国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF   日本語 English
0161 Alt-Kutscha : vol.1
古代クチャ : vol.1
Alt-Kutscha : vol.1 / 161 ページ(白黒高解像度画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000192
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

II,35

3. und 4. Hier liegt eine auf ein Feld zu-
sammengerückte Doppelszene vor: Nämlich
zweimal der Bodhisattvatypus, eventuell auch
als Nebenfigur für einen Buddha verwendbar,
wenn eine der Patronen, die als Unterlage
gedient hat, umgewendet benutzt wird, dient
hier zweimal als Bodhisattva Śroṇakoṭikarṇa,
die zwei Esel für zwei Szenen nebeneinander
geschoben! Der erste ist der allein gelassene
Śroṇakoṭikarṇa, durch die Wüste wandelnd,
während der zweite der größeren Gruppe 4
mit der Gespensterstadt angehört. Diese Preta-
Stadt ist in derselben schematischen Form
dargestellt, wie sie oft in den Bergszenen
der Bodhisattva-Plafonds vorkommt. Hier
sind sechs Pretas in der Stadt, die über die
Mauer blicken und ihre Arme dem Śroṇa-
koṭikarṇa entgegenstrecken. Die Türe ist mit
einem durchgeschobenen Querbalken verriegelt;
eine Doppeltreppe führt über die Schwelle.
Der im Text erwähnte Torwart mit der Keule
aber fehlt.

5. Es folgt dann die Szene mit der Apsaras
und dem Manne, die Śroṇakoṭikarṇa von einem
Baume aus ansieht, und gleich daneben 6. die
Nachtszene. Dort ist die Terrasse verschwunden:
der Mann liegt ausgestreckt auf dem Boden
und wird von zwei Hunden angefressen. Die
Abrundung dieser Doppelszene durch außen-
stehende Bäume, in denen jedesmal Śroṇakoṭi-
karṇa erscheint, das erstemal mit einem Tuche
fröhlich zuwinkend, das zweitemal in trauernder
Haltung, die Hundeszene beobachtend, ist
geschickt durchgeführt, obgleich die einzelnen
Figuren nichts besonderes bieten.

Es folgt nun wieder eine Doppelgruppe 7, 8,
in welcher Koṭikarṇa zweimal abgebildet ist.
Einmal 7 vor einem See, offenbar einer Fata
morgana, in der Erzählung nur angedeutet
durch die Anrede an die Esel, sie möchten
das schöne Wasser nicht verschmähen, und
daneben und dahinter sehen wir wieder den
aus der Bodhisattva-Patrone reproduzierten
Śroṇakoṭikarṇa weiterschreiten zur Gruppe 9,
in der ein Mann und eine Frau auf einer
Terrasse sitzen, während vor ihnen zwei Pretas
auf dem Boden knien und um Speise und
Trank jammern.

Der Schluß der Erzählung scheint nicht dar-
gestellt gewesen zu sein; wenigstens nicht in
der Form des Avadānas. In geringem Ab-

II,35—II,36

stand folgt noch eine Gruppe auf dieser
Wand, das Dazwischenliegende ist zerstört,
wie alles übrige, das darauf hinweist, daß der
Schluß der Śroṇakoṭikarṇa-Erzählung hier ein
anderer gewesen sein muß. Es ist da noch
erhalten: eine betende Frau, zu einer jetzt
zerstörten Gruppe gehörig, und hinter ihr ein
stehender Mann, von dem nur die ausgestreckte
rechte Hand erhalten ist; dann folgt, wie es
scheint, dieselbe Frau, mit einem Kochtopf
neben einem Skelett auf dem Boden sitzend
und kochend, und im Hintergrunde eine
weidende Ziege. Es geht daraus hervor, daß
in der Vorlage, die der Maler hatte, die
Śroṇakoṭikarṇa-Geschichte einen Schluß hatte,
wie das von Mittavindaka im Losakajātaka
Erzählte. Er kommt zu einer Gruppe von
Hexen, die Menschen fressen und sich in Ziegen
verwandeln können, da wird er von einer der-
selben, die sich in eine Ziege verwandelt hat,
als er sie beim Fuße packt, fortgeschleudert
und kommt so nach Hause.

Der Rest der Erzählung ist auf dem Bilde
nicht mehr erhalten.

36. Die rechte Seitenwand, von deren Ge-
mälden nur das Maitrakanyaka-avadāna er-
halten ist, gibt aneinandergereicht neun kleine
abgerundete Bildchen. Das dritte und vierte,
sowie das neunte sind aber so zusammen-
geschoben, daß sie ganz ineinander überlaufen,
und dies nicht ohne Absicht.

Tafel XIX, XX enthält drei ganze solche
Szenen, eine vierte nur zur Hälfte. Die erste
derselben ist leider halb zerstört. Man sieht
noch den Rest einer weißen Götterfigur,
welche quer auf dem Rücken eines kauernden
weißen Stieres sitzt, mit merkwürdigen Waden-
strümpfen, die in der zweiten Stilart sehr
häufig bei jungen Leuten vorkommen. Es ist
offenbar Śaṃkara oder Śiva. Vor ihm kniet
bei einem eisernen Becken ein Mann in fürst-
licher Tracht mit Aureole und gießt mit einem
gekrümmten Löffel aus einer in der L. ge-
haltenen Schale Ghî in das aufflammende
Opferfeuer: es ist der reiche Kaufmann Mitra,
der Götter um einen Sohn anfleht. Hinter
diesen beiden Figuren hat auf einem roten
Teppich noch eine weibliche Figur gesessen,
die, wie es scheint, ein Kindchen hielt, vielleicht
die Darstellung der Lakṣmî, die dem Mitra
das Kind Maitrakanyaka schenkte. Es ist sehr