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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0026 |
Alt-Kutscha : vol.1 |
| 古代クチャ : vol.1 |
引用情報
OCR読み取り結果
I,9—I,10
das Tib. bedeutet „Dornenburg", liegen daher:
„das Receptaculum der Weißen, der Monis
(Manichäer)" und daneben ihre schauerliche
Opferstelle, „das Kālacakra der Monis"; an
der Stelle, wo die Flüsse alle sich treffen, ist
die Figur des Mahākāla und daneben „das
Receptaculum der schwarzen (blauen) Kāla-
cakra-Mönche". Der andere Fluß, der Kucā
durchströmt, hat die günstigen Nebenflüsse
(Adern) ĀH, E, O, und wo alle sich verbinden,
tritt die vornehmste Ader hervor E und es
entsteht die Verbindung EVAM i. e. EVAM ASTU
„so geschehe es" mit der Verbindungsstelle
VAM. Bisweilen werden diesen Dhāraṇis die
Silben HPHREṄ (=VA) oder MĀLĀ zugesetzt. Ein
ähnliches Śambhala, wie dies von Thogar,
war das Tal von Turfan i. e. die Umgebung
von Idyqutsāhri mit den benachbarten Zöno-
bien und Höhlen. Auch hier sind die Flüsse
mit solchen Dhāraṇis bezeichnet. Nördlich
von Kucā liegen fünf Kultstellen der rotgelben
Klosterbewohner, ASTUKĀYA genannt, i. e. die
Verkörperung von EVAMASTU „so möge es sein",
und neben Kucā östlich davon fünf ähnliche,
auch für rotgelbe Mönche bestimmte Kult-
stellen mit dem Namen KIMBILA, welche ich
hier ebensowenig besprechen kann wie das
weiter unten liegende, für rote Mönche be-
stimmte Kloster PALOMBA. Klar ist nur, daß
sie den etwa in gleicher Linie liegenden
Schreckensorten der anderen Flußseite gegen-
über als sühnend zur Seite liegen.
Der Umstand, daß die Anhänger des Kāla-
cakra überall ein Śambhala anlegten, hat in
der tibetischen Literatur, besonders als der
Islām diesen Unfug ausgerottet hatte, heillose
Verwirrung angerichtet. Śambhala heißt nach
den Kālacakratexten jede Stadt, deren König
ein Kālacakra i. e. ein „Zeitrad" aufstellen ließ.
10. Die Anlagen im Gebirge mit ihren zahl-
reichen Höhlen, die stets in der Nähe auch
Wohnzellen, wohl ein ganzes Kloster haben,
stellen kein gleichartiges, architektonisch ge-
gliedertes Bauwerk vor, sondern sie sind zu-
fällig zusammengelegte, zu verschiedenen Zeiten
entstandene Aggregate von Repliken anderer
Bauten, welche wir uns wohl als Freitempel
zu denken haben. Nur selten hat man versucht,
ganze Reihen oder einzelne größere Gruppen
zu verbinden, indem man die Freiterrasse einer
älteren Höhle verbreiterte. Überall aber müssen
I,10
wir verbindende Gänge, Freitreppen und Bal-
kone mit Pultdächern, überragt von Wimpeln
und Emblemen, annehmen. Abdrücke solcher
Holzterrassen, Treppen und Säulen haben sich
vielfach noch im Löß an den Bergwänden er-
halten, wo jetzt alles andere abgestürzt ist.
War also die architektonische Wirkung des
Ganzen eine sehr zweifelhafte, so war doch
der malerische Eindruck ein großer und sicher
äußerst reizvoll. Den Vorschriften ent-
sprechend, welche für die Anlage eines bud-
dhistischen Klosters bestehen, — sie sollen
an einem lieblichen, einsamen Ort, in der Nähe
einer Quelle, angelegt werden, — sind die in
der Nähe der großen Städte angelegten hei-
ligen Orte auch wahre Idyllen gewesen, ja sie
üben trotz des furchtbaren Zerfalls noch heute
einen wunderbaren Eindruck auf den Reisenden
aus, der durch so viele Wüsten und öden
Gebirge zu ihnen gelangt ist.
Diese Freude an der Landschaft ergibt sich
besonders noch heute aus der Lage der Wohn-
zellen oder der Orientierung der Fenster in
den Zimmern der Klöster. Ich habe mich oft
an Ort und Stelle an dem reizvollen Ausblick
geweidet, welcher sich aus den Fenstern dieser
Art von Räumlichkeiten dem Auge bot. So
sind mir besonders einige Einsiedlerzellen aus
der zweiten Anlage in Qyzyl in Erinnerung.
Was nun die ausgemalten Höhlen betrifft, so
kann man wohl heute in vielen Fällen nicht
verkennen, daß sie mit außerordentlichem
Geschick so in die Bergwände gelegt sind,
daß die unmittelbare Umgebung in Harmonie
mit dem Eindruck steht, den die Höhlengemälde
machen sollen. Die mit stilisierten Bergland-
schaften ausgemalten Plafonds und Tonnen-
gewölbe, häufig am Rande belebt mit Tier-
bildern aller Art, stehen in Harmonie mit einer
bestimmten Klasse von Höhlen, welche den
Aufenthalt Buddhas in Indrāśailaguhā dar-
stellen, aber auch mit der Landschaft, welche
die Besucher erblickt, wenn er in der Höhle
stehend sein Auge nach den gegenüberliegenden
Bergen richtet. Besonders wirksam habe ich
diese Disposition gefunden, wenn ich, den
alten Besuchern der Höhlen nachahmend, die
Nische mit dem Buddhābild durch die Seiten-
und den hinteren Quergang durchwandelnd,
auf der anderen Seite nach der Türe der
Höhle gewendet wieder herauskam. Die
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