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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0149 |
Alt-Kutscha : vol.1 |
| 古代クチャ : vol.1 |
引用情報
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II,34
Nun belud sein Vater Mitra mit Kaufmannsgütern
ein Fahrzeug und ging vergnügt auf den Ozean.
Als er im Meer zu seinen Vätern gegangen war,
da seine Wogen, durch die Kraft eines Timingala-
Fisches aufgeregt, das Fahrzeug zu Grunde gerichtet
hatten, fragte der Knabe seine Mutter: „Was hat
denn mein Vater getan, daß ihm dies geschah?"
Und die Mutter, deren Herz vom Trennungsschmerz
geknikt war, versank in Nachsinnen. Von hundert
Fäden, an denen Hoffnungen ihm mit sich reißen,
sieht der Mensch, der Armselige, der den Sinnes-
genüssen nachhängt, nicht den Tod, er gleicht dem
gefesselten wilden Elefanten. Und wenn ich wirklich
von deinem Vater jetzt sagen werde: „er kannte
nichts als auf Seereisen erpicht zu sein", so bin ich
doch damit zu spät daran: auch der Sohn wird sich
noch den Tod in den Wogen holen. Denn während
er jenen frug über dieses Volk und sein noch nicht
eingetretenes Gedeihen, sagt jener ihm: „Das ist
nicht die ganze Welt!" Darum gehört es sich, daß
ich meinen Sohn, der in des Todes Rachen war, in
allerlei Unglück unselig untergehen könnte und zu
Krankheiten neigt, zurückhalte, denn wer den von
Biedermännern gewiesenen Pfad verläßt, gerät auch
sonst auf den Irrweg. Von einer solchen Einbildung
muß er mit Gewalt zurückgehalten werden, warum
ist er denn mein Sohn? Also redete die Mutter:
„Mein Sohn, mit Binnenhandel hat dein Vater mich
ernährt; willst du mich glücklich machen, Emsigkeit
gelangt zur Krone des Binnenhandels." Da nahm
Bodhisattva Maitrakanyaka das Wort seiner Mutter
mit geneigtem Haupt wie einen Blumenkranz auf
sich und begann an diesem Tage einen Binnenland-
handel. Da er mit einem großen Besitz von Tugend-
verdienst und gegen alle wohlwollenden Sinnes war,
so gewann er am ersten Tage einen Überschuß von
vier Kārsāpanas. Voll Freuden gab er sie seiner
Mutter, um der Schmerzen willen, die sie erduldet,
als sie ihn unter dem Herzen getragen hatte, als
Grundlage großen Segens; denn als Almosen sollten
sie das Elend von Bettlern stillen. Aber andere
Händler, die schon seit früher in dieser reichen
Stadt waren, sahen auf sein aufkeimendes Bāzār-
geschäft, in dem Leute kauften und verkauften und
der Betrieb sich verschob, wurden ihm, ob der viel-
seitigen Anhänglichkeit seiner Kunden, abgeneigt und,
da also der Geschäftsgewinn ihm, dem Mahāsattva, zu-
fiel, redeten sie zu ihm, um ihn von diesem Betriebe
abzubringen, also: „Ein Händler mit Wohlgerüchen
war dein Vater, das Gildenhaupt, früher in dieser
guten Stadt; du aber hast diese Tätigkeit aufgegeben,
was hat du ihm Sinne, daß du dich auf ein anderes
verlegst?" Da gab der Bodhisattva diesen Beruf
auf und begann einen anderen Betrieb mit Wohl-
gerüchen. Und an dem Tage, wo dieser Tugend-
hafte sein Parfümgeschäft begann, gewann er acht
Kārsāpanas. Auch diese händigte er wieder seiner
Mutter ein. Da traten alle Parfümhändler zusammen,
gingen zu dem Mahāsattva hin, taten ihm alle Ehren
an und sprachen: „Eine Handelschaft mit Wohl-
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gerüchen, die für Eunuchen paßt, hat dein Vater in
dieser guten Stadt nicht getrieben; mit Goldwaren
hat er gehandelt und noch höhere Gewinne erzielt,
mein Freund!" Daraufhin gab der Bodhisattva auch
diesen Lebensberuf auf und begann ein Geschäft mit
Goldwaren. Auch mit diesem Betrieb übertraf er
die Goldwarenhändler alle; denn schon am ersten
Tage gewann dieser würdige Mann sechszehn Kārsā-
panas und gab sie hin, am zweiten Tage aber
gewann er zweiunddreißig. Als besondere Ehren-
bezeugung gab er auch die seiner Mutter. Da taten
sich denn die Goldwarenhändler zusammen, gingen
zu ihm hin und sprachen, um ihn von diesem Berufe
abzubringen: „Leuchtend wie der herbstliche Mond
bist du deiner Familie geboren worden und nun
verlegst du dich, um Geschäfte zu machen, auf einen
kläglischen Beruf. Was über dem Feuer des häus-
lichen Herdes, dessen Flammenzungen ein Luftzug
bewegen möge, schwebt, ist das Rechte für den
Mann; unpassend dagegen ist es, vom Berufe abzu-
gehen. Dein Vater hat das Meer befahren, in dessen
Tiefen grundlose Höllen liegen, unstet ist es durch
Wellenbrechungen, furchtbar durch Ebbe und Flut,
infolge der Atemzüge großer Drachen. So hat er
sein Vermögen erworben. Du als Erbe dieses Mannes
durch das dir zufallende Geschick, du Kluger, der
jetzt nach Geld giert, warum sollst du nicht erreichen
können den unendlichen Segen, der dir seitens des
Vaters, wenn er auch hinübergegangen ist, zusteht?
Einem Manne gegenüber, ruhmvoll wie die makellose
Glorie des Götterkönigs, für welchen der Reichtums-
gott mit ausgedehnten Besitzständen Güter hingelegt
hat, die ohne die Hoffnung darauf nicht zu erreichen
sind, erträgst du denn die Schande? Die den Tod
mit in Rechnung stellen und nicht mitten im Unheil
ihren Bissen fassen, o Tadelloser, das sind die Leute,
die zu Hause bei Verwandten und Nachkommen ihr
Dasein hinschleppen, wobei alle Liebe doch weg
ist, aber die Klugen, welche die Meere mit ihren
grundlosen Wassern, furchtbar durch ihre Wirbel,
befahren, die bringen, da sie Reichtümer bekommen,
die Welt in die Höhe, ruhmvoll wie der Elefant
durch seine weißen Stoßzähne." Ihnen gab Bodhi-
sattva Maitrakanyaka entsprechenden Bescheid und
entschlossen, auf die See zu gehen, begab er
sich zu seiner Mutter und redete also zu ihr: „Ein
Großkaufmann, o Mutter, war, wie man mir sagt,
mein Vater; darum willige ein, daß auch ich den
großen Ozean befahren darf." Die Mutter aber,
schon durch den eben eingetretenen Schmerz über
den Tod ihres Gatten aller Lebenslust bar, wurde
noch schwerer ins Herz getroffen durch den schwert-
gleichen Kummer um den Sohn und der drohenden
Trennung von ihm, deren Schrecken ihr bis dahin
noch nicht angedeutet war; also sprach sie so zu ihm:
„Wer, mein Lieber, außer diesen erklärten Feinde,
konnte dir so etwas vorreden? wem ist dein Dasein
verhäßt? wer spielt so mit dir? Vom Schicksal ist
es so gefügt, daß du, mein Augapfel, mein Einziger,
jetzt mir entrissen wirst durch den Tod, der in deinen
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