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『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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Alt-Kutscha : vol.1 |
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II,33—II,34
Da nahm er das in seiner Herzensfreude, legte
noch dazu und gab eine große Stiftung. Dabei
sprach er einen Wunsch (praṇidhāna) aus: „Möge
ich durch diese glückbringende Handlung wieder-
geboren werden in einem reichen, begüterten, alles
Segens vollem Geschlechte, möge ich solcher Lebens-
formen teilhaft, den heiligen Lehrer mir geneigt
machen, nicht in die Irre gehen." Was meint
ihr nun, ihr Mönche, derselbe, welcher jener Kauf-
mann war, ist nun dieser Śroṇakoṭikarṇa. Weil
er am Stūpa des vollendeten Buddha Kāśyapa
Arbeiten machen ließ und dabei das Bittgebet aus-
sprach, durch das Reifen dieser Handlung ist er in
einem reichen, begüterten, bemittelten Geschlechte
geboren worden, weil er, meiner Lehre folgend,
Mönch wurde, hat er alle Erbsünde abgetan und ist
Mönch geworden. Ich bin nun gleich an Schnellig-
keit, gleich an Kraft, gleich an Güte mit Kāśyapa
von damals, ich bin ein Lehrer, der dieselben Eigen-
tümlichkeiten besitzt wie er, immer im Guten eifrig,
nie ermüdet. Es ist das deshalb, o Mönche: für
nur dunkle Fleischwerdungen ist das Los nur dunkel,
für nur lichte nur licht, für gemischte gemischt.
Darum, o Mönche, müssen die Prämissen, die nur
nach dem dunklen Lose ziehen, in gemischter Lage,
fortgeschafft und nur nach der lichten Seite hin
alles getan werden. Das ist es, was ich euch sagen
wollte, o Mönche." Die Mönche sagten: „Was, o Er-
habener, hat aber Śroṇakoṭikarṇa getan, durch dessen
Reife er seinen Seelenzustand und die Hölle sah?"
Buddha sprach: „Er hat seinen Seelenzustand und
die Höllen gesehen als Folge dessen, daß er seiner
Mutter gegenüber eine Roheit aussprach." So
redete der Meister, die Mönche beherzigten es und
freuten sich über die Worte des Heiligen.
Maitrakanyaka-Avadāna.
34. Verehrung dem Allwissenden! „Schon im Dies-
seits sinken die Wesen, welche sich an ihrer Mutter
versündigen, hinab in die Hölle, in die sie stürzen
durch ihre Verworfenheit. Gehorsam erhalten die
Mütter von gut gearteten Männern, indem sie in
ihrem Herzen stets Liebe, Höflichkeit und Hoch-
achtung bewahren." So wird berichtet. Es war ein
Kaufherr namens Mitra, geziert mit einer Fülle
guter Eigenschaften, einem wahren Flor entfalteter
weißer Lilien und Lotusblumen. Als Erbgut einer
früheren Daseinsform besaß er endlose, tadellos er-
worbene, ausgedehnte und vielseitige Güter, an Schatz-
häusern war er reich wie der Gott des Reichtums
selbst. Dauernde, edle Hilfsbereitschaft bot er als
Rückhalt seinen Leuten, den Armen und Elenden.
Noch stiegen seine Mittel dadurch, daß er seine
Freude hatte an dem einzigen Wonnegefühl, andern
zu helfen. Die Hände dieses edlen Mannes glichen
an Reinheit den lotusgleichen Strahlen des Neu-
mondes am wolkenlosen Himmel. Gemüter, die sich
in jeder Weise verzehrten unter dem Glutwind der
Bedürftigkeit, unter den tobenden Stichflammen des
Jammers, beglückte er durch wahre Regenströme von
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Spenden, die die Hoffenden durch Vertraulichkeit
beglückten. Mit einem Blick auf diese Menschheit,
die aus Angst, ihr Besitz könnte gebrechen, gegen-
über dem Unterfangen, Almosen zu spenden, selbst
versagt, in ihren Vorsätzen verderbt, weil ihr die
dämonische Umklammerung des Klebens am Irdischen
den Willen genommen hat, gab er Reichtümer hin
aus Mitleid an Hilflose, Arme, Krüppel und Ver-
irrte. Im Gefühle, sein eignes Dasein sei schwer
beunruhigt, wie des Meeres aufgepeitschte Wogen,
suchte er durch seine Mildtätigkeit, so geschickt,
das Leid Dürftiger zu stillen, Genüsse zu gewinnen,
in denen die, welche mit ihren Vorstellungen dafür
leben, in den Abgrund der Hölle sinken, deren
Rand ringsum von Flammenzungen sprüht, erfaßt
von den Windungen nattergleicher Frauenleiber,
Genüsse, so verführerisch durch das Augenspiel der
Frauen, daß es selbst edle Männer wie durch Sturmes-
stöße in den Taumel reißt. Ein Sohn gilt als kost-
barer Besitz, wie deshalb Leute, die einen Sohn
wünschen, die Glücksumstände, die ihnen unter
hundertfacher Begehrlichkeit da und dort einen Sohn
schenken könnten, überbieten und nun so unter
lodernder Leidenschaft, die ihnen eine ungeheure
Last von Unseligkeit aufladen kann, eine furchtbare
Macht um sich greift, da alle Beruhigungsmittel ver-
sagen, endlich soweit kommen, daß sie nur dies eine
als endlichen Ruhepunkt, um den es gut stehen müsse,
ansehen, so machte er sich auch daran, mit seiner
Bitte um einen Sohn verschiedene Gottheiten anzu-
gehen: Dhanada, Varuṇa, Kubera, Śaṃkara, Viṣṇu
und Brahmā und überschritt dabei, was nach mensch-
licher Anschauung der rechte Weg war. Bei jedem
seiner Liebeswünsche, die ihm als sohnspendend als
ein mit kühlabendem Naß gefüllter See erschienen,
also als Aufsprossen einer reizvollen Lotusblume
als Stamm eines beginnenden Geschlechts erwartet
werden konnte, kam er ins Maßlose bis zum Über-
druß; die Glutsonne seiner Anlage erzeugte Dürre,
wie die Sonne durch Garben sengender Strahlen die
Feuchtigkeit vernichtet. Rudra, der den Kranz aus
vielen Schädeln trägt, Viṣṇu, der mit dem Rad
bewehrt ist, Indra, der den Donnerkeil hält, Brahmā,
den Schöpfer, Kāma, der die Delphinstandarte
schwingt, Kārttikeya, den Sohn der Pārvatī, der auf
dem Pfau reitet, und die Gaṅgā mit ihren Fluten
weiß von Blütenblättern und Turbinella-Schnecken,
alle diese Götter ging er um Beistand an in seinem
Wunsche nach einem Sohne. Auch spendete er
wiederholt den Zweimalgebornen reichlich. Was
immer ein Mann, dessen Sinnen und Trachten unter
zwar glückverheißenden, aber mit Gelübden und
Büßungen verbundenen Leiden ganz in dem Wunsche,
einen Sohn wirklich zu erhalten, aufgeht, allseitig
tun kann, all dies tat er auch. Aber die Söhne
blieben niemals, wenn die Zeit da war, am Leben,
trotz der Segnungen, die Gelübde und Büßungen
geben können, da sie ihm nur Ermüdung brachten
für Körper und Geist; da gab ihm einmal, als er
im gewaltigen Anschlagen überströmender Sorgen
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