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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0154 |
Alt-Kutscha : vol.1 |
| 古代クチャ : vol.1 |
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II,34
Darum richtete der Bodhisattva Maitrakanyaka es so ein, daß er zu einer Zeit wegging, wo die Apsarasen es nicht bemerkten, schlug einen Pfad nach Süden ein, verfolgte ihn und sah die Stadt Sadāmattaka vor sich. Auch aus dieser Stadt kamen eilig Apsarasen, aber acht, heraus und luden den Mahāsattva ein, einzutreten. Aber auch genoß er nicht lange die Wonnen, sondern, indem er heimlich seine Flucht zustande brachte, ging er wieder nach Süden weiter. Da sah er vor sich die Stadt Nandana. Auch aus dieser Stadt kamen ihm Apsarasen, aber sechzehn, entgegen; er ward von ihnen begrüßt und eingeladen. Als er auch mit ihnen seine Freuden genossen hatte, kam er von dort nach der Stadt Brahmottara, und da er nun auch dort von zweiunddreißig Apsarasen noch herrlichere Aufnahme und die Wonne des Aufenthalts genossen hatte, sprach er zu ihnen: „Fort möchte ich von hier, sonst kommt eine Flut von Jammer über euch, an dem ich schuld wäre, denn wem in der Welt, dem Freuden zugefallen sind, werden nicht auch Trennungsschmerzen zuteil? Was mich dahin gebracht hat, hier zu sein, das war die Scheidung von einer vergangenen Lebenszeit, von einem Übelgesinnten veranlaßt; darum will ich auch, ob auch eure Wangen von Tränen, die aus den Augen quellen, feucht werden, euch verlassen und fortgehen. Denn wer in dieser furchtbaren Welt der Lebendigen, unstät durch vielerlei Leiden und aufsteigende Begierden wie vom Sturme aufgepeitschte Wogen, trotz des Trennungsjammers noch der Lust sich hingeben kann, ist nicht der Beste, er, dessen Gefühle dann dafür stumpf geworden sind." Über sein Scheiden vom Abschiedskummer gepreßten Herzens, verwirrt wie Wasserwogen, deren weiße und blaue Knospen schaukeln, erhoben all die Apsarasen ihre Lilienhände gefaltet zur Stirne und sprachen: „Was du uns tust, ist dir nicht lieb, wie könnte es uns lieb sein, die wir dir auf Treu und Glauben ergeben sind? Dadurch, daß dir ein anderer Leib war geschenkt worden, hast du ein neues Leben erlangt, und obgleich dir so nur noch eine Verkörperung bevorstand, die dich zu den drei Städten führte, bist du, o Herr, auch noch hierher gegangen. Obwohl es dir oft schon gesagt wurde, du hast alles, was dir an süßen Freuden dieses Ortes zusteht, lange schon genossen, so wirst du, wenn du nun doch gehst, dies unseres Wortes erinnern, wenn du Unseliger in ein Meer von Elend geraten bist." Der Bodhisattva antwortete: „Wenn dadurch, daß man etwas wiederholt, der Erfolg dessen, was einem Manne zusteht, unsicher wird, wie kann man da einhalten, wie kann man da einlenken? Will es der Schicksalsweg, so werden zu Feinden auch die, welche durch Güte ein Hindernis bilden, so daß Gutgesinnte von Ungütigen in Fesseln gelegt werden. Himmlisches Glück genoß ich in der Stadt Ramanaka, das Schicksal wollte es, daß ich erhabenes Glück in Sadāmattaka gewann, dann fand ich durch mein gutes Karman die ersehnte Stadt Nandana, von dort kam ich zu euch und mit eurem Wohnort ist's genug.
II,34
Drum wehrt mir nicht, von hier fortzugehen; denn Gefahr ist keine. Von nun an werde ich das auserlesenste Glück mir holen, hoffe ich, darum mache ich mich heute los." So schlug Bodhisattva Maitrakanyaka die wohlmeinende Wort der Feen in Verachtung in den Wind und ging auch von hier wieder nach Süden weiter. Da sah er vor sich eine eiserne Stadt. Grauenvoll war sie mit ihren vier Toren, in deren sichtbare Klammern schwere Querbalkenriegel gezwängt waren, ummauert hatte sie der König der Götter mit einem hohen, unvernichtbaren Zinnenkranz. Schrecken brachte sie durch furchtbar anschlagendes Geklapper eines Radgestelles mit umlaufenden Speichen, das er erblickte. Er näherte sich dem Tore. Kaum hatte er es erreicht, da sprangen im Augenblick des Tores schwere Flügel krachend auf, wie die Bergeshalde des Vindhyagebirges, wenn sie von furchtbaren Blitzschlägen gespalten wird. Darauf trat Bodhisattva Maitrakanyaka ein. Kaum war er eingetreten, so schlugen die Torfedern wieder zusammen: in einem Augenblick wurde das Tor wie von mächtigen Armen zugeschlagen, eine solche Macht hat der Sturm des Verhängnisses. Nun hörte er geradezu furchtbares Gebrüll, das den Panzer um sein Herz völlig weiß, das Gebrüll eines Menschen, dessen Seele von fürchterlichen Schmerzen leidet. Als er ihn so schreien hörte, daß die ganze Menschheit sich hätte entsetzen können, sprang er eilig bis zur nächsten Tür. Kaum war er hier eingetreten, da verschwand die zweite Tür, indem sie unter Krachen aufgegangen war, wie fortgerissen, wie ein Tor, daß der Sturm, der das Ende der Welt bringen soll, faßte, ein Opfer des Donnerstrahles der Götter. Nun ging Bodhisattva Maitrakanyaka hinein. Kaum war er eingetreten, so wurde die dritte Tür mit den Angeln der Türflügel zugeschlagen, und einen Augenblick sah er die ganze Stadt vor sich, alles in der Luft schwebend. Und nun erblickte der Bodhisattva Maitrakanyaka einen Mann von furchtbarem Aussehen und furchtbarer Größe, umgeben von einem grauenvollen Flammenkranze; sein Kopf ging in Stücke durch ein großes eisernes Rad, das sich drehte, einer sprühenden Funkenreihe gleich, während ein finsteres Unwetter, von Rauchballen herumgetrieben durch einen pfeifenden Wind, ihn umgab. Zu dem Manne, der kaum sein Leben fristete durch Einschlürfen des herabtriefenden Gehirnes und Blutes, hingetreten, redete er ihn wiederholt an: „Bist du ein Nāga? Bist du ein Deva? oder bist du ein Großer der Kinnaras? Bist du ein Yakṣa? ein Mensch? Bist du der Fürst der Vidyādhara-Scharen, bist du ein Daitya oder Piśāca? Was hast du verschuldet in früherem Dasein, das dich jetzt so brüllen heißt: ich werde dem fürchterlichsten Ende entgegengehen als Lohn für das, daß ich es jetzt dulde.'" Der Mann antwortete: „Ich bin kein Nāga, bin kein Yakṣa, kein Gott, kein Sohn der Diti, noch ein König der Gandharvas, ich bin kein Rākṣasa, kein Vidyādhara: mein Dasein gleicht dem deinen, weil uns beiden jetzt dasselbe in Aussicht
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