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0085 Alt-Kutscha : vol.1
Ancient Kucha : vol.1
Alt-Kutscha : vol.1 / Page 85 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000192
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I,51 I,51

4. Ein ebenso hoher, noch wohlerhaltener
Lehmwall mit jetzt verschütteter Treppe
und drei offenen, noch erhaltenen Zimmern,
bezeichnet: „Hier ist die Segensterrasse
der sternkundigen Monis".

5./6. Es folgt ein kleines, jetzt bis auf Reste
zerstörtes Gebäude, bezeichnet: „Hier ist
das Schulhaus aller Däkinīs des Kāla-
cakra" und daneben ein kleiner Tempel
mit der Inschrift: „Hier ist der Tempel der
acht Däkinīs: Padma-can, Rol-pa-mo, Gar-
byed-mo, Midi, Srin-mo, Makara-mo, rDo-
rje-ma, gSer-mdog-ma"; in diesem Hause
haben sie als Beiwerk: Fische, einen Frosch
(Rol-pa-mo) und eine Schnecke (Midi).

7. Eine große quadratische Halle mit vier
Eingängen, die jetzt ihre Kuppel eingebüßt
hat, sonst aber noch wohlerhalten ist, be-
zeichnet: „Hier ist die Versammlungshalle
des Aidukut für seine Minister, Generale
und buddhistischen Würdenträger (Arhat)".
Gegenüber in der dicken Umgebungsmauer
noch wohlerhaltene Pferdeställe, bezeichnet:
„Hier ist das Pferdehaus" i. e. wenn der
Idyqut durch seine Pforte 8 ausreitet.

8. Neben dieser noch leidlich erhaltenen
Pforte ist, durch ein noch erhaltenes Stück
Mauer getrennt, ein noch erhaltenes
Häuschen, bezeichnet: „Hier ist das Haus
des Torchefs". Quer von 8 nach 2 zu,
an 7 vorbei die Inschrift: „Hier ist der
Ausgang für den König und all seine
Garden". Auf beiden Seiten der Tor-
pfeiler waren ursprünglich vier kleine Frei-
terrassen, die später völlig vermauert
wurden; die unsinnige Dicke der Mauern
eines so kleinen Pförtchens fiel mir auf
und ich ließ die Mauer spalten (vgl.
Kultst. S. 333–335 und Fig. 664–666).
Was dabei herauskam, stimmt genau mit
den Angaben des Tableaus; die Be-
stimmung der Terrassen war also an die
Eckwände gemalt. Die eine Inschrift rechts
lautet: „Hier ist die Kredenzterrasse des
Aidukut, es ist auch Terrasse des Falken-
halters", auf der anderen Seite: „Hier ist
die Terrasse der Musiker des Aidukut".

9. Nördlich davon ein jetzt nur noch in seiner
südlichen Hälfte erhaltenes langes Gebäude,
bezeichnet: „Hier ist das Gebäude der vierzig
Leibgarden und der sechzig Bogenschützen".

10. Parallel der langen Südmauer, von der
nur wenig mehr über das Tor hinaus er-
halten ist, liegt eine jetzt völlig durchwühlte
Terrasse, die sich aber noch recht deutlich
als identisch mit der vorliegenden Figur
ergibt. Sie ist außen mit der merk-
würdigen Inschrift versehen: „Hier ist die
Terrasse der Erde der Gerechten der
Monis. Im unteren Raume ist der Todes-
behälter der aus Syrien gekommenen Ge-
rechten, der Messiasvereherer, oben ist der
verehrungswürdige Behälter der aus Kho-
rāsān gekommenen Monis" und auf der
Terrasse selbst: „Hier ist für die Monis
das Haus der Bücher und für die Ge-
rechten das Haus des Todes".

11. Daneben eine Halle mit großem Mittel-
raum und vielen Nebenräumen, vorne offen,
mit Holzsäulen, von denen Füße im Museum
sind. Die Halle muß später unter Be-
seitigung der O-Mauer, von der nur bei 19
noch ein Rest ist, einen gegenüberstehen-
den Flügel erhalten haben. Denn Reste
davon waren noch 1902/3 da, im Raum
dazwischen fanden sich wohlerhaltene
Stöcke von Zierblumen. Bezeichnet: „Hier
ist das Bewirtungshaus der Gerechten der
Monis".

12. Gehört zu 9 „Hier ist das Bewirtungshaus
der Garden". Zerstört.

13. Kleiner Terrassentempel, dort jetzt ein
Acker, der im Winter 1902/3 lange im
Wasser stand und mich hinderte, die wohl-
erhaltene Terrasse 14 zu untersuchen.
Gleichzeitig demolierten dort die Türken,
um die Felder zu beschütten. Bezeichnet:
„Hier ist der heilige Raum des magisch
verkörperten Avalokiteśvara: Moni". Noch
heute berüchtigter Spukort bis 25 und 19.

14. Eine etwas größere Terrasse: „Hier ist
der heilige Raum des Avalokiteśvara".
Auf dieser Terrasse fanden die Türken
beim Schuttabgraben die schöne Inschrift,
welche O. Franke, Anhang zu d. Abhandl.
Kgl. Preuß. Ak. Wiss. 1907, veröffentlichte
und übersetzte.

15. Eine etwas kleinere Terrasse, völlig zer-
stört. Bezeichnet: „Hier ist der heilige
Raum der Tārā".

16–25 sind bis auf Reste von 19 völlig
vernichtet, ebenso die O-Mauer.