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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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Alt-Kutscha : vol.1 |
| 古代クチャ : vol.1 |
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II,33
Wiederkehr, falls Śronakotikarna noch lebe, aber
wenn er das Zeitliche gesegnet hätte, gestorben sei,
daß er eine bessere Daseinsform, als die, welche er
verlassen, erlange."
Die Beiden aber weinten sich die Augen blind.
Śronakotikarna, der Kaufmann, von den Sonnen-
strahlen getroffen, fühlte die Wärme und erwachte.
Die Karawane sah er nirgends, nur die Eselchen, mit
denen er gekommen war. Er stieg also auf sein
Eselchen und brach auf. Von dem nachts vom Winde
aufgewehten Sande war der Weg verweht und zuge-
schüttet. Die Eselchen nun, die noch Erinnerung
hatten, gingen dem Geruche nach und brachen langsam
nach und nach auf. Śronakotikarna denkt: „was
gehen die Tiere so langsam und im Schritt?" und
also erhielten sie Hiebe mit der Peitsche. Da rannten
sie durcheinander, in der Verwirrung verloren sie die
Witterung; sie gingen vom Wege ab. Während sie
so einen anderen Pfad als den gehofften gingen,
liefen sie von Durst gepeinigt und streckten mit
verzerrtem Gesicht die Zunge heraus. Als er das
so sah, bekam er Mitleid und dachte bei sich:
wenn ich diese da nicht entlasse, werde ich durch
meine Torheit sie verlieren; ein ausgebranntes Herz
muß der haben, vom Jenseits ganz verlassen muß
der sein, der diesen Tieren noch die Stachelpeitsche
gibt. Also ließ er sie los. „Von jetzt ab delektiert
euch an Gras, freilich die Stengel werden euch nicht
vorgeschnitten und kleingemacht auch nicht, labt
euch recht an dem schönen, reinen Wasser und mögen
euch in Ton vier Himmelsrichtungen kühle Winde
wehen!" So ließ er sie los und ging zu Fuß weiter.
Wenn das Auge nicht trügt, sieht er eine Stadt
aus Eisen, eine hohe, eine bewohnte. Und am Tore
steht ein Mann, ein schwarzer, furchtbarer, zorniger,
rotäugiger, mit vortretendem Augapfel. Der hält
einen mit Eisen beschlagenen Knüttel. Śronakotikarna
geht zu ihm hin; als er ihm nahe steht, fragt er den
Mann: „Höre, Mann, gibt es hier Wasser?" Der
aber bleibt still zur Seite. Und als er ihn wieder
fragt: „Gibt es in dieser Stadt da Wasser?" bleibt
jener wieder zur Seite still. Da ging der Kaufmann
hinein und ließ laut seine Stimme ertönen: „Wasser!
Wasser!" Nun sieht sich Śronakotikarna umgeben
von fünftausend Totengespensten, die sahen aus
wie angekohlt Säulen, die sich über einem Gestell
von Gerippen erhoben, die einzige Bekleidung waren
Kopf- und Körperhaare, Bäuche hatten sie wie Berge
und Schlünde wie Nadelöhre. Und sie rufen: „Sei
gut, Kaufmann, gib uns von Durst Gepeinigten
Wasser!" Er aber antwortete: „Freunde, ich mache
ja auch Jagd auf Wasser, wie sollte ich euch da
Wasser reichen können?" Sie antworteten: „Hier
ist die Gespensterstadt, wo sollte da wohl Wasser
sein?" Seit zwölf Jahren haben wir erst durch dich
wieder den Ruf „Wasser, Wasser, Wasser" gehört. Śrona-
kotikarna sprach: „Wer seid ihr und was ist schuld,
daß ihr hierher gekommen seid?" „O Śrona, elende
Betrüger sind wir, Leute aus Jambudvipa. Das
glaubst du wohl nicht?" „Ich sehe euch ja vor Augen,
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ihr Herren, warum soll ich da nicht glauben?" Da
sprachen sie die Verse:
„Plärrer sind wir, Giftkröten, Beutelschneider,
schuftige Erpresser; Almosen gaben wir nicht ein
Stäubchen, so gelangten wir in das Land der Geister."
Śrona, geh, von dir rühmt man, daß du im Besitz
von großem Tugendverdienst bist. Hast du einen
gesehen, der kam nach der Gespensterstadt, nachdem
er seine Behaglichkeit und seinen Wohlstand ver-
lassen hatte? Als er so daher kam, sah er jenen
Mann. Da redete er ihn an: „Oho, mein Freund,
da hättest du mir wirklich eine Freude gemacht,
wenn das die Stadt der Gespenster wäre; in die
möchte ich nicht geraten sein." Der Mann aber ant-
wortet: „Śrona, geh, von dir rühmt man, daß du im
Besitz von großem Tugendverdienst bist, dadurch
bist du in die Gespensterstadt gekommen, indem du
deine Behaglichkeit und deinen Wohlstand aufgabst."
Und wie er nun hinsieht, so erblickt er eine andere
eiserne Stadt, hoch und bewohnt. Und auch dort
steht am Tore ein Mann, ein schwarzer, zorniger,
rotäugiger, dessen Augäpfel vortreten, und er hält
einen eisenbeschlagenen Knüppel in der Rechten.
Zu dem geht er hin, und näher gekommen, redet er
ihn an: „He, Mann, ist in dieser Stadt da Wasser?"
Der Mann aber bleibt still zur Seite. Da
wiederholt er die Frage: „He, Mann, ist in dieser
Stadt hier Wasser?" Und wieder bleibt jener still
zur Seite. Nun betritt er die Stadt und es wird
geschrien: „Wasser! Wasser!" Umgeben sieht er
sich von einigen tausend Totengespensten, die sehen
aus wie angebrannte Stangen auf Knochengesperre
aufgepflanzt, bloß mit Kopf- und Körperhaar bedeckt,
Bäuche haben sie wie Berge so groß und Schlünde
wie Nadelöhre: „Śrona, du bist barmherzig, gib uns
von Durst Gequälten Wasser!" Und er antwortet:
„Ihr Herren, ich mache ja selbst Jagd auf Wasser,
wie sollte ich euch Wasser geben können?" „Zwölf
Jahre sind es nun, bis du gekommen bist, daß wir
das Wort Wasser zum letztenmal gehört haben."
Da sagt er: „Wer seid ihr denn, ihr Herren, wodurch
seid ihr hierher gekommen?" Die aber sagen:
„Śrona, gemeine Betrüger sind wir, Leute aus Jambu-
dvipa, das glaubst du wohl nicht?" Und er ant-
wortet: „Ihr Herren, ich sehe euch ja vor Augen,
warum soll ich's nicht glauben?" Da sprachen sie
die Verse:
„Im Rausch des Wohlbehagens Narren, Narren im
Rausch des Geldgenusses, als Almosen gaben wir
kein Stäubchen, so gelangten wir in das Land der
Geister."
Śrona, geh, du bist ein Mann von Tugendverdienst,
hast du einen Mann gesehen, der betrat die Stadt
der Gespenster? Noch lebend ist er aus seinem
Wohlstand, seiner Häuslichkeit fortgegangen. Der
ist dann gegangen, bis er jenen Mann sah. Er
redete ihn an: „Oho! Freund, da hättest du mir einen
schönen Gefallen getan, wenn das eine Gespenster-
stadt wäre; die möchte ich nicht betreten haben!"
Und der Mann antwortet: „Śrona, geh, berühmt bist
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