国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0066 |
Alt-Kutscha : vol.1 |
| 古代クチャ : vol.1 |
キャプション
| [Figure] Fig. 43. |
ペルシアの古い小絵画の模写、カシュガルのロシア帝国総領事、ペトロフスキーがかつて所蔵していた物。オリジナルの半分の大きさ、地の色は赤、最初の女性の上衣は白、頭布は黄色に明青色の装飾、2番目の女性はかなり明るい灰色の上衣に赤褐色、頭布は白で明赤色の装飾。Kopie eines alten persischen Bildchens, einst im Besitz des Kais. Ruu. Generalkonsul in Kaschgar, Petrovskij. 1/2 des Originals, Der Fond war rot, das Gewand der ersten Frau weiß, Kopftuch gelb mit hellblauen Ornamenten, das Gewand der zweiten sehr hells Grau mit dunkelroten, das Kopftuch weiß mit hellroten Ornamenten.
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引用情報
OCR読み取り結果
Wirkung des Blitzes nicht zu idealisieren ver-
mochten, sondern in der rohen, sinnlichen
Auffassung beharrten. Die Tantras geben sich
geradezu Mühe, ihre bezüglichen Vorstellungen
möglichst tief sinken zu lassen, obgleich sie
zur Dekoration philosophische Termini ge-
brauchen, um recht zum Ausdruck zu bringen,
wir eine Seite der mittelasiatischen „Kultur",
die die allergrößte und vielseitigste Beein-
flussung ausgeübt hat.
Es berührt recht unbuddhistisch, daß Gau-
tama Buddha in einem Jātaka des purita-
nistischen Pāli-Kanons, im Vālodakajātaka in
bezug auf Schüler, die sich in Wein bekneipet
hatten und dann Streit und Lärm verursach-
ten, den folgenden klassischen Ausspruch tat:
ein richtig Edelroß könne wohl Firnewein ver-
tragen, ohne bezecht zu werden, Esel aber
tobten und verlören den Kopf, wenn sie nur
davon gekostet hätten. Aber der Ausspruch,
der im weinarmen Indien auffallen muß, ist
charakteristisch. Im Gefolge des Weinbaus,
dessen Einfluß auf alle Schichten der Be-
völkerung nicht hoch genug geschätzt werden
kann, sind Entartungen alter Iakchos-Zere-
monien, deren Finessen Orientaler nicht er-
tragen können, ohne über die Stränge zu
schlagen, nach Hochasien gekommen. Aus
noch unedierten Tantra-Kommentaren weiß ich:
Andeutungen darüber gibt auch Tārānāthas
Edelsteinmine, daß alles hierhergehörige auf
die unter dem Namen Indrabhūti oder Indra-
bodhi bekannten Könige von Udyāna zurück-
zuführen ist. Ja, es wird geradezu gesagt,
einer dieser Könige habe, als er Arhats durch
die Luft fliegen sah, seine Minister gefragt,
welcher Art Vögel das seien. Als ihm nun
der Bescheid zuteil ward, das seien keine
Vögel, sondern heilige Männer, die durch
Askese solche Kräfte erlangt hätten, da ant-
wortete Indrabhūti, er wolle Buddha wohl
verehren, aber solange es Mädchen und Wein
gebe, sei er nicht imstande, Askese zu
üben. Im Harem erlangte er Einblick in die
Geheimnisse Vajrapānis und erreichte so durch
ein Zeremoniell, das zu nennen sich die Feder
sträubt, die Fähigkeit, mit seinen Frauen durch
die Luft zu gehen. So kam, mit einheimischem
Schamanendienst verquickt und mit bud-
dhistischer Terminologie ausgeputzt, ein System
zustande, das ein völliges Gegenstück zum
Hexenglauben des Mittelalters ist, mit dem
es sicher gleichen Ursprung hat.
Uns interessiert die Sache hier nur, soweit
sie archäologisch faßbar ist. Es ist nach
den Verhältnissen nicht anders zu erwarten,
daß zur Darstellung dieser „Luftwandlerinnen"
(dākinī), die nach ihrem Tode, wie man ver-
daß für den wahren Vajradhara Unterschied
zwischen Hoch und Niedrig, Brāhmaṇa und
Caṇḍāla, Reinheit und Schmutz, Gut und Böse
nicht bestehen: quod licet Jovi, non licet bovi.
36. Kehren wir zu den Darstellungen zu-
rück, so sind tantrische Darstellungen inner-
halb der Gandhāraskulpturen vorhanden:
Szenen von Trinkern, welche Mädchen ent-
blößen, kommen vor. Auch in die Berliner
Sammlung ist ein solches Relief gelangt. Wir
haben hier Śaktiszenen vor uns: die Gefölg-
schaft Vajrapānis. Daß sie in Qyzyl nicht
fehlten, habe ich bereits erwähnt. Der Um-
stand nun, daß es sich um Trinkerszenen
handelt, bringt uns all diese Vorstellungen
erst in das richtige Licht: es zeigt uns die Art,
wie diese abstoßenden Dinge so ungeheuer
sich verbreiten konnten. Es ist die Ein-
führung der Rebe mit den mit dem Wein-
bau, der Kelterung usw. verbundenen Ritua-
lien und Gebräuchen. Damit aber berühren
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