国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0126 |
Alt-Kutscha : vol.1 |
| 古代クチャ : vol.1 |
引用情報
OCR読み取り結果
II,19—II,20
des Laubes im Sonnenlichte darstellen. Das
Gewand ist verschieden gelegt, häufig ist auch
die R. Schulter leicht bedeckt, wie die L. immer.
Da es zweifellos ursprünglich mit Blattgold
belegt war, ist es überall durch Abkratzen des
Goldes zerstört worden. In zwei bis drei
Reihen hinter- oder vielmehr übereinander
sitzend oder stehend umgeben die Adoranten
oder die sonst mit Buddha Disputierenden:
Mönche, Götter, Devaputras, Heterodoxe usw.
von beiden Seiten die Hauptfigur. Meist
spielen sich die Szenen im Freien ab: dann
bilden überall die beschriebenen Bäume und
Blumen den Hintergrund, während der Vorder-
grund durch kleine Berge, Seen, Quellen und
zahlreiche kleine Tierfiguren: Käglik, Enten
(Anas casarca), Fasanen, aber auch Bären,
Tigern usw. reich belebt ist: eine Eigentüm-
lichkeit, die auch fest ebenso in der indischen
Miniaturenmalerei (besonders Jaina-Miniaturen)
beibehalten wird. Aber auch architektonischer
Hintergrund kommt vor: dann erheben sich
über den Figuren die Tabulaturen von Ober-
geschossen mit Bogenfenstern, während über
dem Buddha die Tabulatur baldachinartig
ansteigt. Das Kolorit dieser Bilder ist sehr
schön, in maßvollen harmonischen Farben
ausgeführt: verschiedene Abstufungen von
Grün, Weinrot, Grau und Braun sind Haupt-
farben, nur mattes Gelb und sehr lichtes Blau
(besonders in den Teppichen vor Buddhas
Thron) treten hinzu; Deckweiß hebt die Muster
und Schmucksachen sehr reich hervor. Nirgends
fehlt auf den ganz erhaltenen Bildern der
Sahaja Buddhas Vajrapāṇi. Aber er erscheint
immer wieder in anderer Bildung und Aus-
stattung. Er trägt stets Donnerkeil und Wedel,
bald je nach dem Inhalt der Predigt macht
er Gebrauch von dem Weher oder hebt drohend
die ebenfalls in der Form variierenden Waffen
oder läßt sie beide ruhen.
20. Beginnen wir mit der R. Seitenwand, so
ist das erste Bild oben, unmittelbar vor der
Kultfigur und dem Umgang daneben in mancher
Beziehung ein schwieriges Bild (Kultst. Fig. 341),
das aber, wenn ich es richtig erkläre, ebenso
wie oben bei der Geburtsszene der Fall war,
eine Doppelszene bietet, die durch Abwendung
einer wesentlichen Figur vom Zentrum die
Teilung anzeigt. Leider fehlt die ganze obere
Ecke R. von der Buddhafigur. Die Kompo-
II,20
sition ist im wesentlichen die gewöhnliche oben
skizzierte: Gautama Buddha thronend in der
Mitte, diesmal nach L. gewandt. Zu seinen
Füßen steht ein niedriger Schemel. Die Szene
selbst ist in Gebirgsland, man sieht in sehr
verkleinertem Maßstab einen Teich mit Lotus-
knospen; daneben Enten, ein Käglik, eine
Schlange. R. von Buddha sitzt auf einem
niedrigen Stühlchen, aufmerksam zuhörend,
die R. Hand auf den Donnerkeil gestützt, den
Wedel in der L., Vajrapāṇi. Hinter ihm ist
noch ein Mönch erhalten. L. vor Gautama
steht ein junger Brāhmaṇa, der ein Fläschchen
in der R., einen Rosenkranz in der L. hält.
Er schiebt in etwas ungeschickter Weise seinen
R. Fuß zwischen Buddhas Thron und eine
sitzende Figur eines jugendlichen Brāhmaṇa,
die ich für seine nahe angerückte Wiederholung
halte. Dieser Brāhmaṇa, der genau so be-
kleidet und ausgestattet ist wie der stehende,
denn nur der Rosenkranz fehlt ihm, sitzt von
Buddha abgewendet, redet aber mit lebhafter
Handgeste einer stehenden Dame zu, welche
die Hände gefaltet haltend sich ihrerseits der
Mittelgruppe zuwendet. Ihr reicher Schmuck
zeichnet sie als gefeierte Schönheit aus. Hinter
ihr oder besser zwischen ihr und dem stehenden
Brāhmaṇa erhebt sich ein Baum, der sich
von den übrigen Bäumen des Hintergrundes
dadurch auszeichnet, daß aus seinem Wipfel
der Oberkörper einer Baumgottheit (vṛksade-
vatā) sich erhebt. Es ist ein Mangobaum.
Die vor dem Baume stehende Dame ist also
die berühmte Hetäre von Vaiśālī Āmrapālī
oder Āmradārikā. Ist diese Erklärung richtig,
so ergibt sich uns ein wertvoller Einblick in
die Kompositionsart dieser Buddhapredigten.
Im Āmradārikāsūtra heißt es nach einem in
St. Juliens Hiouentsang II (I) 388 f. Note zi-
tiertem Wörterbuch: „Im Königreich Vaiśālī
hatte ein Brahmacārī einen Mangobaum ge-
pflanzt. Der Baum brachte ein Mädchen her-
vor, das jener bis zum 15. Jahre erzog.
Da es von wunderbarer Schönheit war, so
verbreitete sich die Kunde von dem Ereignis . . .
so daß sich sieben Fürsten um sie bewarben.
Der Brahmacārī brachte sie in einen Pavillon
seines Gartens, aber König Bimbisāra dringt
ein. Nach einiger Zeit gebiert sie ihm einen
Sohn . . . . Später wurde sie eifrige Anhängerin
Gautamas, schenkte ihm und der Mönchs-
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