57.
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Citation Information
OCR Text
Dazu kommt, daß die Spandrillen mit blauem
oder grünlichblauem Wasserfeld ausgefüllt
sind, in denen stilisierte Lotusse und Lotus-
knospen auftauchen; dies scheint stets der
Fall zu sein, wenn die Kuppelhöhlung mit
Figuren bemalt ist. Ferner kommt vor, daß
sogar aus dem Wasserfelde auftauchende
Tritonen, umgeben von einem ganzen Meer-
thiasos die Devaputras ersetzen, die Kuppel
hochhalten, welche dann aber meist nur Or-
namentbemalung zeigt. Ich will hier noch
einmal erinnern an die Verwendung der
Wasserfriese in der antiken und besonders
in der römischen Kunst als Vermittler des
Jenseits. Am ausgeprägtesten finden wir in
Qyzyl den Wasserfries so verwendet in der
alten und schönen Hippokampenhöhle, in der
er geradezu den Berg Meru umgibt (Kult-
stätten 102 ff.) und diese Idee hat auch auf
die Kuppeldekoration Einfluß gehabt. Hier
dringt später die Vorstellung ein, die den
Schirm zu den Terrassenhimmeln macht, um-
schwebt von Devatās, und folgerichtig ist der
Raum darunter also Jambudvipa und aus den
Kuppelhaltern werden die vier Lokapālas.
Und in der Tat findet sich in einer der An-
lagen, die bei dem Dorfe Kiriš liegen, deren
Stilart zwischen der zweiten und dritten
schwankt, der Schluß der von mir jetzt hypo-
thetisch skizzierten Vorstellung: die spitz-
öhrigen Tritonen geben ihren Platz an die
Lokapālas ab, welche nun mit all ihren wohl-
bekannten Attributen gepanzert und von Ver-
tretern ihrer Dämonenklasse umgeben, auf-
treten. Die dritte Stilart, wie sie uns in
Šorčuq entgegentritt, verändert die Sache mit
denselben Grundelementen noch weiter. Sie
dekoriert die Kuppel mit ornamental aus dem
Wasser aufsteigenden Bäumen, deren Zweige
stehende ovale Felder bilden, in denen je
eine Gottheit sitzt. Der untere Rand der
Kuppel, welche nun den ganzen Raum über-
spannt, bildet eine Wasserfläche, in welcher
Nāgakinder schwimmen, Enten sich tummeln,
Lotusse, Schnecken usw. auftauchen. Offenbar
liegt zu dieser Veränderung der Anstoß wieder
in einer neuen Beeinflussung auf durchaus
materialer Basis. Andererseits leben die
mit Wasser und Blumen gefüllten Plaketten
noch auf den Gewölben der Oasen Turfan
und Toyoq Mazar fort. Es erübrigt noch
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